Artikel-Schlagworte: „himmlisch auf erden“

Stifts-Bräustüberl in Reichersberg/Österreich

Montag, 22. März 2010

♣ eisfisch ade ♣

Welch eine Schande, in diesem Winter war es nix mit Kettensäge und Eisblock. Kein wuchtiger, glasklarer Innfisch zierte die Terrasse vor dem Klosterarreal. So blieb dem terenc-hill-äugigen Schnitzkünstler und Küchenchef Sepp Hödl nur ein Austoben bei den Fischwochen, bevor die weißen Luxusstangerl die Küche überschwemmen.

Und ich bin eine Fleischkatze und kein Flossenfreak! Eine ideale Voraussetzung, um nachzusehen, ob meine Huldigungen im Buch auch noch gerechtfertigt sind.

Sind!

Alles blieb. Helene ist noch zehn Zentimeter höher, Filiz noch zehn Grad begehrenswerter und der turmhohe Wirtezahnstocher Robert hat die Wirtschaftswinterpause genutzt, um zehn Prozent lässiger zu wirteln. Anstrengende Weinverkostungen, natürlich nur zum Wohl seiner Gäste, steckt die lange Latte weg, wie nix.

Chorherrn habe ich keinen gesehen, war ja auch Sonntagmittag, dafür aber tausend Gläubige, die allesamt an Hödl glauben. An seine Kunst zu kochen. Proppenvoller Laden, rotbäckige Genießer, überladene Fisch-Reindl und Gambagemäldeplatten nebst Soßenseen. Fehlt nur noch der gemeine Instaustufen-Hummer, der aber nur an eisigen Vollmondnächten um Nulluhrdreißig selten beißt.

Hinter der Türe versteckt, an einem winzigen Katzentischerl gab es gerade noch ein winziges Platzerl für meine läppischen hundertzwanzig Kilo. Selbst im Bayernsaal futterten Heerscharen der Crew um Robert-Leuchtturm die Schuppen vom Kopf.

Nur der Küchensepp konnte nicht strahlen, weil seine unverschämte Schifahrerbräune es überdeckte. Der wird leider jedesmal einen Tick frecher zu mir. Irgendwann hau’ ich den in eine seiner Pfannen. Bin ja schließlich eine Respektsperson.

Von wegen. Warum schreibe ich dann so deppert?

Weil ich einfach etwas von der megapositiven Stimmung am Kloster rüberbringen will!

Gelingt nicht? Dann bleibe ich fastenzeitnüchtern und berichte emotionslos:
… feine klare Fischsuppe »Shanghai« exotisch, würzig, mit Asiagemüse und Hummerchips (3,4 €)
Eine einzige Lüge, denn ich hasse Fischsuppen. Sie war gar nicht klar, weil so viel drin war! Nur kein Hai! Shang-Hai, ich glaub’s nicht: dafür Seelachs und Welsfilet. Perfekt, nicht zu scharf. Julienne von Sellerie, Lauch, Karotten, Zuckerschoten, Bambussprossen, Glasnudeln, Sojabohnen, Chili, Ingwer und Kreuzkümmel. Kreuz wegen der, Sie wissen schon. Köstlich!

feine Matjesfilet »Hausfrauenart« mit Sauerrahm-Apfel-Zwiebelsauce und Dampferdäpfeln, garniert 7,40 € (auf dem Foto eine kleine Portion). Kettensägen-Sepp schnitzte. Aufrecht ragte das Matjesdoppelfilet mit Schwanzl in den Stiftshimmel. Mit dem Kirchturm um die Wette. Hervorragend, auch, weil es Petersilienerdäpfel gab, wegen der Optik und dem Geschmack. Sagt der Sepp. Die Sauce, keine Soße, wegen der vielen Touristen, kann man auch ohne Fisch essen, denn sie grenzt an einen Geschmacksorgasmus. Hoffentlich habe ich mich jetzt nicht versündigt.

… deftiges Surbrad’l mit Semmelknödel, Erdäpfeln, Brad’lsauce und Speckkrautsalat (8,70 €) (auf dem Foto eine kleine Portion). Halleluja wäre es gewesen, wenn der Weinverkosterwirt Robert sich nicht so versündigt hätte: In einem Wort Bradl und Sauce. Er soll sich der Sünden fürchten. Göttliches Kruschperl, saftiger, nussiger, gesurter Schweinerücken, lauwarmer, perfekt zubereiteter Krautsalat. Sepp, bist scho a HödlHund!

… Dessert-Kaiserschmarrn mit Zwetschgenröster (5,9 €)(auf dem Foto eine kleine Portion). Hurrah, endlich kann ich meckern: Röster nicht selber geröstert, Schmarrn zu wenig karamelisiert. Geh zum Breitenlohner in Lehre!

Ätsch! Bagasch.
Ich freue mich schon auf den Terrassenfrühling mit Spargel bei Euch. Dann schreibe ich den Artikel nämlich gleich mit Blick auf den Inn dank W-Lan in den Chorherrenhimmel

Bewertung

Meint Ihr, die haben auch ein Zimmer für mich, die Chorherren. Wegen einer Weinverkostung???????

Brandheiß, ganz ohne Eis, aber deswegen nicht ohne, dann schnitzt HammelHundHödl mit ‘ner Melone:

Solange er den Bedienungen nicht mit seinem stählernen Schnitzmesser an die Wäsche geht, ist ja alles in Ordnung!
Und noch etwas: Von gut unterrichteten Greisen hört man, das HammelHundHödl auch kochen kann! Sogar sehr gut …

Bergfest in Amberg

Montag, 7. Juli 2008

Maria-Hilf-Bergfest - Amberg

 Wirtsstraße mit Kirche

♦ für leib und seele ♦

Jeden Sommer gibt es diese einmalige Festivität in der heimlichen Oberpfalzmetropole Amberg.

Die beste Methode der Heimsuchung: im historischen »Ei« der Altstadt ein bahnhofnahes Zimmer suchen und zu Fuß auf den Berg wandern. Dann entweder Gottesdienst im Freien oder »Vater unser« in der wundervollen Asamkirche.

Maria-Hilf-Bergfest - Amberg

Asamkirche Maria Hilf

Maria-Hilf-Bergfest - Amberg

Brodwörscht afm Butzlkiarost

Maria-Hilf-Bergfest - Amberg

Drei mit Kraut Spitzl

Und jetzt: Bratwürschtl vom Butzelküh-Rost. Von keinem Holzkohle-Rost bitte!
Dazu original Amberger Bier.
Zum Runterkugeln nehme man besser ein Taxi.

Ein unvergessliches Erlebnis. Garantiert.

Maria-Hilf-Bergfest - Amberg

Emmentaler mit Salz, Pfeffer und Brezn

nächster Termin: 27.06.09 bis 05.07.09

Leibsbräu und Seelenbräu

Die Kirche ist von Asam, die Brodwörschd san von gute Metzger, das Bier ist von Amberger Brauereien, der Emmentaler kommt aus dem Allgäu und ich aus Pfaffenhofen.
Nach einem Avemaria fix zu den butzelkühgerösteten, handspannenlangen Schweinsbratwurstköstlichkeiten, Herz was brauchst du mehr?

Maria-Hilf-Bergfest - Amberg

im Bruckmüller-Zelt

Einen ganz, ganz tiefen Schluck aus dem Keferloher, dann hörst du die Engel singen.

Bewertung

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