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| 07-03-10 10:46 |
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... um Topf und Kragen Seite 3 (Seite 1) (Seite 2) (Übersicht)
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Tafern Wirtschaft Niederdorf 2 |
La Fontana Pfaffenhofen 6 |
Cabras Mitterscheyern 4 |
Bimesmeier-Eichler Kößlarn 2 |
Kupferpfandl (A) Schärding 2 |
El Sotana Bad Griesbach 2-3 |
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Steigers Hacienda Pocking 2- |
Altbirnbach Bad Birnbach 2-3 |
Shang Hai
Bad Griesbach 4-5 |
Wasner Bad Birnbach 2- |
Schlemmerhof Schmalzl Hundsöd +2 |
Bräustüberl Scheyern 0 |
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Gut
Moierhof Walting 1-2 |
Hartl Schlössl
Penning 4-5 |
zum Maurerwirt Langwaid 2 |
Kloster Stub'n
Scheyern 4-5 |
Forum Marc Aurel Bad Gögging 3- |
Boxkampf Bad Gögging gegen Bad Griesbach-Therme |
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GH zur Rose (I) Kurtatsch 2 |
St. Hippolyt (I) Tisens 3- |
Schwarz-Adler (I) Kurtatsch 2- |
Ruster (I) Algund 3-4 |
Roter Hahn Regensburg +2 |
zum Mohren (I) Prissian 2- |
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Wezl (I) Riffian 3 |
Hidalgo (I) Burgstall 2-3 |
Bäderdreieck Special >> |
Holzhäusl Bad Griesbach-Therme 7 |
Kupferpfandl (A) Schärding 2 |
Wasner Bad Birnbach 3 |
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zur Mühle Bayerbach 3- |
Gutshof Uttlau Haarbach 4 |
Sammareier
Gutshof Bad Birnbach 2 |
Gasthof zur Post Prienbach +3 |
Stiftsbräustüberl (A) Reichersberg 2-3 |
Hartl Schglössl Rotthalmünster 2- |
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Taj Mahal Ortenburg 2- |
Il Giardino Bad Griesbach 3 |
zum Heurigen Bad Griesbach-Therme 3-4 |
Shanghai Bad Griesbach 4 |
China Town
Bad Füssing 5 |
Gran Sasso Bad Füssing 3 |
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Jägerstüberl Bad Griesbach +4 |
Hoftaferne Neuburg am Inn 2 |
Bäderdreieck <<Special |
Jäger (I) Nals-Sirmian 2-3 |
Zum Schimmelwirt
Schrobenhausen 3-4 |
Zum Schimmelwirt
Schrobenhausen 2 |
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Oberaudorf Ortsbild 4 |
Unionsbräu München 4- |
in eigener Sache |
Bayerischer Hof Miesbach 4- |
Alte Post Hohenkammer 3 |
Amper Klause Unterbruck 3- |
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rot unterlegt: eigentlich traurig! |
Nachbarn: (I)= Italien (A)= Österreich (F) = Frankreich (N)=generell kursiv= wesentliche Änderungen oder aus |
SUPER, beinahe Halleluja |
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ostereier in niederdorf
Wir tun uns leicht, denn wir wissen, wie man die Familie Pfündl mit ihren Bilderbuchkindern findet. Das Nest ist so klein, dass es mit Hüheim auf dem Staubkorn aus dem bekannten Film locker mithalten kann. Ohne Navi, eine schwierige Angelegenheit. Aber die Suche lohnt sich. Am Wochenende sollte man aber vorher anrufen, sonst könnte es tragisch enden. Außer zur Biergartenzeit, da sind die Platzprobleme etwas geringer. Ostersonntagmittag, die Ostereier sind gefunden und die Vorfreude auf das Ostermahl macht sich in der Magengegend deutlich bemerkbar. Die adrette Speisenkarte ist übersichtlich, verspricht Frische und hält dieses Versprechen dann auch. Da wir aber nicht schleimen, kommt zuerst der Tadel: das Pils ist zu warm (13,2°), alle Salate können mit den Gerichten nicht mithalten und der Käse in den Kässpätzlen (6,30 € mit Salat) war etwas knapp bemessen. Zum Ende musste meine Tochter suchen. Ach ja, es ist ja Ostern. Die Lobpreisungen beginnen: Kartoffelschaumsupperl mit Kartoffelstroh
(2,60 €). Haben Sie den Preis gelesen. Sie haben sich nicht verlesen! Ein
üppiges Gedicht. Mein Hauptgang dann: saftiger Osterschinken aus dem
Rohr, dünn geschnitten mit Feldsalat und hausgemachtem Weißbrot (6,50
€). Haben Sie den Preis gelesen. Sie haben sich nicht verlesen! Ein üppiges
Gedicht. Frischen Meerrettich gab es ohne Berechnung als erfüllten
Sonderwunsch, ebenso die Rosmarinkartofferl. Fehlt noch Carlitos (4 Jahre): er genießt sein Kinderschnitzel mit Pommes und Ketchup (3,60 €) mucksmäuschenstill. Schlusskommentar: Wie gut, dass es noch solche
Wirtschaften gibt!! |
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zugeschlagen
Da wir leider über keinen Geldscheißer verfügen, können wir es uns nicht leisten, beim Italojungspund Belanca am Sparkassenplatz von Pfaffenhofen kulinarisch auf den Putz zu hauen. Mit dem Gutscheinbuch geht das gerade noch. Donnerstagabend, voll. Die bildhübsche, hochgewachsene Bedienung, ganz in Schwarz, macht im Service eine aufregende Figur und einen desolaten, gehetzten Eindruck. Wir bestellen einen Schoppen Weißwein, eine große Flasche Pellegrino, Salt in bocca (15,00 €) und Thunfischsteak vom Grill mit Tomatensoße, Kartoffel und Salat (18,00 €), letzteres von der Tageskarte. Ich möchte keinen Salat und keine Kartoffel, dafür auf einem separaten Teller Spaghetti. Meine Frau möchte auch Spaghetti und keine Kartoffelbeilage. Auf das separat verzichtet sie. Die Flasche Mineral bitte ich kalt zu stellen, da ich kein warmes Wasser mag. Die Bedienung meint, die Flasche sei doch kalt. Ich meine, sie wird aber warm werden. Einen Flaschenkühler gibt es nicht und so nimmt sie das Pellegrino mit in die Kühltheke. Was dazu führt, dass ich mehrmals, mit den Armen wild fuchtelnd, ums Nachschenken bitte. Das Saltimbocca alla romana (so der offizielle Name; der von Belanca gebrauchte Name, aber falsch geschrieben, denn es heißt salt' im bocca, ist römischer Dialekt), ist extrem salzig, das Kalbfleisch ist zäh und die Nudeln sind fast kalt. Von der sinngemäßen Übersetzung des Gerichtes, dass es besonders lecker ist, deshalb springt es in den Mund, ist es Lichtjahre entfernt. Meine Frau hat arg Hunger und versucht ein paar Gabeln, dann gibt sie auf und bittet, das Essen wenigstens richtig heiß zu machen, was eine gute Spülerin im Schlaf beherrscht. Wohlgemerkt, das Gericht kostet dreißig Mark! Meine separat gereichten
Spaghetti sind fast kalt. Auch sie gehen mit dem Fisch zum Erhitzen in die
Küche zurück. Ein Wort zum Gutscheinbuch, das man ja vor der Bestellung vorzeigen muss. Warum eigentlich? Das »geschenkte« Gericht, das Saltimbocca alla romana, ist mengenmäßig auch an der Untergrenze und passt sich damit perfekt dem Geschmackslimit an. Darum! Wir verstehen nicht, warum das Lokal voll ist und kommen zu dem Ergebnis, dass wir nichts vom Essen verstehen, geschweige denn, von heiß und kalt. Die Konsequenz für uns ist traurig: La Fontana adieu. Bestenfalls im Sommer noch, auf der Terrasse, auf eine billige Portion Nudeln. Für fünfzehn Mark. Armes Deutschland. Man lese auch nach unter
aktuelle
Änderungen zu Band 3 von guat ESSEN und
TRINKEN bei uns dahoam. |
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kritik verboten? Der werte Herr Tester hat einen Hunger, wie ein Wolf. Sein verfressener Sohn auch. Die Lokale sind bumsvoll, weil heute der geschäftstüchtige HändchenhalteValentinstag ist. Wir Drei triften hinaus bis ins Gewerbegebiet von Mitterscheyern. Bernd ist zu verhungert, um das Händchen von Verena zu halten. Signore Cabras hat noch ein Plätzchen für uns. Ein Glück! Unsere Bonsai-Brigitte-Bardot Verena schmilzt über den italienischen Service-Beau hinweg. Ich bekomme sogar eine Tomatensuppe, obwohl sie gar nicht auf der Karte steht. Bernd lehrt gerade den Baguettekorb in Windeseile. Da dampft die Crema vor mir. Außer dampfen tut sie weiter nichts. Aber sie ist warm und wasser-dünn. Mein Bauch freut sich und reichlich Parmesan besticht den Gaumen. Dann die sardischen Gnocchis, die Hartweizennudeln im Muscheldesign mit Fleischanteil. Ohne Spinat auf Sonderwunsch. Ich esse ganz langsam, da ich jedes Nudelchen ohne Gaumenberührung hinunterschwindle. Das dauert. Wenn das Tellerchen wenigstens etwas Geschmack gehabt hätte. Nicht im Geringsten. So kippe ich verzweifelt den nach Packerl aussehenden und auch so schmeckenden Parmesan löffelweise über ein Gericht, das ich ohne Bärenhunger einfach in die Küche zurückschicken würde. Bernd sucht verzweifelt in seinen drei Gnocchi den Gorgonzola. Nicht einmal einen Käsegeschmack kann er finden, geschweige denn Pilzspuren. Ich probiere und zucke mir hilflos die Schultern wund. Aber der Brotkorb wird's schon richten. Gnocchi müssen ganz schön teuer sein, deshalb bekommt er nur so wenige. Vielleicht sind die in Sardinien mit Trüffel verwandt? Aber was weiß schon ein knurrender Magen. Und ich mit meiner Fastenzeit ohne Alkohol. Es gibt das Mineral nur in Karaffen oder Literflaschen. Ich krieg den Vogel. Aber die Bude ist voll, Marcello flirtet in verschmutzter Kochmontur mit seinen Stammgästen und wir stellen ernüchtert fest: wir sind einfach Deppen. Fertig aus. So schnell sieht uns der Bursche nicht
mehr wieder. Da ist ja unser Schützenheimmafiosi ein gewichtiges
Witzigmännlein dagegen. Und zehn Kilometer näher. |
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lügen, einmal ist keinmal Der Rudi feierte vorne Geburtstag. Zwölf Manns- und Weibsbilder vom Stammtisch und meine Kleinigkeit saßen klaglos im Wintergarten. Dem BedienerWeib Evi bot ich tausend Kamele. Sie meinte, sie sei hantig, ich solle meine Wüstenschiffe behalten. Also träumte ich vom leicht gekupferten Pferdeschwanzdachl Andrea. Mein Gott, was sind das für Weiber, in ihre Augen schaut man besser nicht. Langt deren Karosserie doch bereits für Atemnot von gut dreißig bis kurz vor achtzig. Klar, wo solche niederbayerische Edelstuten im Stall stehen, kann der Rossknecht kein Haderlump sein. In Kößlarn, das geheime, thermalfreie Nest, ist für die Einheimischen und deren gerngesehenen Gästen die Welt noch in Ordnung. Da stehen keine Kunstblumen auf den Tischen. Da hocken echte Rosen im Glas und die Mieder kennen kein Silikon. Hier triumphiert die Wahrheit. Vielleicht nicht gerade beim Apfelkücherl, dafür aber bei der Rindssuppe mit Leberspätzle (2,20 ). Die weckt auch Halbtote auf, die eine niederbayerische Nacht gerade noch überlebt haben. Mir geht gerade
die Fantasie durch. Recht hat die Wirtin, wenn sie für Kinder und den Senilokili Spaghetti Diabolo mit scharfer Fleisch-Sahnesoße, Salat vom Buffet (6,50 ) auf die Karte schreibt. Zeig mir einen Stiefelsieder der einen guten Schweinsbraten drauf hat? Gibt es keinen. Die Nudel der Karin Denk toppten aber jeden Italiener im Gäu, selbst den Platzhirschen Gran Sasso in Bad Füssing, mit links. Der Preis schickt die Burschen dann endlich auf die Bretter. Neugierig bin ich, wann wir Esser es begreifen, wie man uns bei Chinesen, Griechen oder Mafiosi eigentlich das Fell über die Ohren zieht. Wareneinsatz 1 , Handling auch einer, berappen 7 !!! Deppertes Argument: Ferienersatz! Da glaube ich schon eher an den Propheten im eigenen Land, der einfach nichts gilt. Beim Schweineschnitzel "Wiener Art" mit Pommes frites und Salat vom Buffet (8,20 ) wechsle ich natürlich von den Pommes auf Bratkartoffel, die hier seit 25 Jahren keine sind, sondern Röstkartoffel. Gescheibt, ein Hauch Zwiebel, das war's dann aber auch. Den artenreichen Salat hatte ich ja schon bei den Nudeln, so bietet mir Andrea Preiselbeermarmelade an. Sie hat mir nicht in die Augen gesehen, ich hätte gehäckselte Schuhsohlen super gefunden. Was für glückliche Männer leben in diesem Kößlarn? Nur mit einer süßen Nervenberuhigungsbombe von drei Kugeln Milcheis (2,40 ), na, na, und etwas Schnaps kann ich auf eine Nacht mit Schlaf und verdammt unruhigen Träumen hoffen. Margit Bimesmeier-Eichler, glauben Sie mir, ich komme ausschließlich wegen des Essens zu Ihnen, und ausschließlich wegen der ungeschminkten, dörflichen, echten Atmosphäre. Ich komme nicht wegen Eva und Andrea. Für Notlügen ist der Pfarrer in der Kirche gegenüber
zuständig. Stimmt doch, oder? |
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sternderl in der silberzeile Jetzt haben sie zwei, denn Sophie kam blitzschnell, in dreißig Minuten, auf die sinnviertler Erde. Fabian ist nun nicht mehr alleine und liebt sein Schwesterherz innig. Thomas liebt seine rechte Hälfte Erika. Und schon sind Sie mitten drin im Wohnzimmer des Kupferpfandls, im klitzekleinen Kopfsteinpflastergassl der oberen Silberzeile. Woher weiß ich, dass der Wirt in die Wirtin verliebt ist? Vom
gegrillten Thunfischmedaillon mit Babyspinat. Da hat der Koch zu tief ins
Salzbüchserl gegriffen. Sicherlich hat er zu heftig an seine Sophie gedacht, die im
zweiten Stock über seiner lokalinternen Puppenküche einfach nicht einschlafen will. Was
ich gut verstehen kann, denn wahrscheinlich ziehen immer wieder klitzekleine
Duftwölkchen zu ihrem Kinderbetterl hinauf und aus ist's. Sauer ist er deswegen bestimmt
nicht, aber der Thunfisch. Wodurch weiß ich nicht, aber was soll's. Ich habe mir das 5-Gang-Menü ausgesucht, weil zwei Reizworte
vorkommen: Trüffelöl, das ich scheue, wie der Teufel das Weihwasser, und Thymian.
Beim Öl lasse ich nicht mehr mit mir handeln. Jeder ehrliche Trüffelhändler in der Provence
da gibt es zwar nicht viele verkauft es und gesteht zugleich, dass kein Öl
der Welt den Geschmack der sündteuren Pilze annimmt. Das ist pure Chemie.
Carpaccio vom Innviertler Milchkalb mit Trüffelvinaigrette ist ein klares Halleluja, da sich in der Vinaigrette nur Trüffelteilchen und jungfreuliches Öl befinden. Ich bitte Thomas bei der urigen Suppe, einer Erdäpfelcreme
mit Trüffelöl, einfach die Katastrophe wegzulassen. Sofie schläft und Mama Erika bedient, attraktiver denn je. Ihre australische Wurzel der Aborigines lässt jedes halbwegse Mannsbild auf unerlaubte Gedanken kommen. Weibsbild! Rassiges. Da passt mir mein zweites Reizwort ganz gut ins kulinarische Konzept: rosa Huftsteak vom Jungrind auf Rotweinsauce, dazu Thymiangnocchi. Köstliches Gemüse, die Soße ist eher luftig, denn burgunderschwer und das riesige Stück Rind ist zu rot, was es in diesem zarten Alter eher problematisch genießbar macht. Und ich bin eine französische Fleischkatze, die einiges verträgt. Aber Fleisch gerne mürbe mag. Dazu trinke ich Almdudler und Sophie würde treffend sagen: vom Essen hat der keine Ahnung! Fehlen noch die Gnocchi mit dem Apothekerkraut. Thomas liebt es. Alles was öffentliche Beine hat und kocht, liebt es. Ich verputze die Beilage restlos. Sie passt recht gut zum urigen Fleisch. Doch ich bleibe dabei, Thymian schmeckt einfach zu allem immer zu dominant. So hustenguatlhaft. Nicht meine Welt, zu aufdringlich. Liebäugelt irgendwie mit Trüffelöl. Schokoladenlasagne gefüllt mit weißem Moccamousse schließt
den Reigen der 50,00 . Das sind knapp zwanzig Mark pro Gang. In einer Zeit, in der
lautstark die Weltbörsen in den Angeln knarzen, nicht ganz unbedenklich. Aber ausgesuchte
Zutaten dürfen bei Thomas und Erika ihren Preis haben. Außerdem sind beide ja ein Teil
der Silberzeile und das ist schon etwas Besonderes
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im keller unter sternen Oben tafeln die feinen, brieftaschenschweren
Anzugjacken. Tief unten, im Keller des Columbia, hocken die urigen Jeans mit den feurigen
Kehlen. Das Erdgeschoss hat hinuntergefärbt. Die Speisenkarte ließen die Hausherren neu
drucken. Ihre Inhalte blieben, die Preise nicht. Glatte 8 Mark für eine zugegeben
köstliche volumenkarge, kalte Gemüsesuppe mit drei Scheiben Baguette ist im Ort
Ex-Griesbach heftig. Wer versaut hier eigentlich die Preise? Kaum die Rentner mit
thermalgerechten Zipperleins. Dann doch die Golfer. Vielleicht kaum. Die lassen doch
anschreiben, heißt es in gut unterrichteten Kreisen aber liften
leider mit ihren
Edelkarossen das dörfliche Image ungemein in Richtung Tschätset. Außerdem saßen an den
Nebentischen eindeutig Einheimische. Dann sind die schuld und die tagenden Hotelbewohner
mit den kleineren Nachtgeldbeutelchen. Gazpacho, kalte, andalusische Gemüsesuppe mit Baguette (4,00 ), die Kälte gab es erst im zweiten Anlauf. Vorher war sie lauwarm. Pfui. Eine eindeutige Küchenschlamperei. Hilflos meinte der redlich bemühte Servierer: wahrscheinlich war der Teller heiß. Der unbedarfte. Der Ober, nicht der Teller. Nun kommt sie richtig temperiert, köstlich. Die Schärfe passt. Im Gegensatz zu Pocking, zu Steigers Hacienda, sehe ich unschwer, was ich esse! Das war es aber auch. Zu den Hauptgängen gibt es einen mexikanischen Salat und
Knoblauchbaguette als Dreingabe. Das muss so sein, damit der Preis nicht gar so weh tut. Chili
de Pavo con Frijoles y Mais, Maishähnchen nappiert von Chiligelee auf
Mais-Bohnengemüse mit Ofenkartoffel und Dip (12,50 ). Fünfundzwanzig Mark
für Billigprodukte zahlen wohlhabende Griesbacher ohne zu murren. Im Gegenteil, das Lokal
war am Donnerstag ausreserviert und meine Nebentische lobten uneingeschränkt.
Uneingeschränkt positiv bewerte ich das Ambiente samt Hintergrundmusik. Verglichen mit Hans Sobotas Kellermexico in Pfarrkirchen gewinnt es ohne Anstrengung. Der mit großem Abstand letzte in der Dreierrunde heißt in dieser Disziplin leider Hacienda. Persönlich ziehe ich ohne zu zögern den finsteren Pockinger vor: Seine Vita lügt nicht! Und mein Geldbeutel mag ihn
auch
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ein unechter mexikaner kennt keinen schmerz Wenn am Abend wenigstens bunte Lichter die
Industriegebiete der Städte, der großen und kleinen, wohltuend verbrämen, sind sie,
diese Obi- und Mäkdonnalt-Ghettos, für einen Halbwegs-Ästheten gerade noch kurzzeitig
zu ertragen. Bei Tageslicht braucht es einen kräftigen Schuss Masochismus, um den Kauf
einer Toilettenbürste aufregend zu finden. Man kommt mit dem Auto an, und es beginnen zahlreiche
Prüfungen, um erfolgreich bis Mexiko vorzudringen. Aus dem Lautsprecher klingt frische Musik, Gott sei Dank keine
nervigen Mariatschis, und niederbayerisch fest steht Wirtin Emilia am Tisch.
Ich habe trotzdem kein gutes Gefühl. Ich habe viel Sympathie, aus dem Bauch heraus, für beide. Ich bin feige und bestelle, für den Bauch hinein, das Allerweltsgeschlabber Chili con carne Mit natürlicher Schärfe von Jalapenos, dazu Baguette (7,40 ), ein weltweit (Mexico ausgenommen) totsicherer Garant für grässlich. Es dauert keine zehn Minuten, dann steht der mittelamerikanische Schweinsbraten vor mir. Perfekt. Ich komme wieder. Mehr sog i ned. Halt, doch noch etwas. Danke! |
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mini, mädel und ein bisserl essen Um mit der Türe ins Haus zu fallen: Das
Restaurant im Sonnengut mit seinen lautplappernden Pensionsessern hat, mit dem Restaurant
im Sammareier verglichen, in etwa die Atmosphäre einer feinen Bahnhofshalle. Hansi Weber, alias Wasner, weilte wahrscheinlich bereits vor dem Fernsehschirm. Die unmittelbar bevorstehenden Wasnernarrenhochburgtage dürften hart werden. Wie jedes Jahr. Kehren wir ein in die saugemütlichen, wohlig patinierten, kleinen Stuben des feinen Restaurants. Für das Deftige hat es den Mostrutschn-Keller und die weniger Feinen speisen gut im lichten Cafe Guglhupf. Im Sommer sitzt man draußen, im Winter steht man. Zum rauchen. Gespannt bin ich, was die Qualmer mit der vielen frischen Luft, die ihnen Kostümmerkel und der bayerische Amtsschimmeldonkischott Stoiberopa verordnet haben, noch alles anstellen. Da stirbt ja keiner mehr an Lungenkrebs! Was die Rentenkohleschatzsucher noch auf die Palme bringen wird. Dabei wachsen an der Rott, der fischbesetzten Begleitung zum berühmten Traktorheiway dreiachtacht, überhaupt keine Palmen. Die ratlosen Rentenfuzzis wohnen auch weit entfernt, an der Spree, nicht im Beckenbauerbäderdreieck. Der Franz, der tät's schon richten. Der kann alles. Wenn ich mir so die neuzeitlichen Köpfe am Ufer des stillen Wassers anschaue, vom Hartl, Weber, Schuhbeck und dem Kaiser, und diese Kerle mit den Berlinern vergleiche, dann sieht die Spree ganz schön alt aus. Damit bin ich nun kilometerweit weg vom Pfannenjongleur im
Sammareier. Theresa, züchtig, zackig, schilderte kurz, wie
sie im schwarzen Nappaledermini, noch kürzer, geschärft mit
HighSpeedReißverschluß, Männer mordet natürlich nicht in Bad Birnbach,
dafür aber alle. Oder dann wiederum trachtig, mit langem, züchtigen Wickelrock und
überraschendem Fegefeurschlitz beim Hinsitzen. Als Kontrastprogramm, erzählt
sie blumig. Ich riss mich los von Rock und Mieder, blieb bieder und versuchte es mit Kartoffelrahmsuppe und Wiener Würstl (3,50 ), aber ohne Würstl. Kein Preisnachlass, für mich eine Frechheit! Sieben Mark für Potacken! Trotzdem geschmacklich ein Vergnügen, dickes Lob für die festen, kleinen Kartoffelwürfelchen inside. Malerisch die drei putzigen Sahneseen. Doch sie waren ohne Chance gegen die unappetitliche, dicke Haut. Dafür, für gefakte Rosen im gefakten Wasser, eine übel »aromatisierende« Bedienung und die Preisgeschichte gibt es den ersten Punkteabzug. Auch ein wenig Abzug für das aalglatte Kartoffelpüree ohne Pfiff, gespritzt ist keine Offenbarung, und die fehlenden Bonsaigurkenjulienne. Ja, wenn schon romanhaft in der Speisenkarte fabulieren: Gebratene Scheiben von der Schweineleber in süß-sauerer Sauce mit Champignons, Tomate, Chornichonstreifen und Katoffelpüree (12,40 ein übler Preis für schlichteste Produkte), dann will ich das auch alles bekommen! Und zwar haarklein! Ohne Haar. Süßes, bitteres Finale: Theresa verführte
mich! Wortgewaltig. Rotmundig. Entdeckte ich da etwa Parallelen zu den »Blumen«? Oder gar anmachen und dann ällabätsch Schade, mir hatte die Küche vom schwarzen Mann
eigentlich sehr gut gefallen. Trost: Das Kupferpfandl ist nicht weit
Und für die Deko etc. empfehle ich Margit, Evi und Karin! |
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niederbayern und chinesen Im beinahe gepflegten, riesigen Aquarium
schwimmen alle Fische mit mürrischen Gesichtern herum. Warum? Um auch etwas Gutes zu sagen: die ältere Dame die bediente, machte ihre Sache gut. Was man vom Koch nun wirklich nicht sagen kann. Ich glaube, es ist ihr Mann. Für Glutamat und lätschert verkochte Gemüsejulienne verlangt er fünf Mark. Jeder Leberknödelsuppenerzeuger stellt sich, wenn er das liest, ins Eck und weint bitterlich. Da kann er gleich stehen bleiben, denn für die Frühlingsrolle gibt es im Jahreskreislauf gar keine Entsprechung. Wiederum fünf Mark für eine fadteigige Gschlader-Hülle um irgendwas Undefinierbares. »Resterolle« würde ihr als Name besser zu Gesichte stehn. Viel Sojasoße aus der »Maggiflasche« und reichlich Sambal müssen helfen. Jetzt kommen die Niederbayern ins Spiel. Zweimal haben sie mich
begeistert nach Shanghai geschickt. Zweimal zog ich angeschmuddelt von dannen. Bleibt gerade noch Pockings glückliche Sieben, die mit dem Wahnsinnsaquarium, als passabel im fernöstlichen Rotttalreigen, nachdem offensichtlich der bemühte OrtenburgInder in sein Turbanlandl zurückgekehrt ist. Was lerne ich daraus? Lieber mit heruntergekurbelten Erwartungen zu einem niederbayerischen Schweinsbratenverhunzer, als in abgedroschenem Chienesenglutamtgeschmacksverstärkermapf versinken. Das muss einfach einmal gesagt werden. Wenn ich bei dieser unguten Gelegenheit so sinniere, über meine bäderdreieckigen Erfahrungen in den vergangenen Jahren, was Speis und Trank anbelangt, und dabei locker zwei Dutzend fast widerliche Zapfhahnungustl zusammenbringe, dann sollte ich mir langsam ein anderes Thermalwasser für meine Knochen suchen, denn diese miesen Querschädel ändern sich bestimmt nicht. Ich könnte natürlich auch Frühstücksfleisch und Dosenfisch einpacken. Denn manche der Rotttaler Wirtshausfeudalherren und -frauen kochen nicht nur schlecht, sie sind auch noch alles andere, nur nicht gastlich. Bis hin zu rotzfrech geht da hinten in Bayern die nach oben offene Wirteskala. Wer hier kritisiert, gehört der Katz'! Sie wollen Namen lesen? Wenn ich mein »nein, Deine Suppe eß' ich nicht« herausbringe, wird in diesem Viertel drangvolle Enge herrschen. Dann können einige ihre Koffer packen! Ich weiß, ich auch
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metzgerfisch Genau. So weit musste es irgendwann einmal kommen. Du gehst zu einem Vollblutmetzger wie den Wasner in Bad Birnbach, dessen Würscht zumindest in Südbayern fast jedes Kind kennt und bestellst Dir einen Fisch. Akurat einen Fisch, weil auf der ständig wechselnden Karte nicht genügend fleischige Schmankerl locken? Dabei ist das Angebot bestimmt nicht überreichlich, nein, man hat das Gefühl, dass vieles frisch zubereitet wird. Heute Abend war das gefüllte Hendl sogar bereits ausgeflogen. Was ich gut verstehen kann, denn das schmeckt richtig prima, ich habe es bereits zweimal verdrückt. Am Stammtisch neben dem Kachelofen merkte man überlaut die bevorstehenden Kommunalwahlen. Als der junge Unternehmer mit einem ps-starken Nobelgefährtpanzer vor der Wirtshaustüre und einer kränkelnd aussehenden Gattin neben sich, cool verkündete, dass ihm ein Benzinpreis von fünf Euro total wurscht sei, weil er den dann einfach auf seine Preise draufhaut und dann zahlen es seine Kunden, musste ich mich geistig aus der Wasnerstammkundenrunde ausklinken. Akustisch war es ja nicht möglich, ich beschloss aber ein für alle Mal, mich nicht mehr zu denen zu setzen, »die oiwei da san«. Das Wirtshaus ist aber immer nicht schlecht besucht, da bin ich gespannt, ob sich mein Vorsatz nicht als Windei entpuppt. Nach genau 18 Minuten (die sehr zuvorkommende, stattliche Bedienung bat um zwanzig Minuten Geduld, weil die Forelle frisch zubereitet würde) steht ein optischer Genuss vor mir. Mustergültig. Kartoffel und flüssige Butter separat. Auf ovalem Fischporzellan nur Petersilie, als Deko und frittiert zum Futtern, zusammen mit einer dicken Zitronenscheibe einschließlich Saftrinne. Die muss ein absoluter Profi auf den Teller gelegt haben. Zusammen mit dem sehr lobenswerten Pils in der tief gesetzten Tulpe mit 0,4er Eichstrich schmeckt mir der Fisch bereits vor dem ersten Bissen. Und nach dem letzten, mit köstlichsten Petersilkartoffelchen und Knackgrün zwischendrin, war ich nur noch begeistert. Doch es gab auch einen Wermutstropfen. In einer »sechtenen« Wirtschaft schon gleich zweimal nie nicht, ist eine Schoppen ein Viertelliter und nicht Nullkommazwei! Und der Sturkopf von Wirt, nein kein Ungustl, ganz im Gegenteil, lässt sich das von einem Schreiberling erst recht nicht vorschreiben. Wenigstens die Hansi, sein niederbayerisch-barockes Wirtinnenweib, könnte diese »Sauerei« abschaffen! Leider traf ich keinen von den Beiden. Vielleicht waren sie in Urlaub. Solange er nicht will, will ich auch nicht. Deshalb der angekratzte Zweier! |
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direkt an den lieben Gott Kurz nach Mitternacht hielten ein paar klamme Hände die beiden Heißluftballons mit den kleinen Zettelchen, auf die vorher die gut gelaunten Gäste ihre Sehnsüchte und Wünsche gekritzelt hatten. Bis sich genügend heiße Luft angesammelt hatte, endlich, und die farbenfrohen Montgolfieren (die von den Franzosen, 1783) in den in den rabenschwarzen Nachthimmel hinaufschweben ließ. Begleitet von zahlreichen bunten Raketen und Böllerschüssen.Dieses wunderschöne Spiel gab es in unserem Bayernland sicherlich nicht so oft. Es war der absolut geglückte Abschluss eine Silvesterabends, wie man ihn nur bei der Wirtefamilie Wittmann in Walting erleben kann. (Welche eine schöne Alliteration)
Über das Ambiente des filmreifen Gutshofes Lobeshymnen zu schreiben, hieße Eulen nach Eichstätt zu tragen. Mein gerne gebrauchtes Lieblingslob: Hier schmecken sogar »Bierfilzl natur« ausgezeichnet. Hoffentlich versteht Küchenchef Gregor Wittmann meine hommage an das Haus nicht falsch - er ist ja außerdem ein erheblicher Teil davon. Deshalb gleich zu ihm: sein jungenhaftes Gepräge blieb uneingeschränkt, doch ist er, sehr erfreulich, menschlich viel reifer geworden. Eine wahre Wohltat. Sein Bruder Ferdinand, Brennfreak und Bürojunghengst, schmeckt mir von Mahl zu mal besser. Über Schwesterherz Johanna traue ich mich fast nicht zu schreiben. Es genügt, wenn sie ihren Arm auf meine alten Schultern legt. Dann bräuchte ich eigentlich eine Erdung, um die Blitze abzuleiten. Und da sind ja noch die Senioren. Mein Freundwirt
Hans und seine unfolgsame Gattin Ottilie. Wenn das Mädl nicht bald aufpasst, gibt es
Ärger mit mir. Kaum zu glauben, wir haben auch gegessen und getrunken. Nicht getanzt. Weil ich mir mit einer Cola den Greislauf (kein Rechtschreibfehler) zusammengeschmissen hatte. Wie wohl mir die optisch geil aussehende, blonde LangmähnenSängerin und Saxophonistin half, meinen Senilosex nicht zu sehr hochkommen zu lassen. Sie spielte das sonst kiliantötende Instrument viel zu langweilig. Da bin ich Anderes gewöhnt. Doch Gregor tat's schon richten, und wie:
(Weingut Sepp Moser, Burgenland, Chardonnay Gelbling 2006)
mit französischem Wintertrüffel, Schwarzwurzelgemüse, Grießnocken und Flusskrebsen (Spanien, Baron de Ley, Rioja Reserva 2001)
(Campagner Taitinger)
(Weißbier)
kesselfrische Weißwürst'l Sollte Ihnen jemals nach wunderschönem, familiären Feiern sein, dann fahren Sie doch nach Walting. In den Moierhof. Aus Gesamtbayern ganz nah, weil im Zentrum des Freistaates (Kipfenberg liegt ums Eck). Meine Devise:
(Nicht von J. W. von Goethe, von mir!) Jahreswechsel 07/08 |
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reinfall an der rott Traumhafter Herbstsonntag mit Sonne pur. Der Parkplatz am Beckenbauerplatz protzte mit der IAA um die Wette. Karierte Hosen schwirrten über noch kräftiges Grün, gerahmt von bunten Blättern. Nur der steife Ostwind, hundertprozentiger Schönwettergarant an der trägen Rott, störte etwas das Bilderbuch. Das Schlössl hatte draußen aufgedeckt, denn ein wahrer Golfer kennt keinen Frost. Mein Weib schon, deshalb saßen wir drinnen. In der Promifotoecke. Alle waren sie schon hier. Verständlich, denn in Griesbach tummeln sich einige wunderschöne Golfplätze um Thermalfürst Hartl mit dem großen Latinum, um ihm ihre Referenz zu erweisen. Auch wir referenzten seiner bildschönen
RottflußGastronomie, die mich allerdings immer wieder mal enttäuscht. Ich
erinnere nur an den Gutshof in unmittelbarer Nachbarschaft. In vielen
Jahren, in denen ich Nichtputter das Landschaftskleinod zwischen Passau und
Pfarrkirchen heimsuchte, war beileibe nicht alles Gold, was glänzte. Wildessenz mit Schwammerlravioli (4,20 €), von der Wildseite der Karte, machte mich sofort an. Und zeigte was der Koch heute drauf hatte. Nichts nämlich! Die hellbraune, klare Brühe war nur pfeffrig, nicht ein Hauch von Wildgeschmack. Die drei fünfmarkstückgroßen Nudelchen hatte er mit geschmacksneutraler, grauer, undefinierbarer Masse gefüllt, damit sie ja nicht die Langeweile der Suppe störte. Rigatoni mit Bolognese mit Asmonte (6,00 €) habe ich schon einmal in den Himmel gehoben. Jetzt musste ich sie verteufeln. Das Kochwasser der Nudeln schöpfte ich, zu hungrig, in eine leere Suppentasse und schickte es in die Küche zurück. Die Pasta selbst war lätschert, fast zerkocht und blieb größtenteils liegen. Al dente kannte Fuller nicht. Das Ragout selbst passte sich der geschmacksneutralen Vorspeise nahtlos an. Auf einen Salat vom Buffet (4,90 €) verzichtete ich in Anbetracht der kulinarischen Tiefstleistungen. Von der Bewertungsnote fünf hievte der »schwierige« Brotzeitgang meiner Frau den Laden: Rosa gebratenes kaltes Roastbeef mit Bratkartoffeln und Remouladensoße (10,00 €). Da weiß man, was man hat, für sein Geld. Sehr wenig gutes Fleisch, eine köstliche Soße (wundervoll, auch so geschrieben) und separat gereichte, gute Bratkartoffel. Ich hatte es geahnt, der nicht verzehrte Salat stand doch glatt auf der Rechnung. Eine Absichtserklärung genügte also. Hätte ich heute bei meinen anderen Gerichten besser auch »absichten« sollen? Kein weiterer Kommentar. Getränke: * der Betrieb verstößt gegen geltende Gesetze:
1/8 l sind in Bayern nicht zulässig, nur 0,1 und 0,2 l und 0,4 und 0,5l
usw.! Nachschlag: |
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ja mei, die familie Ich hatte ihnen die Zunge so richtig wässrig gemacht, meiner Frau und meinem Sohn. Soll man ja eigentlich nicht machen. Ja mei, war halt ein Fehler. Da saßen wir an einem Sonntagabend an Tisch zwei
und waren einhellig der Meinung, das dies ein sehr hübsches Restaurant sei.
Meiner Frau hatte es vor allen Dingen die helle Stimmung angetan. Die
Vorhänge usw. Doch die erste Kritik ließ nicht lange auf sich warten: die
Auswahl sei doch recht übersichtlich. Dem folgte auf dem Fuß die erhoffte Begeisterung über das amuse bouche. Doch schnell kam ein Dämpfer über das Bisschen Wein im Glas für 3,20 €. Das sei nun doch recht viel für nicht gerade sensationelle Tropfen und so wenig Rebensaft. Leider musste ich zustimmen, denn hochgerechnet kostet hier der Schoppen Pinot Grigio etwa 13 Mark. Bernd stieß ins gleiche Horn bei seinem Feldsalat mit reschem Speck und Croutons (6,00 €). Für dieses Geld möchte er kleinste Röschen, wie er es vom Schuhbeck kennt, mit nussigem Geschmack und nicht gehäckseltes Grünzeug. »Mit gutem Dressing, feinsüß, doch das möcht' aber auch sein«, war sein berechtigter Kommentar. Karin begeisterte sich an den originell benamten Gitarrenspaghetti mit Scampi in eigener Bisque (12,00 €). Das schöne Wort steht für hausgemachte Nudeln in spaghettiähnlicher Gestalt, nur mit viereckigem Querschnitt, nicht rund. Allerdings gibt es sie auch fertig! Nun gehe ich einmal davon aus, dass Grimm sie durch die »Harfe« walzte und nicht bei Hierl kaufte … Die Bisque, im Langwaider Dialekt »Krevettensuppe«, wird mit aufwendigen, teueren Zutaten gekocht und dient dann quasi als extrem schmackhafte Soße der Nudeln. Preis gerechtfertigt? Wermutstropfen: Soße nicht besser, als bei einem guten Italiener. Bernds und mein Hauptgang hieß Rinderfilet auf
Madeira-Soße mit Marktgemüse und Bratkartoffeltürmchen (21,00 €). Wir
wollten es beide medium. Das optisch putzige Türmchen mit seiner
Paprikaaromatisierung der Kartoffelscheiben konnte es mir natürlich nicht
recht machen. Mit Wehmut dachte ich an B. Weinharts
Bratkartoffelgugelhupf droben an der A9, der seine ganz besondere Note durch allerbeste
Kartoffel bekommt, um die sich der Wirt-Koch akribisch bemüht. Jetzt folgt eine größere Phase Langwaid-Abstinenz,
da wir … Um den Maurerwirt nicht falsch zu beschuldigen: wir können uns ihn nicht oft leisten! Schade. Was habe ich aus alledem gelernt? * der Betrieb verstößt gegen geltende Gesetze: nicht vom Gast kontrollierbare Maße sind in Bayern nicht zulässig.
*Nachschlag: bis heute, 21.10.07, keine Antwort des Wirts auf den Vorwurf.
Ich habe ihn darum per eMail gebeten! |
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tiefstpunkt Vielleicht war dies der letzte richtig warme Sonntagmittag im Jahr 2007. Die Wetterfrösche machten uns die ganze Woche schon heiß auf diese Stunden. Wirt Vogt hat dies nicht mitgekriegt, denn sein mir weitgehend unbekanntes Personal bot Traumhaftes, Albtraumhaftes. Ich hatte um 11 Uhr 15 für 12 Uhr 30 reserviert. An der Hauswand. Als wir pünktlichst kamen, war nicht ein Stuhl mehr an den gedeckten, den bedienten Tischen frei. Unsere reservierten schon. Der hl. Benediktus grinste vom tiefblauen Himmel durch welke Kastanienblätter. Um 12 Uhr 35 hatten wir die Getränke geordert. Um 12 Uhr 45 stellte Servicedame Gabi dieselbigen (Radler 2,80 €!!) auf den Tisch und haute (ja wirklich) uns um die Ohren, dass wir 45 Minuten auf das Essen zu warten haben. Hätte sie das vor der Bestellung gesagt wären wir aber sofort abgehauen. Um 13 Uhr 15 flüsterte sie meinem Sohn ins Ohr, dass seine bestellte Perlhuhnbrust davongeflogen sei. Er stieg murrend auf ein sauteures Trägler-Schweineschnitzel mit Kartoffelsalat (7,50 €) um. Um 13 Uhr 35 kam mein Träglerschweinsbraten mit Knödel und Krautsalat (9,50). Der Krautsalat war grässlich, die Knödel winzig und das Fleisch, zusammen mit der Soße, eine ungenießbare Katastrophe. Das Einzige was ich auf der Zunge zergehen lassen konnte, war der Preis. Ich aß nur die trockenen Bonsai-Knödel. Schweinezüchter Trägler aus Eschelbach scheint nur mehr miserables Borstenvieh zu züchten – oder war es, hoffentlich, gar kein »Trägler«? Fünf Minuten später bekam meine Frau eine sehr gute Forelle mit mittelmäßigen Kartoffeln (9,90 €). Eine spezielle Klein-Forellenausgabe, dafür aber ein großer Preis. Weitere fünf Minuten und Bernd saß vor seinem Luxus-Schnitzel. Es war in Butterschmalz gebraten und saftig. Der Kartoffelsalat, angeblich selbst gemacht, übertrifft meine kühnsten Erwartungen, aber nach unten. Ich musste die Versuchsgabelteilchen ausspucken! Gabi motzte, als wir uns über die am Teller zurückgelassene Sauerei beschwerten. Um 14 Uhr 05 hatten wir gezahlt (36,70 €). Fälschlich standen auch noch Getränke auf der Rechnung, die wir gar nicht hatten und abgezogen werden mussten. Wir waren hungrig einer Meinung, dass wir nie mehr wieder an einem warmen Sonntagmittag zu Herrn Vogt kommen. Oder überhaupt so schnell nicht wieder kommen. Bei seinen inzwischen abgehobenen Preisen nebst Achterbahnqualität (siehe auch >>>). Der hl. Benediktus, dieser große
Vorreiter christlicher Gastlichkeit, hatte sich in die Zelle von Scheyerns Cellerar
Pater Lukas Wirth (er ist für diese weltliche Aktivität des Klosters
zuständig) verkrochen und
weinte dort bitterlich. Via eMail bat ich Pater Lukas
diesen Beitrag zu lesen, um eine ungute Entwicklung unchristlicher Momente in
der Peripherie seines zu Recht brauereistolzen Klosters abzuwenden. |
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feldherr mit macken Der Klimawandel hatte frisch zugeschlagen, nur diesmal in die falsche Richtung. Über das geile 50-Meterbecken blies der Nordische so böse, als stünde Knecht Ruprecht bei der charmanten Melanie an der Rezeption. Kein Liegestuhl, kein Sonnenschirm, kein Sonnestrahl schönte Anfang September die Aura des Marc Aurel. Nach einem rundum enttäuschenden Halbpensionsbuffet am Vorabend wollte ich am Mittag mit einem weiteren Test die Küche des jung verheirateten Lars Altmann ausprobieren. Aus dem Menü für Tagungsgäste musste ich mich leider bedienen, nix à la carte. Also drei Gänge für 26 . Ich weiß, so darf ich das nicht sehen. Doch, ich darf: Restaurantleiter Rid hat mich ausgetrickst. Sonst hätte er mir bei meinem Verzehr 26 gutschreiben müssen. Dabei hatte ich ihm nichts getan. Noch nicht. Der Vorspeisenzwang Tomatencremsuppe in weißer Tasse mit etwas zerlaufener Sahne schmeckte, ohne dass sie zweifelsfrei als »frisch« überzeugen konnte. Im Brotkörbchen verloren sich fünf Baguettescheibchen. So etwas verärgert mich mehr in einem Viersternesuperior, als eine gut abgeschmeckte Suppe mit Convenienceeimerahnen. Dann folgten vier Hauptgerichte zur Wahl, von vegetarischen
Kartoffeltaschen, von einem Fischallerlei bis zu Strauß ohne CSU. Ich nahm Putenschnitzel
in Käse-Eihülle auf Tomatenragout, dazu Broccoliröschen und Kräuterspaghetti.
Eine Panierform, die nahezu immer misslingt. Obstsalat mit Marsalasabayone und Fruchteis stimmte mich Zuckerschlecker natürlich wieder positiv. Bestechlich auch noch! Mitnichten, siehe das anschließende Kapitel! --> Ein Test in der teueren Edelspeise Domus am Abend
war mir gründlich vergangen. Vielleicht ein Mahl, wenn die Sonne dem philosophischen
Kaiser ein freundliches Mäntelchen umhängt und man auf der Terrasse dinieren kann. Denn
da bin ich noch viel bestechlicher. Und das braucht der Kaiser. |
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fett- bett- wettschwimmen Ein etwas anderer Boxkampf Im Ring: Marc Aurel (****s) in Bad Gögging,
jung und Es gibt für die einzelnen Bereiche Kurzbeschreibungen und Punkte von 1 bis 10 (max.), für den schnellen Überblick. Ankunft Empfangsbereich Bar Der Weg zum Zimmer Zimmer Bäder Bäderwelt innen Aussenbecken Kulinarik À la carte Für mich hat das Architektenhändchen
dieses Hotels bestenfalls die Römer aus Asterix-Heften gekannt. Ich sehe in ihm ein
negatives Musterbeispiel, so zu tun, als ob. Kein Problem, denn Golfer haben nur ihre
grünen Löcher im Kopf und die Tager warten auf die barabendliche Balz um ihre drei
weiblichen Mitdenker, die hier eher wackelig auf sonst nie getragenen High
Heels
herumstochern. Die knappe Bluse wird's schon richten.
Fazit September 07 |
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da geht die post ab Arno Balder ist meilenweit von einem Briefträger entfernt, arbeitet aber in einer Poststation. Doris, Lebensgefährtin von Arno, ist nicht die Christl von der Post, arbeitet aber in einer Poststation. Die Poststation steht in Kurtatsch, ist total unauffällig und unglaublich schön. In der Poststation gibt es keine Päckchen, dafür ein Menü der Extraklasse: Brust und Keule von der Wachtel auf
Bohnen Venere Reis Mit 39 Euro für die vier Gänge gibt es nun wirklich keinen unguten Nachgeschmack. Selbst ein Verdauungsschnaps wäre eine Beleidigung des engagierten Küchenchefs, der sich kontinuierlich in der Gunst seiner Gäste nach oben kocht. Es müssen Stammgäste sein, den zufällige Passanten würden hinter der arg patinierten, mausgrauen Fassade vielleicht eine vergammelte Poststation vermuten, aber nicht geschmackvolle Zimmer zu genussvollem Speisen. An meinem Tisch saß Arnos nachbarliche Konkurrenz, Gert Pomella, mit unverzeihlichen zwei Stunden Verspätung. Sein Kniefall cora publica milderte etwas meinen Zorn, doch die Hauptwiedergutmachung lastete zunächst schwer auf den unschuldigen Schultern des Kochs. Es fiel mir gar nicht leicht, auf das Menü zu verzichten, und Uriges zu bestellen, das mir beim Beurteilen mehr Sicherheit gibt. Und ich wollte den Beiden mit Ihren einheimischen!!! Bedienungen, zwei Mädels von der Weinstraße, unbedingt gerecht werden. Auch ein Milla durfte nicht dazwischen funken. Nein, wirklich nicht. Der ruderte zwar besser als ein WM-Achter im Teich der Entschuldigungen, aber ich glaubte ihm kein Wort, bewunderte eher sein schauspielerisches Talent und seinen ausgezeichneten Wein aus dem Jahre 2003, den er mitgebracht hatte. Sein Merlot-Cabernet ging unfreiwillig durch die ganze Temperaturbreite von 23 bis 18 Grad, ließ sich aber nirgendwo aus der Ruhe bringen. Das reizvolle Tannin wechselte die Farbe, wie andere ihre Leidenschaften. Man möchte es nicht glauben: Wie der Herr, so's Gscherr … Mit einer Kartoffelkremesuppe mit Steinpilze,
Kürbiskernöl und Rotweinzwiebel (6,50 €) begann ich meine Neugier nebst
kleinem Hunger zu befriedigen. Was sogleich leicht misslang. Auch Balder
schaffte die Kreme nicht ohne Haut, sparte mit den zur Zeit massenhaft
auftretenden Waldkönigen und hatte die Zwiebel vergessen? Ich spürte das
Gemüse jedenfalls nicht, das Öl schon, das aber nun wirklich keine
Offenbarung der Kochzutaten darstellt. Die herzerfrischende Maria aus
Kaltern schaute enttäuscht, weil ich nicht aufgegessen hatte, wo ich ihr
doch über das amuse gueule, eine Gulaschsuppe, einen sooo gescheiten Vortrag
gehalten hatte. Ich SeniloPfau! Danke an Euch für den schönen Abend. Manfred Pomella, der Hausherr vom
kohlrabenschwarzen Adler war noch wach, während meine weinige
Jungspundbegleitung Gert Pomella, schlaftablettig offensichtlich von neidtreibenden
Amouren, flugs in die Federn zog. |
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oh heiliger hippolyt Karl Kofler kennt das Leben. Den Mann am großen Zeh des berühmten Heiligen kann nichts erschüttern. Kein Blitz, der in die meilenweit schon sichtbare Kapelle fetzt, keine verschwitzte, dünne Bluse, die am prallen Geweih der mittelalten Wanderin pappt, die aus Völlan heraufgekommen ist und die Hälfte der ausgezeichneten, knofeligen Hirtenmaccaroni (Fleischragú mit Pilzen) (6,00 €) stehen lässt, weil sie Angst hat, die Rundungen könnten auch auf ihren Hüften auftauchen. Nicht einmal der quamperte Filmtyp (meine Wuchtigkeit), der röchelnd die paar Meter vom Wandererparkplatz an der Gampenpasstraße in der sensationellen Zeit von dreißig Minuten herauf gestolpert ist und mit der gerade beschriebenen Blondine um die Wette tropft, kann ihn, die Wirtsikione am keltenschwangeren Thingplatz aus der Ruhe bringen. Dafür bringt er dem drahtigen Wanderersenior an unserem windundwetter-gegerbten Tisch ein Naturschnitzel (vom Schwein) mit Bratkartoffeln (8,50 €), das für die anschließende Besteigung der Aussichtskanzel Laugenspitze reicht. Will einer gar den Ortler, Koflers Kaiserschmarrn (6,50 €) wird's schon richten. Nach dem eindeutigen Motto: gut, mehr, Kofler! Dann folgt auf den blank gegangenen Felsenrücken stundenlanges Tiefblicken nach Meran und ins Etschtal. Wer über entsprechende Sensoren verfügt, spürt die eigenartigen Kräfte, die von diesem Platz ausströmen. Der versteht, warum die Kerle im Pelzgewand, keulenbewehrt, in grauer Vorzeit hier heroben herumhingen, tagten, tranken und wohnten. Leider nicht beim Kofler, den gab es da noch nicht. Beinahe wären sie ausgestorben, ohne ihn, die Kelten in der Kälten auf dem Felsmuggl. Der Kofler kennt auch Schnee, echten, wenn es über den Rücken pfeift zur Weihnachtszeit. Zurück zur Sonne, zur Wärme, zur Nachspeise in flüssiger Form. Wieso ist die inzwischen getrocknete Bluse eigentlich alleine da? Schicksal … Schluss mit der Schreiberei. Sie verstehen, es
tobt ganz magisch in mir, ich versuche jetzt mein gerade beim Schüler des
Irenäus, dem heiligen Hippolyt herbeigeflehte Glück mit Anwanzen … |
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milla und ein grill Kurtatsch liegt am südlichen Ende von Südtirol, da, wo es langsam ans eingemachte Italienisch geht. Wo sie in der Kirche gerade das »Vater unser« begonnen haben und die Meraner bereits »Amen« beten. Sagen die Meraner. Doch man sollte sich keinesfalls durch diese Bedächtigkeit täuschen lassen. Sehen Sie es eher als charmante Wehr gegen das wieselflinke Italienisch, das in ein paar Kilometern staatstragend wird. Der Kalterer See und der gar nicht mehr weite Gardasee dienen als Blitzableiter gegen Massentourismus und bewahren dem Nachbarort Tramin (Hochburg des modischen Gewürztraminers) und Kurtatsch beschauliche Gemütlichkeit. Platzhirsch im Dorf ist, fast an die Kirche geduckt, der Schwarz-Adler, der sich alleine durch seine eigenwillige Namensgebung gegenüber den zahllosen schwarzen Adlern im Lande interessant macht. Imposantes Abendläuten vom malerisch beleuchteten, spitzen Kirchturm. Es treibt fast gebieterisch zum Schmausen in den uralten Gasthof, den recht geschickte Architektenhändchen wohltuend modernisiert und restauriert haben. An einigen Stellen sogar recht spektakulär, wie beim Bodenfenster vorm eisernen Kachelofen der Neuzeit, durch das man geblickt haben muss, um einen Schnellkurs über die Mentalität der Wirtefamilie Pomella zu erhalten. Gert und Manfred, Brüder, alphabetisch gelistet, schmeißen den Adler und Milla. Milla ist die zugelaufene Katze von Viktoria, ein äußerst aufgewecktes Blondbengelchen von Sonja und Manfred. Ihr Bruder Hans-Peter, älter, spielt eines Tage bei Inter und lernt demnächst Reinhold Messners Klimmzüge an Zimmertüren. Milla heißt auch das renommierte Weingut von Gert, ExWirt des landauf und -ab bekannten »Walther's« am Waltherplatz in Bozen. Er sieht sich seit einigen Jährchen als Rotweinmacher der Sonderklasse. Ein paar Schlagworte seiner Rebenphilosophie: Merlot und Cabernet; naturnaher Weinberg mit Wildkraut; logisch tief wurzelnde Rebstöcke; handgestreichelte Trauben wandern in französische Eichen-Barriques; Edellinie, aber auch volksnahe Genießertropfen; was ist Weißwein? Gert hat die recht unterschiedlichen Traditionsweinparzellen seines Vaters total umgemodelt – nicht schmerzfrei für den Senior – und glaubt nun an den Winzer in seiner Brust, der keinen Kellermeister braucht. Die Brust braucht dafür aber noch ein pfundiges Weibsbild. Handgemalt, sage ich. Mädels, auf nach Kurtatsch! Manfred kümmert sich mit seiner Frau also um das schnuckelig edle
Turm- Hotel und das zum Imperium gehörende, dorfpralle Restaurant auf der anderen Seite
der Kirchgasse. Dort begeistern mich softe Farben, kantige Formen und
interessante Gäste.
Schwerpunkt der erfreulich klein gehaltenen Karte sind Grillgerichte, untermalt von
spektakulär lodernden Flammen zwischen Theke und Salatbar. Pauli brauchte zum Abschluss noch: Kleiner Kaiserschmarrn mit Vanilleeis (4,50 ). Ich hängte mich an seine Erfahrung im Schwarz-Adler und wurde nicht enttäuscht, obwohl der Meister an den Pfannen vielleicht eine der reschen Bedienungen abbusselte, während die Mehlspeise auf der Flamme üppig Farbe nahm. So ein Schmarrn! Jetzt zum Fazit ohne denselbigen: das perfekt geglückte Ambiente macht
vieles wett, und wenn das nicht reicht, gibt es ja noch Milla! In dunkler,
klassisch schlanker Flasche, tiefrot
wie der Mund des langmähnigen, kerleumringten, slowakischen Rennpferdes am Nachbartisch,
brombeerfruchtig und sinnlich, beherzt tanninig, Krallen auf dem Rücken
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viel holz im garten Nein, nicht bei den Bedienungen, die zu einem großen Teil offensichtlich aus östlichen Gefielden stammen, sondern zwischen Oleander, Palmen und Plätscherbrunnen. Der fliegende Perfektionist hat seinen Freisitz neben dem Haus so anheimelnd und sauber hergerichtet und mit großzügigen Salettln versehen, dass selbst ein blitzend und donnerndes Regenungeheuer an den Südhängen der Texelberge den Frischluftfreaks unter den Rustergästen keinen feuchten Schaden zufügen kann. Da fehlen nicht einmal Stoffservietten in Ton und Muster zu den Tischläufern passend. Alle auf schwerer rustikalster Möblierung, wie frisch aus dem Tiroler Wald. Seine Menagen glänzen mit zweierlei Öl, zweierlei Essig, Salz- und Pfeffermühle. Beispielhaft, mustergültig, Halleluja! Die Speisenkarte ist in ihrem Angebot beinahe zu
üppig, ergänzt durch eine umfangreiche, deutlich saisonal orientierte
Tageskarte. Kaum hat man Platz genommen radebrecht es kroatischdeutsch, was
man trinken möchte. Bayerisch geantwortet, bringt das Mädchen leicht in
Schwierigkeiten. Klar entspricht das Bestellsystem neuestem Standard und
blitzschnell sieden Roboter Spaghetti und befördern meine Forelle ins
Jenseits. Spaghetti Bolognese oder Napoli »al dente« wahlweise mit Fleisch oder Tomatensauce, mit Parmesan und Butterrolle (Vorspeise 6,50 / Hauptspeise 7,50 ) entspricht mehr meinem zurückhaltend jammernden Geldbeutel, als ein ganzer, frischer Hummer (36,90 ). Mit der Buttergarnitur in der Beschreibung übertreibt der Koch, so etwas sollte ungepriesene Selbstverständlichkeit sein. Die kleine Portion entspricht im Umfang der bayerischer Italiener. Der Sugo erinnert nicht an Katzenfutter, das Kochwasser der perfekt gesiedeten Eiernudeln hält sich in erlaubten Grenzen und alles zusammen braucht kräftig die Pfeffermühle und Salz, denn es schmeckt nach nichts. Massenweise geriebener Parmesan, sieht aus und schmeckt, als käm er nicht aus größeren Gebinden, hilft außerdem zur notwendigen Gustoliftung. Bei der angebotenen Frischen Gebirgsforelle aus unserem
Kalter (Frischwasserbecken) nach Wunsch blau, Müllerin-Art oder vom Grill, mit
Salzkartoffeln und gemischtem Salat oder Tagessuppe (10,90 ) denke ich
natürlich an die malerisch springenden Wasser der Passer drunten an der Kurpromenade oder
an den gewaltigen, gischtenden Wasserfall im Vinschgau oder hinter der Fragsburg und es
läuft mir im Vorgeschmack das Wasser im Munde zusammen. Gleichzeitig
stolpere ich über das »frisch«, hoffentlich. Genug gewässert. Ich bekomme das
Fischlein vom Grill, das aber keinerlei Spuren eines Rostes aufweist. Ich tippe da eher
auf Pfanne. Die lobenswert separat gereichten, graugläsernen Kartoffen schmecken trotz reichlich
Schnittlauch, nicht frischgrün, so, wie sie aussehen: grässlich. Ich kann sie nicht
essen. Auch nicht die Tomatenachtel und die drei dicken Salatgurkenscheiben. Überhaupt
muss ich den vorbildlich artenreichen Salat zur Seite schieben, da er mir vorkommt, als
hätte man ihn bereits vor Tagen angerichtet. Da nützt es gar nichts, wenn es nicht so
gewesen sein sollte. Die Kroatin blickt etwas vertreten auf den riesigen Resteberg, den ich zurücklasse und traut sich kaum zu fragen, ob es denn nicht geschmeckt habe. Nein, nicht besonders und ich gehe arg bedrückt.
Schade. Für das Essen vergebe ich summa summarum die Note fünf und hoffe auf
ein besseres Mal im Rustergarten. |
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ratisbuono? Ratisbonos Haidplatz ist an einem warmen Sommerabend nicht auszuhalten. Man sitzt schöner, als in Rom, das junge Leben wabert wie in Florenz und wo kann der Stiefel Romantischeres bieten, als hier in Regensburg? Es gehört eine Portion Überwindungskraft dazu, unter den sinnsirrenden Umständen auf die spaghettidünnen Tops zu verzichten und in den Roten Hahn zu tigern, da der Gockel keinen Freisitz bieten kann. Bei der Anfahrt hatte ich reichlich Frischluftvergnügen durch eine zugeodelte Bauern-landschaft, die Wälder ausgenommen. So fiel es nicht schwer, nachzusehen, was sich denn in Max Schmidts Restaurant geändert hat. Drei Tische sind besetzt. Zwei Zoromädchen traben durch das Lokal. Der erste Eindruck – man wusste noch nicht, wer ich bin – leicht blond blasiert. Es schlug dann später bei Frauke in Herzlichkeit um. Dabei wäre es ein Leichtes, den klugen Sinnspruch auf der Schiefertafel des Gläserschranks hinter der Schanktheke an den Gästen auszuprobieren. So wirkt er leider eher wie Ironie. Ich schlage vor: »Ein erstes Mahl soll nicht das letzte sein: Mahlzeit!« Nun zu meinem dritten Mahl. Getreu der Buchbeschreibung bringt Lorber einen Gruß aus der Küche, der nicht begeistert, was er aber tun sollte. Die zwei Putenscheibchen auf dem gewürfelten Rivieragemüse sind geschmacks-neutral und trocken. Aber es war gut gemeint. Damit endet die Kritik, weil mir das brunette Zoromädchen das Kuchlbauer-Etikett auf dem Weißbierglas (Sportsfreund 0,5 l 3,00 €) zudreht!
Halleluja-Auftakt? »Gazpacho« Kaltes Gemüsesüppchen mit gebratenem
Gemüse und spanischem Schinken (7,50 €), das liest sich toll und
sieht noch viel besser aus. Ein Meisterstück, wäre der Paprika
gehäutet gewesen. Wer die eigene Messlatte so hoch legt, sollte dies
tun! Danke. August 07 |
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sehr seriös am rauschenden Bach Dem innen ausgesprochen schmuck-feinen Haus mit gut belüftetem Balkonfreisitz, auf dem man deshalb auch mittags angenehm speisen kann, wenn drunten im Etschboden bullige Hitze Messer und Gabel verbiegt, dem Holzneranwesen also, gehört eine hochinteressante, anmachende Einmaligkeit: Das kuschelige, beheizte Schwimmbad mit Wasserfall ist trickreich und spektakulär ins felsige Ufer des Prissianbaches hineingezaubert. Mit diesem Paukenschlag kann die Küche natürlich nicht mithalten, aber der Wirt strengt sich an und hat seinen guten Ruf bei der eigenen Konkurrenz sogar stets verbessert. Mein Lieblingskoch Gamper drüben in Vellau sprach nur bestens über den Mohren, und der Bursche weiß wirklich, wie gute Küche in ansprechendem Ambiente aussehen kann. In meiner Normalgutessergunst haben weder die bejubelte Sterneköchin Anna Matscher im Tisenser Löwen noch Jungspund und Sterneverlierer Christian Kirchsteiger in Völlan eine Chance gegen den Mohren. Leider kam ich nicht in den erhofften Genuss einer vogelwilden Bergbach-forelle, weil die Biester in dieser Hitze nicht beißen, meinte der Wirt, erst am späten Nachmittag hätten sie Bock auf Alois Dirlers Bratpfanne. So wurde es also nichts aus der Forelle Müllerin mit Kartoffeln (12,50 €) und ich stürzte mich in meinen Testklassiker Tomatensalat mit Zwiebeln (3,50 €), der überall im deutschsprachigen Raum von mir bemeckert wird: Zu teuer, trotz der roten Zwiebeln, die ich auf Wunsch bekam – lobenswert. Zum Mohren macht keine Ausnahme. Jammerschade. Dann packte ich Heu + Stroh nach Art des Hauses (6,00/7,50 €). Die Art des Hauses ist ausgezeichnet. Bin ich froh. Schön, dass es große und kleine Portionen gibt. Unbedingt anzuraten ist ein Bettchen im Haus auszuprobieren (schon wegen des Bades im Bachfelsenufer), weil Holzner auch noch Wein anbaut, ganz beachtliche Tröpfchen. Im Urzustand nebenbei zu besichtigen, wenn man die Serpentinen nach Nals, ins Weißweindorf, hinunterschaukelt. Wichtig ist
auch zu wissen, dass Holzners Bruder Prissians Schloss Wehrburg
bewirtschaftet. Man sagt, dass in dessen Gemäuern sogar hartnäckigste
Jungfrauen ihr Jawort liebend gerne los geworden sind. |
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angebaut, abgebaut? Es war mir
klar, dass es nicht ohne Folgen bleiben kann, wenn MotoguzziSilvi mit
HarleyJochen nach Dienstschluss direkt über der Wirtschaft immer
kuscheln geht. Vor sieben Wochen trat dann, überraschend, KawasakiHanna, auch Johanna
genannt, in die Familienmitte, wieder nach
Dienstschluss, so gegen ein Uhr, und meinte, kaum dem schützenden
Schoß entfleucht »Kann ich dir helfen, Mama?« Am Nachbartisch zahlt der Papa fassungslos für den offenen Normalwein im Glas 2,60 €! Für etwa 0,1 l! Frau Wirtin errechnet 15,60 €. Ich verstehe seine Entrüstung, denn dafür bekommt er in Tirol eine Flasche ausge-zeichneten Veltliner oder bei uns daheim besten Frankensilvaner. Oh, oh, kleine KawasakiHanna hilf! |
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neue Besen kehren? Sommer an
der Etsch. Heißer Mittag. Gegen 14 Uhr tun sich erste Lücken auf dem
Parkplatz auf. Otto Mattivis Geschäftsweltkantine, ein Musterbeispiel
an Beständigkeit: »Köche kommen und gehen, doch der Otto bleibt immer
bestehen«, geht mir durch den Kopf. Im berühmten Keller des malerisch
ergrauten Beaus von Meran schlummern Raritäten im Rolls Royce-Format,
wie etwa das 18 l(!)-Fläschchen Cabernet »Löwengang« 1995 vom
Promiwinzer Alois Lageder für schlappe 1290 € oder ein Lamborghini:
5l-Nebbiolo Langhe »Spress« von Angelo Gaja, Jahrgang 1997 2582,50 €.
Doch auch ein Terlaner Weißburgunder aus der Klosterkellerei Muri
Gries, Jhg. 2005 für 16 € schmeckt bei Renato besser, als anderswo.
Vielleicht färbt die edle Nachbarschaft ab? Es bleibt,
allerdings haarscharf, die Krone des Löwen, weil das heimische Gewächs Sonja aus Burgstall
so herzlich und bildhübsch bedient, dass es beinahe unbezahlbar ist. |
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Bäderdreieck Special |
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holz vor und in der hüttn? PfennigFliegenThomas,
der mit dem treuherzigsten Blick, den ein Mensch drauf haben kann,
professioneller Serviceschluffer, lief mir als erster
über den knallheissen Weg. Er sah sofort, dass ich gerade am Ende des Tal des Todes
herumwurschtelte und donnerte in 0 auf 200 ein eiskaltes Pils auf den Tisch, drehte das
Etikett in mein Stieren und grinste mir ins schweißnasse Gesicht. An dieser Stelle
unterbrechen wir die Berichterstattung in dieser Form, die die ranke
Wirklichkeit leider nur recht unvollständig wiedergeben kann
und machen einen sachlichen Versuch. Schnell noch: Ziehen Sie sich doch mal eine
angeschickerte, perfekt gebrezelte Blondlady rein, die genussvoll an einer Davidoff
nuckelt, mit einem Griff, der dir Hören und Sehen vergehen lässt. Na bitte, meine Rede! Habe ich nicht mehr alle Tassen im Schrank? Ich habe nicht mehr alle Tassen im Schrank! PS: Aufschlüsselung dieser Bewertung: Ambiente 1 + Getränke 1 + Essen 2 + Service 1 + Zigarren 1 + Gäste 1, macht zusammen sieben! |
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halleluja? Haarscharf
daneben! Da saß ich nun in der handtuchbreiten, kleinen Gasse vor dem
kleinen Lokal mit der kleinen Copperfield-Küche und mit der kleinen Karte und war sicher,
dass es nur besser werden kann. Außerdem freute ich mich auf die Auflösung
meines privaten, thermalnassen Pfannenwettstreits. Weiter mit von der Partie:
Helena, tschechischer Knettiger aus der Budvar-Prager-Ecke. Sie vertrat das
weibliche Element (scheinheilige Formulierung). Für den Gedeckpreis von 2 brachte die wahrlich herzwarm und natürlich kompetent bedienende Wirtin warmes Baguette und einen geradieserlten Aufstrich. Nicht zu beanstanden, nur ab einer gewissen Preisetage mag ich diese antiquierte Gepflogenheit nicht und lasse mich lieber aus der Küche grüßen. Entweder hat Hager nicht gegrüßt, oder ich habe es vergessen. Beides schwach. Arndt punktete sehr deutlich. Meine handgemalte Vorspeise: Hausgeräucherte Entenbrust auf Quitten-Marillenconfit (9,50 ) mit einer Scheibe schwarzer Nuss als Dreingabe. Gaumenjubel. Halleluja. Diese Runde geht aber wegen des reizvollen Schärfespiels von Arndt trotzdem knapp nach Bad Birnbach. Knusprige Entenbrust auf Balsamicokirschen dazu gebackener Grießstrudel (16,50 ) bekommt ein Halleluja für die, die es so mögen. Es ging nicht bei mir, beim besten Willen, der Grießbrei meiner Kinderzeit ist brandmalig. Aber ich habe zumindest probiert und bekam einige Scheiben Serviettenknödel als Ersatz. Also noch einmal: Ein Halleluia für die fruchtstarke Kirschsoße und das lehrstückhaft zubereitete, rosafarbene, butterzarte Fleisch mit seiner knusprigen Haut. Klar für Schärding. Terrine von weißer Schokolade und Nougat im Baumkuchenmantel auf Früchtespiegel (6,70 ). Leider verbietet es die Etikette auch oder gerade in Österreich, die Dessertteller abzuschlecken. Ein großes Manko. Halleluja. Hager gewinnt. Addiert man die Preise, so kostete mein
Privatmenü 32,70 und lag damit im Rahmen des 3 gängigen Menüs für 35,00 .
Die Getränkepreise sind eher moderat. Damit steht nun auch das Resultat meines privaten Gaumenkoch-topfwettstreits fest: Arndt vom Sammareier Gutshof gewinnt knapp nach Punkten vor Hager im Kupferpfandl, Frau Resch in der Hoftaferne und Feix im Columbiahotel. Das Kupferpfandl bieten eine inzwischen viel beachtete Leistung in einem schmucken, romantischen Westentascherl der weltberühmten Silberzeile. Abschließend theatralisch schmerzend: Wer hierher fand,
egal, wie weit, |
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halluzinationen? Die Uhr schlug 12. Die Hitze flirrte über dem heißen Sand des Parkplatzes. Eine Fata Morgana? Die heilige Johanna stand plötzlich unter dem knallblauen Himmel und sprach mich an. Ich rieb mir die rotgeränderten Augen. Sie trug feinste Ausgehklamotten, nicht bieder, eher frech, ihre Weiblichkeit betonend. Kein Dirndl. Keck die Kurzhaarfrisur. Ein Engel? Aber doch nicht in Niederbayern, das haben die droben doch zum Sperrbezirk erklärt, schon seitdem Holzapfel, Zwick, Hartl und Weber das Sagen haben. Aber ich erkannte die Stimme, es war die von Hansi! Ziemlich bedeppert ging ich in den Biergarten mit den drei Kastanienriesen, die wenigstens glaubhaften Schatten spendeten. Im Nachhinein besehen, würde ich es als beknackt bezeichnen, dass ich unter diesen Umständen den Wasner testen wollte. Bestimmt hatte ich Fieber. Das Birnbacher Taj Mahal bediente mich. Da können jetzt nur Insider runterbeissen, alle anderen müssen hinfahren. Bei dreißig Grad eine Leberknödelsupp'n (2,80 ) schlabbern ist in meinen Augen pervers. Die Wasnersche Ausgabe in der festen, dunkelbraunen Brothülle passte zwar zur afrikanisch-schwarzen Temperatur, aber nicht zu mir. Ich mag ihn so nicht und pullte mühsam etwas Teig heraus, zur ausgezeichneten Fleischbrühe mit Schnittlauch. Der Mittagsrenner hieß Bauerngröstl auf Kartoffelpuffer (4,90 ) und berichtete, wie hart die Landmänner im Rotttal arbeiten müssen. Nur nach solchen, ureigenen Wasnertellern stehen sie den Nachmittag durch. Viel, viel gebratenes, deftig nussiges Schweinefleisch mit Krusterl (die eigene Metzgerei lässt grüßen), in urige Fetzen tranchiert, massig Gemüse und Zwiebel, eine kernige, klare Soße und zwei Reiberdatschi in Wagenradgröße als Unterbau. Wer nach diesem Renner keinen Bauernhof zum Abarbeiten hat und nur mit der Frau hier Ferien macht, hat jetzt ein Problem. Oder die Frau. Taj Mahal meinte auf eindringliche Befragung, dass der Sülzenstand der hausgemachten Tellersulz mit Bratkartoffeln (7,50 ) natürlich haus-gemacht sei. »Sauer macht lustig« sagt der kluge Volksmund, deshalb verdrückte ich den schön saueren, nicht hausgemachten, klaren Wackelpudding mitsamt dem Bisserl Schweinebauchbratenfleisch nebst Eiradl und kartenblattdünnen Gurkenscheibchen und hatte ein Problem. Die zwar überfleißig gekümmelten Kartoffelscheibchen, sehr kasig, zwiebel- und speckfrei, dafür fetttriefend, schmeckten manchmal wie angebratene, überstandige Salzkartoffel. Ich aß sie nicht wirklich. Habe ich nun beim Wasner gesessen und gegessen,
oder war alles nur eine fade morgana? Die Tellersülze, bitte, bitte, sicherlich! |
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klappert die mühle? Heftig. In allen möglichen
Druckwerken inseriert
Familie Rieger für ihren Betrieb mit: rustikal, Gemütlichkeit, Bier- und Wintergarten,
gute Küche, üppigen Räumlichkeiten und differente Zimmer. Bei einer Mittagstemperatur
von 29° scheidet sich ganz schnell die Spreu Sonnenschirme vom Weizen
große Bäume der Draußensitzerei. Besonders freue ich mich über zwei ungewöhnliche
Getränkeangebote: Wegen meiner Enttäuschungen mit Asbach, Schambach, Mira, Federl
und dem Nikolaus in Bad Griesbach, mit Forster jun., Hinterecker und Pattenham, um nur
einige zu nennen, drängt sich mir langsam der Verdacht auf, dass man die Wirte im
Bäderdreieck ganz besonders mögen muss und auf keinen Fall kritisieren sollte. Sonst
darf man in Zukunft das patschnasse Bermudadreieck nur mehr mit Lunchpaketen von zu Hause
anfahren. |
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kulinarische trockensteppe? An vielen kühlen Tagen mag er ein Segen sein, nicht an diesem Sommermittag mit 32° Grad: Selbst der mieseste Windhauch verirrte sich nicht in den malerischen, aber vierseitdichten Innenhof mit seiner edelrustikalen, farbmutigen Tisch-Bank-Möblierung. Die Bedienung ist flink, nur leicht hitzegeschädigt.
Um mich herum nur Golf. Ohne jedwedes Problem. Sichtbar und hörbar. Als dann auch noch eine Fünfzigerin mit vollkommen für den Rasensport ungeeigneten Basketballbällen ohne den kleinsten Schwitzflecken auf der unnatürlich geweiteten Bluse neben mir, ich, wie eine gebadete Maus durchnässt, Platz und den Atem nahm, schleppte ich mich wie ein geprügeltes Kaninchen durch die inzwischen sechzig Grad heißen dreihundert Meter zurück. Als ich etwa 10 Kilometer später drei Mal um den göttlichen,
kühlgischtsprühenden Brunnen vor der Thermen-Emauskirche robbte, hatte ich das Gefühl,
ich sei gerade noch einmal davon gekommen. Aus dem Tal des Todes mit seinen grässlichen
Trockenhühnern. |
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klammheimlicher höhepunkt? Es genügten ein paar Schritte von ihr durch den
für mich reizend englisch getouchten Gastgarten, dann war mein Mund trocken.
Ich wusste, dass sie hier ist, von Hansi, der Wasnerwirtin. Der gehört nämlich der
»Sammareier Gutshof« sozusagen ganz persönlich. Die Andere, die mit dem frechen Gangwerk,
die also soll den Laden auf Vordermann beamen? Mit dem megafeinen
Gruß aus der Küche, einem kleinen Rindsfiletmedaillon auf Bandnudeln mit
Sommertrüffel begann ein Teufelstanz halbnackerter Engel, bei dem ich ärmlich irdischer Senilohaudegen am Ende auf der Strecke
bleiben musste. Da pfeife ich einfach auf moussierten Leberkäse! Selbst meine
gehassliebte Resch von der Neuburger Burg hatte plötzlich im
Gourmetgladiatorentellerrennen die Nase nur mehr hauchdünn
vorne. Zum Dessert und als solches saß sie ein paar Minuten an meinem Tisch. Aber nicht wirklich, ihre Augen huschten ständig durch den Garten, um den Feinschmeckerzirkus des Sammareier zu domptieren. Mensch Mädel, obacht, sonst frisst dich eines unschönen Tages kein Löwe! Nachtarock ohne Theresaschmäh: |
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king der b 12? Minister Miller hat den einen Hintereckersohn, den Hans mit der Post, in den kulinarischen Inngrenzlandhimmel gehoben. Man merkte es bereits auf dem Parkplatz. Ich hatte in ein ähnliches Horn gestoßen, bis ich auch andere Seiten des Herrn kennen lernte. Die waren so, dass ich ihn doch glatt kurz vor Redaktionsschluss aus Band 3 hinausgeworfen habe. Was mich natürlich nicht abhält, wenn ich des Wegs herumschmecke, wieder Mahl den Betrieb anzusehen. So das möglich ist und ich kein Lokalverbot verhängt bekam, wie beim Wirtsedel, nur weil ich die Wahrheit über sein schmuckes Töchterchen geschrieben hatte. Der Feinschmeckerfreisitz war nur teilweise eingedeckt, das wirkte richtig ungemütlich. Also rum ums Haus und in den Bier- oder Heurigengarten (das steinwurfnahe Österreich lässt grüßen). Faszinierend der riesige Sonnenschirm, das müssen mindestens acht Meter sein, farblich auf die Plastikbestuhlung abgestimmt. Es war hinten noch Platz frei, so konnte ich auf den vorderen Teil der Terrasse verzichten, an dem hautnah die B 12 vorbei donnert. Ankunft 20:15 Uhr. Der Garten ist halb voll. Das Mädel rennt
sich die Seele aus dem Leib bei rund vierzig Gästen. 20:30 Uhr: Speisenkarte bekommen,
Bestellung um 20.45 Uhr. 21:00 Uhr: Tomatencremesuppe mit Weißbrotcroûtons (3,00
). Ein Testklassiker schlechthin, an dem man ganz viel ablesen kann. Prompt
dümpelte in der cleanen, tomaten-fleischstückchenlosen roten Masse ein widerlicher Weißbrotmampf. Keine Spur von Croûtons. Raus damit, auf die Untertasse, bei sechs Mark
kann man nicht mehr verlangen. Dafür darf ich mir den Batz noch eine halbe Stunde
ansehen, Abräumen ist nicht. 21.15 Uhr, der gemischte Salat findet meinen Tisch. Die
Suppenreste bleiben. Vorzügliches Dressing für mundgerecht geschnittenes Grünzeug und
ein grässliches Tomatenachterl, das für die Farbe zuständig war. Auch da bleibt Einiges
im Teller, es ist mir zu strunkig. Ein gemischter Salat hätte mir mehr getaugt. Na ja.
21.50 Uhr, sie kommt! Auf einem wunderschönen speziellen Fischteller aus jungfräulich
weißem Porzellan. Fangfrische Forelle mit Kräutern gebraten, dazu Butterkartofferl
und Salat (12,60 ). Die erbetenen Bratkartoffel konnte ich nicht entdecken. Das
gestresste Mädel klärte mich auf: Das sind Bratkartoffel. Für ein Dessert hätte ich mir nach dem bisherigen Ablauf ein Zimmer nehmen müssen. Das wollte ich dann doch nicht. Ich müsste mir alte Speisenkarten des Hauses ansehen, um festzustellen, ob dem Feinkocher sein Ruhm nicht in den bauernschlauen Kopf steigt. Langsam (siehe oben), preislich (siehe oben) und überhaupt (siehe später). Der Parkplatz strafte mich
mit meiner Kritik Lügen. So stemmte
ich mich hinter einen Tschuschenlaster und haderte mit mir, weil ich wegen Lokalverbots
beim Braun in Schambach (siehe oben) kein Dessert schlabbern konnte. Das habe ich jetzt davon,
ich kulinarrischer Klugscheißer. |
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lieber koan herrn, als koa koaherrn? Lange wird es nicht mehr dauern, bis man mir die Testerlizenz entziehen wird, wenn ich mit solchen Kalauern daherkomme. Doch ist es eigentlich nur Lebensfreude, die ich damit ausdrücken will. Wenn es mir arg gut geht. In Schärdings noblem Gassenrestaurant Kupferpfandl, sehr malerisch, sperrte man mir mittags die Türe vor der Nase zu, zehn Minuten zu früh. Ehrlich. Vom Handy aus habe ich die Wirtin angemeckert, sofort. Hungrig und enttäuscht cabriolete ich, mit jedem Kilometer wieder besser gelaunt, über Obernberg zum Stift Reichersberg mit seinen sehr lebensnahen Augustinerchorherren und deren Wirtshaus nebst ausblickstarker Hausterrasse. Filiz lächelte mich liebevoll an und die heilige Helene, die einzige weibliche Leuchtturm der Welt, strahlte nicht weniger (haben diese Bauten so an sich) und überredete mich für frische Steinpilze in Rahm mit Semmelknödel und Kartoffel (11,90 ), von der Schiefertafel. Während ich auf die Könige des Waldes wartete, versicherte mir
Helene, punkrothaarig, auf die Frage nach »selbstgemacht«, dass sie nicht einmal einen
elektrischen Büchsenöffner haben, weil sie keine aufmachen. »Pfanne- und Töpfekoaherr« Josef
Hödl, eher von der Spezies handfester Kerl, macht alles selber, sogar die Gulaschsuppe mit Hausbrot
(3,60 ). Diese Serviceperle war so rustikal
direkt, dass mir nichts anderes übrig blieb, als zu glauben. Man merkte das nahe Kloster,
besonders dann, als die stimmgewaltige Glocke mitten in meine waldwuchtigen, sahnetrunken
Schwammerl mit dem Lockerknödel hineintönte, so krass, dass nur noch Don Camillo ums Eck
biegen konnte. Jetzt gehe ich einmal davon aus, dass einen Teil der Pacht der
liebe Gott ausgeben darf, dorthin wo es gerade am meisten brennt, dann passt das schon. |
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die niederbayerische loire? Heute Mittag war ich auf dem Genfer
Automobilsalon in der Serengeti und habe italienisch gegessen, Spaghetti Penningese mit
original Rotthal-münster-Asmonte Parmesan und dem Sonntagsbraten der Golfer, Wiener
Würstl. Einem »on dit« zu Folge würde er sehr gerne die weltbekannte Dame aus dem Pariser Louvre an die HartlHills holen und golfwerbewirksam ausstellen: Das Löcheln der Mona Lisa. Ein richtig schönes, nicht zu edles Restaurant mit riesigem
Billardtisch, damit der gemeine Putter auch mal andere Löcher sieht. Dann eine
respektable Salatbar (4,90 ) mit Nachspeisenanhang, dennoch in ihrer Dimension eher
mit einem Sandspielhaufen vergleichbar, wenn schon kein Geringerer als Bernhard Langer
ganz andere, reizvolle Sandspielplätze in die Wiesen vor der Türe gegraben hat. Sollte Ihnen das zu viel Schmäh gewesen sein, das nächste Mahl esse ich etwas Gescheites und berichte ganz seriös, wie es gewesen ist. Jetzt gehe ich in Zeitlupe über den Parkplatz, um mein Aschenputtel zu entfernen, während der niederbayerische Transfahrmit pfeifend mit über fünfhundert Stundenzentimeter orografisch rechts den Fluss hinaufdonnert, Richtung Bronzegaul. Mein Gott, die Leute hier leben in einem Vierseitparadies.
Wirklich. |
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weltwunder? Millionen von Menschen haben unumstößlich entschieden: Das indische Taj Mahal gehört zu den sieben Weltwundern der Jetztzeit. Das Taj Mahal in Ortenburg, mitten im niederbayerischen Niemandsland gehört zum einzigen, tollen Dorfwunder Bayerns. So habe ich entschieden. Du stehst vor der leicht verhauten Eingangstüre und denkst, voreilig, in diese Bude gehe ich nicht. Steigerung: der Freisitz! Ein großer Fehler. Nicht machen. Es lohnen sich sogar die dreizehn Asphaltkilometer von der Griesbachtherme. Bestens ausgebaut, wald-romantisch, bilderbuchbäuerlich, in Ordnung. Drinnen, links und rechts, vorbildlich, richtig geschmackvoll eingedeckt. In auffallend schönen, abgestimmten Farbtönen. Mit Stoffservietten(!). Der Chef weilte nicht im Haus, dafür Tayyab Amir. Wieselflink, natürlich gut aussehend, wie alle Inder. Dal-Shorba (Linsensuppe), die Leberknödelsuppe des Taj Mahal. Mit drei Euro viel zu teuer, aber da diese Form von Preisschneiderei von allen Wirtschaften, egal welcher Nationalität, gepflegt wird, kann ich sie dem Inder nicht zu sehr ankreiden, doch wären 2 Euro für deren Inhalt immer noch reichlich bezahlt. Da ich schon bei den Preisen bin, mit gleicher Vehemenz möchte ich darauf hinweisen, dass ich die Linsenwaffeln, Papad, Nr. 124, die mit 1,50 in der Karte stehen, hier als kostenloses Gedeck gereicht bekomme. Und zwar nicht eine, sondern ein halbes Dutzend dieser krachreschen Köstlichkeit mit reichlich Ganges-Dips. Das kenne ich schon ganz, ganz anders. Beim Hauptgang verließ ich mich auf den Chef der einmannstarken Küchenbrigade: Ente Mango (zartes Entenbrustfilet mit frischen Mango in Mango-Safran-Cashewnuss-Soße, fein gewürzt)(12,50 ). Der Reis war beispielhaft körnig, ohne Safranfärbung und
aufgestreutem Herz. »Nur« frisches Grünzeug. Die sämige Soße stimmte, sie war
tatsächlich fein abgeschmeckt. Nur die Cashewnüsse fehlten. Ich fragte Amin. »Das ist
mit Mango.« Ich bohrte nach und meinte, dass die aber bei der Beschreibung des Gerichts
mit dabei stehen. »Dann hat er sie vergessen«. Freundlich lächelnd, aber bestimmt. Mit ganz gutem Gewissen kann ich also jedem raten, der aus der
Nudel- und Pizzaschlabberei ausbrechen möchte, nach Ortenburg zu fahren. Nur nicht
mittags, außer am Sonntag, denn da hocken die optimal gebräunten Männer am
Ende des Ganges. |
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unterm thermensternenhimmel? Jetzt haben Nürnberger Eis- und Lebkuchenfritzen, die mit der welt-bekannten Rederei und Versicherung im Hosensack, den niederbayerischen Warmwasserfürsten gezeigt, wie ein Stern ausschaut. Nicht der am Firmament. Das hängt hier voller Golfbälle. Nein, ein Essstern! »Ach so« denken Eingeweihte, wohl wissend, das Golfer am liebsten Wiener Würstl anschreiben lassen. Höre ich oft. Weil die zwar meist reichlich vorhandene Portokasse für Ausrüstung und Reisen drauf geht. Aber der Herr Beckenbauer und der Becker? Die brauchen den Stern auch nicht, denn die hartln treu. Und schöllern eher weniger. Bitte, für wen soll das begehrte Edelteilchen der roten Feinesserbibel aus Karlsruhe dann gut sein? Für uns natürlich. Als Golfersatz. Für Wirte, damit sie meckern können: Kocht auch nur mit Wasser! Das mag alles
sein. Vielleicht ist es aber das Thermalwasser? Wachet auf, ihr
Roßtäuscher, ihr knirschenden Hüftgelenke, ihr promi- und unprominenten
Diasporabesucher, weitet euren Horizont, der bislang spätestens hinter
Erding oder Landshut endete. Auf zur hoch Zeit (Diese Wortakrobatik stellt sich ein nach vier Pappbechern Thermalwasser. Vorsicht wegen Fluorgehalt). Bei meinem ersten Besuch, noch unbesternt, konnte ich den anfliegenden Mehrzack nicht ausmachen. Nun das zweite Menü. Im Beisein hiesiger Wirte, was jedweden Objektivitätsversuch bereits im Keim erstickte. Also packe ich es subjektiv. Ist sehr persönlich, daher festhalten. Ich kam fünf
Minuten zu spät, meine Tischgesellschaft zu früh. Sie waren gerade mitten in
den Lobpreisungen über das amuse gueule. Es hatte eine Art Leberkäsemousse
im kleinen Kelchglas mit Wachtelspiegelei und einer Süßsenfstraße auf
Leberkäsekrustel, über das Glas drappiert, gegeben. Ich bekam dann das auch.
Mein Fotoapparat streikte. Mein Gaumen auch. Unzählige Male in meinem Leben
habe ich Leberkäse gegessen, oft das Scherzl. Als Höhepunkt. Nahezu immer
köstlich. Oft frisch aus dem Rohr, mit Baumannsenf aus Rosenheim. Oft mit
einer köstlichen, salzigen Brezn. Mein Mund, mein Gaumen, mein Herz kennt
Leberkäse blind. Und verweigerte vehement die Ehrerbietung vor dem Feixkäse.
Ich habe es probiert. Essen konnte ich es nicht. Und jetzt kommt es: ich
konnte es nicht. Meine vier, in der kulinarischen Welt der Winkler, Filzmoos
und Witzigmann zu Hause, die flippten aus. Schade ist: Ich wäre so gerne 'mal auf dem Restaurantbalkon des Columbia gesessen und hätte dem lieben Gotte zugeschaut, wie er unsere Sonne am Horizont unvergleichlich versinken lässt. Dazu guter Wein von der kompetenten, gut aussehenden Katrin Feix, gutes Essen von Denis Feix und herzwarmer Service. Mehr bräuchte ich nicht. Doch, noch etwas: Einen Geldschei… in der Hose, denn wir fünf zahlten gut 800 Euro. Kleine Bedenkpause. Am nächsten Tag
fuhr ich nach Bad Birnbach. Zum weltberühmten Wasnerwirtshaus ohne Stern und
Hauben. Dafür mit Metzgerei. Und Sie wissen ganz genau, was ich gegessen
habe. |
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jamek zu lieben ist allzeit mein sinn? Fallen wir doch gleich mit der Tür' ins Haus: Für mich präsentiert Hartls König Ludwig beinahe das schlechteste Heurigenbüffet, das ich kenne auf der kalten Seite bestimmt. In Nussdorf würde das Etablissement kaum ein Silvester überleben. Selbst wenn inzwischen Japaner, wahrlich nicht kulinarisch gedopt, auch vor Wien keinen Halt mehr machen. Ganz Europa wird niederfotografiert. Und hungrig niedergefuttert und zugetrunken. Wer das Münchner Hofbräuhaus gegen zweiundzwanzig Uhr kennt, weiß, von was ich rede. Ende des Seitenhiebes. Zurück nach Bad Griesbach, zum Ziehharmonikaspieler aus dem nahen Bad Birnbach. Der geht bei mir links rein und rechts raus. Ich stehe auf der zigeunerhaften Wahnsinnszitterin am Wochenende und dem Jamek. Genauer, auf seinem grünen Veltliner, das Viertel für 4,60 . Doch das ist immer so gut eingeschenkt, das man mit spitzer Zunge zuerst vorsichtig abschlürfen muss, bevor ein anständiger Zug geht. Den es aber unbedingt braucht, um, wie gerade gesagt, durch die kalten Küchenkunststücke zu manövrieren. Schadlos. »Das sieht aber gut aus« stellt ein minzgrüner Pullover hinter mir fest. Seine karierte Hose nickt zustimmend. Das an Armen und Ausschnitt sichtbare Ende ihrer Golferbräune zeigt, dass sie immer noch nicht nackert über den Parcours lustsporteln dürfen. Wenn die beim Ballischlagen genau so treffsicher im Rasen herumstochern, wie beim Buffetkommentar, dann ist es jammerschade für das Greenfee. Stammt nicht aus einem Märchen, ist aber mitunter märchenhaft hoch. Der nächste Seitenhieb. Heute topp: Der Mozarella mit Tomaten. Er steht haarscharf vorm Eintrag ins Guinessbuch der Rekorde. Rubrik: Schlimmer geht's nimmer. Die Fleischpflanzl im Bonsaiformat bekommen ihren traumhaften Gusto durch Thai-Chilisauce, die inzwischen drauf und dran ist, Heinzs Ketchup in der Gunst der Esser zu überholen. Es zahlt sich aus: Welche Skatrunde war noch nicht in Bangkok? Wer hat noch kein Zweithäuschen auf einer der Badewannenwasserinselchen unter der Morgensonne? Mit Lotosblume im Teich, im Haus und unterm Bettlaken? Ich höre jetzt auf zu meckern, schlucke meinen Neidgeifer
hinunter und zahle beim echt freundlichen, kernigen, dressmanigen, krachledernen Ober, der
alle Thermengrauhaare, weiblich, in stille Verzückung beamt, renne in die
Parkhotelbar zum wohltuend menschelnden QuadHans, dem
Becher-Flaschen-Gläserjongleur, um zu vergessen, Hartz IV zu schlürfen
und zu ratschen. Wirklich. |
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chinesisches Thermenwunder? Nicht nur einmal haben mich Einheimische, echte, auf ihren Superchinesen am Ortsanfang hingewiesen. Ich war dann mal dort vor einigen Jahren. Danach zweifelte ich etwas am chinesischen Sachverstand der Thermalwasserbesitzer. Nicht Eigner, nein, nur Draufhocker. Die Eigner hocken auf dem Eigentum, das eigentlich allen gehören müsste. Kleiner Sidestepp. Und heute, nach der gestrigen Glutamatorgie in Europas größtem Thermalbad, in Bad Füssing? Die sogenannte »Thaikarte« im China Town unterscheidet sich in nichts von der Griesbacher Chinesenkarte. M3 heißt auf ihr die kostengünstige Mittagsnummer (7,00 ) für die Achtkostbarkeiten (scharf) mit Peking-Suppe (sauer-scharf). Generell: weniger Glutamat, aber immer noch schlimm genug, und
gekonnt null Geschmack. Natürlich auch keinerlei Schärfe. Mit einem 0,4er Mineralwasser knapp
zwanzig Mark, das ist nicht gerade wenig. Aber ich zahlte mit Trinkgeld zehn Euro. Na
bitte, das war doch beinahe geschenkt. |
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im tiefen keller? Was um alles in der Welt treibt ein Frauenzimmer aus Hongkong nach Bad Füssing in das Untergeschoss des Appartementhotels am Birkenweg? Was um alles in der Welt treibt einen Restaurantkritiker in ein Thai Restaurant in Bad Füssing? Wo um alles in der Welt sind die 8 Kostbarkeiten im preisreduzierten M4 (6,50 )? Warum um alles in der Welt wollen Sie das wissen? Sie wissen doch eh schon alles: Glutamat, Glutama, Glutam, Gluta, Glut * Was um alles in der Welt hat dieses Lokal mit Thailand gemeinsam? Gott sei Dank: Gar nichts. Sonst würde kein Mensch mehr dorthin fahren, selbst im größten sexuellen Notstand nicht. Da könnten einem die Lotosblüten allesamt gestohlen bleiben. Und Krabben, und Chili, und Bambus, und stopp, jetzt kommt es: es sei denn, Mann steht auf Glutamat. Dieses Glibberzeug, das Schwangere meiden sollten, wie der Teufel das Weihwasser. Dieses Geschmacksverstärkergewabere, das aus einer zerkochten Zwiebel angeblich eine provencalische Frischgemüseorgie zaubert. Diese Gallertmasse, die dafür sorgt, dass die Suppe in der umgedrehten Suppenschale pappt, als hätte David Copperfield am Herd gestanden. Das bringt es. Wenn es langsam erkaltet, kommt seine ganze Kraft und Schönheit erst voll zur Entfaltung. Dann zeigt es sich, wer das Land der Morgenröte wirklich liebt und nicht ko Stopp. Das Hühnerfleisch war mürbe. Die Sambalschärfe hat es dann letztendlich gebracht. Man nehme von ihr so viel, bis der Gaumen betäubt in der Mundhöhle wimmert. Dann rasch zahlen und gehen. Weit weg. Bis nach Honkong. *Ein schlechter Witz: Glut! Schlaftabletteneldorado! |
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kaum platz im platzhirsch? Die Wolken verheißen nichts Gutes. Aber noch ist es wundervoll warm. Die riesige Terrasse des italienischen Bäderplatzhirschen ist beinahe überfüllt. Mein Krückstock hilft auch dabei. Ein reservierter Zweiertisch ist frei. Knapp 70 Gäste können sich nicht irren. Oder? Eins ist unbestritten: Service freundlich und wieselflink, dazu eine einfallsreiche Karte im Tagesbereich mit vielen reizvollen Angeboten neben den üblichen Italoklassikern. Wirt Michele umsorgt mich, er weiß, dass ich Tester bin. Das tut auch mal gut. Für 4 bekomme ich eine üppige, sahnige, wohlschmeckende Tomatensuppe. Trotzdem, sie ist viel zu teuer. Aber alle Eurosuppen der bayerischen Gastronomie sind zu teuer. Da galt bei der Währungsumstellung einmütig bei fast allen Wirten: Kopfrechnen schwach. Sie werden dafür noch bitter bezahlen müssen. So viel zu diesem Thema. Die ersten Tropfen fallen, doch die beiden gewaltigen Markisen, etwas patiniert, schließen wasserdicht. Ob ich die Spaghetti, oder besser, lieber Spaghettini, wirklich
al dente möchte, meint Michele. Ich will und bin auch für picante bei der Soße. Und
genau so bekomme ich das Nationalgericht Spaghettini Bolognese (6,50 ).
Trotzdem bin ich nicht begeistert, denn das Katzenfuttersyndrom steigt langsam in mir
hoch. Obwohl ich natürlich noch nie Mietzeschlabber probiert habe. Ich weiß, es liegt an
der Hackfleischmischung und einem Allerweltsspaghettibolognesegewürz, das die
Stiefelsieder gerne verwenden. Meine Picantefassung verbessert die Situation Gott sei Dank
etwas. Wenn die im Gran Sasso eines Tages so kochen, wie sie nett sind,
dann hocke ich öfter auf ihrer Terrasse, als ihnen lieb sein dürfte. Und wenn es im
Wintermantel sein muss. |
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niedergang fortgesetzt? Ein bunt gemischtes Völkchen hockt unter den malerischen Bäumen im Wirtsgarten von Familie Haslinger und wartet auf den Sonnenuntergang. Der hat garantiert kühlere Temperaturen im Schlepptau. Also fackel ich nicht lange herum und bestelle als Vorspeise Blattsalat mit gebackenem Emmentaler in der Walnusskruste (4,80 ). Das liest sich gut und sieht auch recht gut aus. Der Preis ist eine kleine Sensation. Und die Sensation ist reichlich. Herz, was willst du mehr? Das kann ich dir schon sagen: Dass es köstlich schmeckt! Und gerade das tut es nicht, denn das Dressing ist langweilig, so wie der Käse. Den päppelt wenigstens seine Nusshülle auf, und Preiselbeermarmelade. Aus der Konserve. Anders wäre bei den schlappen fünf Euros wirklich zu viel des Guten verlangt. Mein Getränkethermometer zeigt 22°. Passt noch für den mittelameri-kanischen Hauptgang, Scampi mexikana mit Chillisauce, Gemüse und Kartoffelecken (10,20 ). Ein Berg. Acht(!) Riesengarnelen, eine trockener, als die andere. Das ist zwar auch nicht gerade lustig, wenn man weiß, wie die edlen Meerestierchen schmecken könnten, aber dann: Eine hat die Schlamperküche nicht ganz geschält. Geschickt schneidet sich die Schale in mein Zahnfleisch, weil der Saucenmatsch, der sie bedeckt, dies nicht erkennen lässt. Für diesen Schmerz kommt der Jungwirt bald auf meine Abschussliste. Insgesamt eine Knoblauchorgie, die aber sonst nach nichts schmeckt. Ich salze mir einen Wolf, strapaziere die Pfeffermühle und haue das Kohlgemüse vom Teller. Die Kartoffelspalten an sich sind wenigstens erdknollig, reizvoll schmecken sie trotzdem nicht. Fazit des lauen Abends: Meine Steinkartbegeisterung hat einen weiteren, noch heftigeren Dämpfer bekommen, den zu allem Übel ein Golffuzzi am Nachbartisch mit dummem Löchergelaber lautstark untermauert. Das Auto meint, es hat 19°. Gönne ich mir zur
Nervenberuhigung schnell noch eine Süßspeise beim weltbekannten, hochprozentigen
Dauerbrenner Rank im Thermenviertel. PS (Steinkart): Nachtarock mit erbärmlichen
Bratkartoffeln, wieder sehr schwachem Beilagensalat, nicht erkennbarem Rotweinjus und an
allen Ecken fehlendes Salz. Der Löwe ist damit weg. Aus, Äpfel, Abend. |
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biergarten oder wirtsgarten? Burgherr Ott mit seinem liebreizenden
Burgfräulein Nataschalina weilte im herrlich warmen, malerischen Biergarten und harrte der
klugen Gäste, die da kommen sollten. Und sie kamen, mit Kind und Kegel, denn im
Hoftafernenfreisitz findet die Bagage eine schöne Abenteuerspielecke, die, nach den
verknusten Pommes, den Eltern wohltuend die Aufpasserei abnimmt. Damit dieselben rasch
resch essen können. Als ich, offen, jetzt für alles, über die
Hügel nach Bad Griesbach heim-cabriolete zerbrach ich mir den Kopf, wann die Inn-, Ilz- und
Donautaler endlich begreifen, was sie an der Hoftaferne haben. Diese
Vierseithof-quadratschädel. Wichtige Ausnahme: ihre kerndlgefütterten Bilderbuch-weiber.
Ja, Weiber, nicht Frauen! »Gebenedeit unter den Frauen
« das sollte der Marktl-Papst ganz schnell wieder zurücknehmen in unserem Ave Maria. Dafür würde ich ihm
ein Zaubermenü in der Hoftaferne spendieren. Mit Fanta. Ja wärggli! (fränkisch;
Verzeihung Herr Ott) |
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Bäderdreieck Special Ende |
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hoch droben (in Metern) Die halbwüchsigen Äpfel im Etschgrund badeten in 26° warmer Luft. Man sah sie förmlich wachsen. Zum Mittagessen waren mir aber ein paar Grad weniger lieber. Also kurvte ich aus dem Weißweindorf Nals – zwischen Bozen und Meran – nach Sirmian hinauf, zu 22° unter einem Apfelbaum mit zwitscherndem Pirol und Zwölfuhrläuten vom nahen St. Appolionakircherl. Der Kirchenwirt dort hatte Ruhetag, was aber kein Schaden war, denn im Bilderbuchgarten des »Jäger«, ein paar Meter weiter bergauf, kann man sowie so viel schöner sitzen. Es gab, angesagt, ein Vitello Tonnato mit frischen Kapern und viel Fleisch, das aber etwas trocken geraten war. Doch die gute Thunfischsauce punktete das Manko weg. Dazu ein Geheimtipp der Nalser Kellerei, ein 05er Lagrein aus Gries, nicht schwer, aber rassig und fruchtig, fast süffig, ein Gedicht. Auch mit dem Klassiker Spaghetti mit Ragout (6,80 €) machte es mir Wirtin Angelika Öttl-Mair heute recht, ein Koch hatte frei, und sie musste ran an die Pfannen. Gut so! Endlich eine Fleischsoße ohne jegliche Futtergeruch und keinerlei Kochwasser. Dass die Nudeln passten, erwarte ich in so einem Haus als Selbstverständlichkeit. Überraschende Dreingabe: sehr freundlich unterstützte die Tochter den Papa im Service, denn ihre Pizzeria in Völlan hatte heute Ruhetag. Man sollte,
gerade im Hochsommer, beim Jäger ein paar Tage wohnen, wandern, essen,
trinken, atmen und die Seele baumeln lassen. Hier heroben leicht
möglich. |
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jammerschade Die Gier Ein paar Telefonate im Landkreis nach den edlen Stangerln blieben erfolglos. Auf was warten die denn? Bis sie ihre griechischen Einkäufe verscherbelt haben! Der Senior saß mit Freunden am Kachelofen, Wally sündelte – Erwartung erweckend gepierct – wieder durch die nahezu leere Gaststube, diesmal im weißen Top und der Mond übertraf alles um Lichtjahre. Dieses Mahl gönne ich mir die Variante mit Sc. Hollandaise (13,80 €) und Werbeoblate, Karin nimmt die heiße Butter (12,80 €) mit einem Grünen Veltliner (0,25 l 4,00 €) (Das Glas sah eher nach 0,2 l aus). Für uns beide gibt es eine Schinkenplatte (6,50 €) auf einem Holzbrettl, dessen Rusti-Patina mich wirklich nicht anmacht, eher das Gegenteil. Den vier Schinkensorten hätte ansprechendes Geschirr keineswegs geschadet. Die viel gepriesene, hauseigene Paartalnummer ist so geschmacksintensiv, dass sie mir zum edlen Gemüse zu würzwuchtig vorkommt. In meinem
speziellen Fall war ich aber froh darüber, denn die Hollandaise war
ein sensationeller Tiefpunkt. Auch die Kartoffeln hauten uns heute nicht von der unbequemen Bank in der halbdunklen Stube. Da Martha Stief die Teller nicht anwärmt, »genießt« ein Langsamesser, wie ich, am Ende ziemlich kalt. Damit keine Missverständnisse entstehen: Der Spargel kann kaum besser sein! Auch der Schnittlauch: tadellos. Als wir um Halbneun rasch die Gaststätte verließen, um vierzig Euro ärmer und eine Erfahrung reicher, waren alle gegangen. Was steht so vielsagend auf der Rechnung: Busse erwünscht. Und der Mond strahlte auch bei der Heimfahrt riesig über's ganze Gesicht, er übertraf alles um Lichtjahre. Sag ich
doch! |
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im dunstkreis der stangen Zum letzten Mal, der Dunstkreiskalauer. Endlich, der Klimawandel hat auch seine guten Seiten, haut es sie aus der Erde, unter die Folie. Dann müssen sie raus, ganz schnell, gestochen von Rumänen und Polen und von weiß Gott wem. Die große Zeit von Martha beginnt. An diesem Werktagabend mitten in der Woche ist es still beim »Roßwirt«. Ein Kartlertisch, der Senior an seinem Stammplatz und ein paar Vertreter in meinem Rücken. Und Wally. Ihre zu tiefst weiblichen, überreichlichen Formen, in moderne Hopfensackrustikalität mühsam verpackt, trocknen sofort meinen Gaumen aus, während sie sich an den Männertisch wanzt. Die brauchen gleich eine Runde Schnaps. Meine auferlegte Fastenzeit ekelt das kalte Mineralwasser (0,5 l 2,20 €) durch die Kehle. Beinahe zitternd warte ich auf den großen Augenblick. Nein, nicht den, den Sie jetzt meinen, dafür habe ich zwanzig Lenze zu viel auf dem Buckel und Kilo um den Nabel. Länglicher Spezialteller. Sie liegen vor mir. Auf den Millimeter gleich lang, gleich dick, gleich zart, gleich bissig, gleich weiß, gleich großartig. Das Nirwana des Spargels: Spargel mit Butter und Kartoffeln (12,80 €). Von Martha. Wally mag es gerne eng, ganz eng, erklärt sie gerade den Preussen, und drückt sich auf die Bank an einen armen Kerl, dem es sofort die Schusser beängstigend herausdrückt. Was gäbe ich jetzt dafür, arm zu sein? Tausend Martha-Teller? Nein! Ich beginne am unschuldigen Hintern und genieße mich dann vor, zum himmlischen Kopf. Noch ist die Butter heiß. Der ein Jahr herbeigesehnte Zungen-Gaumen-Orgasmus beginnt. Und wiederholt sich zwölf Mal. Oder habe ich mich verzählt? Ich Depp habe zu wenig Trinkgeld gegeben. Wally schaut mich finster an. Besser so, herzoffenes Lachen ist mir sowieso lieber. Außerdem kuschelt sich der senile Genießer nach solchen Höhen besser alleine in die Kissen, damit es nicht zu enttäuschenden Tiefen kommt. Es sei denn,
die Tiefen wohnen tief, ganz tief, in der Wally … |
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im dunstkreis der berge Sonderfall: Ein kulinarisches Ortsbild Ober au dorf. Der Name ist Programm, müssen wir argwöhnen. Erste Station: Bernhard's In der Ortsmitte, im Hotel mit Namen Alpenhotel. Nicht verwechseln mit Alpenrose oder Alpenhof. Der
Schweizer hat es hell und gediegen, beinahe toskanisch heiter
eingerichtet. Die Speisenkarte animiert positiv. Die Preise
suggerieren große Küche. Der Service ist freundlich oder distanziert,
wie man es erwischt. Zweite Station: Mamma Lucia (alter Name) Der
Ortsitaliener auf dem Weg nach Nieder au dorf mit schönem Freisitz und
schlechter Beurteilung in meinem dritten Band. Dritte Station: Bayerischer Hof Hübsch bayerisch eingerichtet, so, wie es sich der gemeine Tourist vorstellt. Kaum jemand da, der Service freundlich, das Essen ungenießbar. Es geht zurück, dafür gibt es einen Obatzt'n, der nicht einmal in der Karte steht - und gut ist. Immerhin. Vierte Station: Waller Kaum
schwärmt der Feinschmecker in einer Sonderbroschüre über das schöne
Bayern, stehen viele fremde Kennzeichen vor der Tür. Fazit: Die gerechte Strafe, weil wir nicht bei Jürgen Carbon, dem verqueren Wirt vom Berggasthof Buchau geblieben sind. Die beiden preußelnden Damen am sonnigen Nebentisch schwärmten sich für sein Rindgulasch mit Mais-Parmesan-Polenta schier den Wolf. Wahrscheinlich sind sie Jürgen-Faninnen, so wie ich Jürgens Sabrina klammheimlich, tief drinnen in der Brust anhimmle. Inzwischen geschlossen. (Juli 07).Wir kapieren: au ! Oh mein
Gott, in Buchau ist auch ein au!? |
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im dunstkreis der sudpfannen in qype Welch ein Name, welch ein Wirt, welch eine Tradition und welch eine Enttäuschung. Gleich vorneweg: Das beste an diesem Winternachmittag im Restaurant war der weltbekannte Schnautzer des Wirts und Exvorstands des Hotel- und Gaststättenverbandes von Oberbayern. Genau der, der dem Gallus aus Beilngries Platz gemacht hat. Damit der endlich auf höchster Ebene sein Unwesen treiben kann – oder wie soll man die Nichtraucherkapriolen des fülligen Zapfhahnstreichlers von der Altmühl sonst nennen? Ich konnte den noch nie leiden, seine Frau hingegen … Eine schöne Wirtschaft ist sie schon, vis à vis vom Rechts der Isar, da beißt die Maus keinen Faden ab. Das Krankenhaus war der Grund für unseren Nachmittagsbesuch beim Hagen. Wir waren ganz schön am Boden, mein Sohn und ich, hätten eigentlich Streicheleinheiten gebraucht, Aufbauendes. Das ging weder mit dem Braumeister Wurstsalat aus frischen Regensburgern mit Kas' und Hausbrot (6,80 €), der, nur gnadenlos kiersauer, nach Essigessenz schmeckte und nicht einmal mit roten Zwieberln etwas Interesse am Gast erkennen hätte lassen. Der Knusprige Jungschweinebraten mit kleinem Kartoffel- und Semmelknödel, dazu Speckkrautsalat (9,50 €), nicht einmal die wissen, wie man Schweinsbraten schreibt, glänzte durch Masse und zwei kleinfingerlange, tatsächlich knusprige Stückchen Schwarte. Von den beiden Miniknödeln fertigte der kartoffelige so stark, dass ich ihn liegen ließ und mich mit dem Semmelknöderl zufrieden stellte. Zwei Drittel des Tellers gingen zurück. Eine Gabel Krautsalat genügte vollauf. Sollte der Wirt jemals in Berlin Zeit haben, dann rate ich ihm dringend in der »Ständigen Vertretung« Nähe RTL-Studio zum Krautsalatstudium. Aus. Gilt nicht für das tapsige, wundervolle dunkle Weißbier der Franziskaner (0,5 l, 3,70 €). Der
Servicemann war schnell und höflich. Warum steht
der SalvadoreDaliSchnautzer nicht in den Enttäuschungen? |
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ein Wort in eigener Sache
Bis auf weiteres werden wir in Pfaffenhofen/Ilm und der näheren Umgebung nicht mehr im Internet auf unseren Seiten kritisieren. Die Tests werden jedoch gespeichert und zu gegebenem Anlass veröffentlicht. Wir bitten
um Verständnis. |
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peirats neit Hätte man mir gesagt, dass ich mich bei der Miesbacher Schatzinsel für 40 Euros um einen vernünftigen Sitzplatz schlagen muss, hätte ich die entsprechenden Waffen mitgenommen. So stand ich ziemlich stinkig inmitten der bunt gemischten, einheimischen Silvesterfeierbagage und drängte pünktlich um Neun auf einen nichtssagenden Sekt zu, der im Preis enthalten war. Da meine hundertfünfundzwanzig Kilo doch eine beachtliche Bewegungsenergie entfalten, wenn sie einmal in Drall versetzt wurden, erhaschten wir gerade noch einen glitzerig kaschierten Biergartentisch – zumindest ließen seine Ausmaße auf eine solche Herkunft schließen – in vorderster Front, nahe an den später immens dröhnenden Lautsprechern einer mobilen Diskothek. Erfreulicher Weise traf der DJ weitgehend den Geschmack meiner Gattin, so konnte ich mich dem kohlfinsteren Piratenbuffet namens »Schatzinsel« hingeben, um dort meinen Geschmack zu befriedigen. Hätte ich eine Taschenlampe dabei gehabt, es wäre traumhaft gewesen. Oder auch nicht? Der Mantel der Düsternis deckte letztendlich die Schwachstellen der Benschen Südseefreuden gnädig zu. Was will man mehr für 40 €? Ich möchte nun nicht auf alle Details des Pirateng'schladers (frei nach Qualtinger) eingehen, doch Einiges muss ich einfach los werden. Die Tomaten zum Mozzarella passten: geschmacksneutral. Das galt nicht für den Thunfischsalat und die üppig vorhandene Thai-Chili-Sauce. Bewährt vernichtete sie jegliches Eigenaroma der Satee Spieße oder Kohlröllchen. Gut so! Was nützen Birnen mit Gorgonzolakäse zum Rindersteak, wenn das selbige zäh ist, wie Bohnenstroh? Die arg trockenen Hühnerbrustfilets in Mandarinen-Kokossauce lesen sich viel besser, als sie schmeckten. Die Scampispieße mit Feigensauce und Papayaspalten waren für mich das Highlight auf der Insel. Wenn ich als Erzsüßigkeitenfan nach vier Versuchen bei den zermetzgerten Zuckerhaufen aber auch nichts für meinen armen Gaumen fand, dann muss es schon schlimm gewesen sein. Und das war es auch. Die Weinauswahl (2 Angebote) war erbärmlich, rechnet man die 0,2er-Gläser (4,90 €) hoch, wäre man damit günstiger zurecht gekommen, als mit einer Flasche für 21,50 € (0,75 l). Wer nicht schnell genug das langweilige Gesöff schluckte, trank am Schluss brühwarm, denn Kühler ?, doch nicht bei 40 DMark! Das Mineral in der Flasche war einfach medium, punktum fertig. Positiv: Das Mädchen, das uns bediente, 45 Minuten nach Südseeöffnung, war wirklich bemüht. Aber dann, dann um Mitternacht, der große Auftritt, warum wir eigentlich ein zweites Mal nach Miesbach gefahren sind: im wahrsten Sinn des Wortes: Das Brillant-Feuerwerk der Superlative, geschossen von den hauseigenen Pyrotechniker!!! Alle Essmissstände waren mit einem, ja mit hundert Schlägen vergessen. Halleluja! Zurück zur Schatzinsel, Freude auf eine schöne, feurige Gulaschsuppe. Ungarn liegt nicht in der Südsee, kapiert? Dafür dümpelten Reste einer entsetzlichen, scharfen Hühnersuppe(!) vom Abendbuffet vor sich hin. Nein, deine Suppe ess' ich nicht. Als dann am
Morgen das Frühstücksbuffet mit seinen bekannten Macken, wie harter
Speck, kalt, büchselnder Obstsalat, keine anständige Wurstwahl, Lachs
ohne Saucen, ohne Meerrettich, nicht einmal auf den vom Italiener-Wein
angeknacksten Magen einging, nix sauer, nix deftig, da stand für mich
fest: Miesbach auf dein Brillantfeuerwerk werde ich in Zukunft
schweren Herzens verzichten müssen. |
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hurra, hurra die post ist da Ein Schwung fremdländischer Autonummern wies darauf hin, dass einigen Deutschlanddurchbretterern Hohenkammer ein Begriff ist. Wir waren mindestens 10 Jahre nicht mehr da gewesen, auch der abgasumwobene Biergarten, am Kirchenberg muss jeder Gas geben, der letzten Jahre konnte uns nichts abgewinnen und zu einem Besuch verführen. Ein Gutscheinbuch, sattsam bekannt, gab dann doch den Anstoß für die Einkehr. Die Speisenkarte ist überschaubar mit keinerlei Besonderheiten an diesem Abend. Die Bedienung kennen wir vom nahen Hörger in Hohenbercha. Sie ist freundlich und schnell. Wir bestellen: Knuspriger Entenbraten mit Kartof-felknödel und Blaukraut 11,90 € für mich; Bernd hat, wie immer, großen Hunger und versucht seinen Klassiker Schweinefilet in Champignonrahm-sauce mit Butterspätzle und Salat 13,00 €; Verna, vegetarisch, bekommt Chinesische Nudeln, gebraten mit asiatisch-scharfen Chinagemüse 7,50 €. Der erste Eindruck: satte Preise. Die Auflage
von § 6 erfüllt das Haus nur mit alkoholfreiem Bier, das finde ich
nicht o.k. für Jugendliche. Auch das Mineralwasserangebot ist
merkwürdig: es gibt keine Flasche normales Gesprudle, nur medium. Es
bleibt lediglich der Ausweg zum 0,4 l-Glas für 2,10 €. Das Weinangebot
ist schlicht, leider in 0,2(!), was ich hier aber erwartet habe. Dann naht
wieder das, für uns inzwischen amüsante, Theater mit dem Gutschein.
Prompt stehen das teuerste und zweitteuerste Gericht auf der Rechnung.
In fünf Häusern hatte man das mit uns bereits vier mal versucht. Immer
wieder kommt das depperte Argument mit den Pärchen. Man kann daran gut
ablesen, für wie dumm die Wirte ihre Gäste halten. Offensichtlich mit
gutem Erfolg. Sonst würden sie es ja nicht immer wieder versuchen. Als
der Wirt sich dann auf der korrigierten Rechnung auch noch zu unseren
Ungunsten mit über einem Euro »verrechnet« sind wir verärgert. Leider! |
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der schnitzelwirt in qype Der Fahrer
des Heizölwagens schwärmte in den höchsten Tönen vom Fahrenzhauser
Geheimtipp »Schnitzelwirt«. Gut ein Jahr habe ich gebraucht, um seine
Begeisterung endlich zu ?untermauern?. Aus
Chronistenpflicht werde ich mir trotzdem einmal ein Schnitzel bringen
lassen, damit ich die Begeisterung meines Ölkutschers verstehen kann –
oder nicht! |
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