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07-03-10 10:46

... um Topf und Kragen
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bereits 10.742 Besucher unserer Tests in Restaurant-kritik.de (22.08.08)

Wirtsstadl
Asenham
2-
Hoftaferne
Neuburg am Inn
4
Wasner
Bad Birnbach
2-
Altbirnbach
Bad Birnbach
2-3
Brasserie
Bad Griesbach-Therme
(2)
Kupferpfandl
A-Schärding
+2
zum Heurigen
Bad Griesbach-Therme
4
Jäger
I-Sirmian/Nals
2
Helener Pichl
I-St. Pankraz
3
Hidalgo
I-Burgstall
3
Wezl
I-Riffian
3
LGH beim Kargl
Saulgrub
2
sakrisch guat
München
3
z Aumeister
München
2
Maxlmühle
Valley
+2
Klosterstuben
Scheyern
4
Da Flavio
Pfaffenhofen/Ilm
2
Klosterstuben
Scheyern
3
 

 rot unterlegt: eigentlich traurig!

Nachbarn: (I)= Italien (A)= Österreich (F) = Frankreich (N)=generell
kursiv= wesentliche Änderungen oder aus

 SUPER, beinahe Halleluja

Trennlinie

 

 

Niederbayern

Landgasthof
Wirtsstadl

Wirtsberg 8
84364 Asenham

Wirt: Gerhard Böckenholt
Koch: der Wirt
Service: der Wirt

tel:  08563-977590
Ruhetag: Montag

Reiberdatschi

 
kirchenwirt in rein-
               und feinform

seit 01.12.08: es war einmal. Der neue Wirt heißt Meier und kommt aus dem Ort (wir haben diesbezügliche eine eMail erhalten!)
Januar 09

Ein Wirt neben der Kirche ist in Bayern meistens eine feine Sache. Leider nicht immer. Und immer weniger.
Asenham in den toscanischen Südhügeln der Rott hat einen Kirchenwirt. Jetzt wieder. Eine feine Sache. Die Achterbahnfahrten in einem der schönsten Wirtshäuser im Thermen-Golfeldorado ist zu Ende. Weil es ein Westfale nicht mehr mit ansehen konnte, was da oben neben dem Gotteshaus Grausames passierte. Über München, den Bayerischen Wald und Bad Birnbach hat es ihn nach Asenham verschlagen. Jetzt wohnt er da und versucht das beispielhafte Ensemble mit dem original böhmischen Gewölbe zu dem Leben wieder zu erwecken, das ihm gebührt. Ich kenne es aus der Gründungszeit mit Manfred Freudenstein, da brummte der Laden ohne Ende. Doch irgendwann trampelten andere fragwürdige Pfannenschwinger alles kaputt. Der Wiederaufbau macht Böckenholt ganz schöne Probleme. Man muss ihm helfen. Er verdient es irgendwo. Denn er ist ein Mensch. Mit einem guten Gaumen. Ein Genuss.
Er macht im normalen Betrieb alles alleine. Kochen und Service. Pfannenschwinger und Tellerwäscher. Er ist Solist, weil das kein Weib mitmacht. Er ist Autodidakt am Herd. Er macht es gerne und flink. Er kann es ziemlich* gut.

Er ist ein Geheimtipp.

Nachbar lieber Gott halte bitte Deine schützende Hand über den Gerhard und seinen Hund Franco. Vielleicht kannst Du Deinem Rentnerpfarrer in Birnbach in der Nacht erscheinen, damit er nicht immer zum Winbeck rennt, der für ein läppisches Rottal-Bauernentenviertel, so es überhaupt stimmt, über zwanzig Mark nimmt. Wenn Hochwürden rumerzählt, was es mit dem Wirtsstadl von Asenham auf sich hat, geht es dem da oben besser und der Holzhamer wird um keinen Cent ärmer. Das holt der nämlich im Schlaf beim weltberühmten Karpfhamer Sauffest in fünf Minuten wieder herein.

Die Leberspätzlesuppe (2,50 €) kenne ich im ganzen Gäu nirgendwo besser. Erster Hammer: Halleluja!
Donnerstag ist Datschi-Tag: Reiberdatschi mit Tomaten und Käse überbacken, dazu Salatteller (6,50 €). Saftig, köstlich, Spitzensalat. Zweiter Hammer: Halleluja trotz Preis!
Härtetest: Zwiebelrostbraten mit gedünsteten Zwiebeln Bratkartoffeln und Salat (11,50 €). Dritter Hammer: ein ausgezeichnetes Fleisch ohne jegliche Flaxen, saftig, präzise gebraten. Himmlische Soße: Hallel … halt, die Bratkartoffel sind Röstkartoffel. Und den abbestellten Salat hat er verrechnet, muss ihm schon ganz schön nass neigeh'n**. Also kein Halleluja. Auch die Forelle Müllerin am Freitag schafft bestenfalls einen Dreier. Dem Himmel sei Dank, denn sonst hätten einige Rottaler Pfannenrührer ob meiner Lobhudeleien ihrer Bedienung vor Wut in den Hintern gebissen. Ob die das mag, wissen die Götter. Die Wirtin mag's sicher nicht.

Ich vermute, das wird ein sehr klerikaler Testbericht.

Auf den Kaiserschmarrn mit Kompott (6,00 €) habe ich verzichtet, aber ich weiß, dass der Rottalpreusse den bestimmt auch drauf hat. Mit karamellisieren, Mandeln und Weinbirln. Besonders geil, wenn er Zeit hat.

Auf dem Weg ins Hotel bin ich beim Geburtshaus des Hl. Bruder Konrad in Parzham vorbeigefahren und habe ihm die Geschichte erzählt. Er hatte keine Ahnung, wie so viele hier. Aber er wird sich drum kümmern. Und ich werde anschieben, wie ein Geisteskranker. Für einen Journalisten ja keine große Leistung.

Esspatrioten des Bäderdreiecks reißt Euch zusammen: Asenham darf nicht sterben. Erst recht nicht, weil der Friedhof vor der Haustüre ja nur drauf wartet.
** zum Abschied gab es einen Espresso aufs Haus

*Beim Freitagfischtest kam dann etwas Abwertung, weil ich den Flossler wesentlich besser kenne. Ich vermute, er war sogar frittiert. Igitt. Ohne die guten Bratkartoffel …
Juli 08

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Niederbayern

Wirtshaus
Hoftaferne

Am Burgberg 5
94127 Neuburg am Inn

Wirt: Kraus + Wimmer GmbH
Köchin: Marianne Resch
Service: bemüht

tel:  08507911000
Ruhetag: unbek.
  schmerzhafter Test

Dies ist der ungewöhnlichste Test, denn ich je geschrieben habe. Über ein Haus, dass ich fast geliebt habe, solange es Sebastian Ott betrieben hat. Obwohl er und seine megasympathische Frau Natascha keine Wirtsleute gewesen sind. Das war ihr Pech. Bis die Banken nicht mehr mitmachten und ein Stammgast aus dem nahen Fürstenzell (der Ort mit der Wahnsinnspfarrkirche, dem Dom des Rottales, auf dem Weg nach Bad Griesbach) quasi die Hoftaferne aus der Portokasse kaufte.

Die Küchenchefin behielt er. Und auch sonst einiges. Die Preise nicht. Sein Restaurantgarten (ein Biergarten ist es nicht, denn Mitgebrachtes darf bestimmt nicht verzehrt werden) hat an seiner Attraktivität nichts eingebüßt.

Was bitte war dann schmerzhaft?

Noch ein Satz vorneweg: Wenn man in einer Wirtschaft, die außer einem wunderbaren Ambiente keinerlei kulinarische Highlights zu bieten hatte, an der Grenze zu unseren alpenländischen Nachbarn, für einen Viertelliter Grüner Veltliner 12 Mark auf die Null-Acht-Fufzehn-Gartentische legen muss, von einem Gesöff, dass inzwischen die Massen des stattlichen Inns zu erreichen scheint, dann gehen bei mir alle Lichter aus. AUS.

Auszug aus den Karten vom Mittwoch, den 16.07.08:

Biergartenkarte

Neuburger Wurstsalat mit Essiggurkerl, Zwiebeln und Brot 6,20 €
Schnitzel »Wiener Art« mit Pommes Frites und kleinem Salat 10,90 €
Obatzter mit einer Breze 6,90 €

Speisenkarte

Kräuterspaghetti mit Ratatouille und Mozzarella gratiniert 13,00 €
Zanderfilet mit Rote Beteragout
dazu Safran-Kartoffelpürree 17,00 €
Schokoladen-Panna Cotta mit Grapefruitröster 7,00 €

Ich habe nichts gegessen und getrunken und ging ziemlich niedergeschlagen. Wenn ich doch wenigsten ein Bisserl Portokasse hätte …
Juli 08

Niederbayern

Wirtshaus
Wasner

Passauer Str. 9
84364 Bad Birnbach

Wirtin: Hansi Weber
Koch: Otto Geier
Service: Maria

tel:  08563-871
Ruhetag: keiner
www.gasthof-wasner.de

Späribbs

  wasner zu lieben
     ist allzeit mein sinn

Nach einer kleinen Irrfahrt, einer sehr aufschlussreichen, bin ich im Mekka der neiderbayerischen Metzgerkunst gelandet. Die drei wuchtigen Kastanien bilden ein Bilderbuchdach über dem mittelgroßen Gastgarten, den heute drei flitzende Profis locker versorgen. Maria, die Hausperle, ein Hausmann, der seine Gattin arbeiten lässt und ab und an raus muss und eine pechschwarzhaarige Neuheit im jungen, roten Dirndl mit üppigem, wunderschönen Decolleté. Sie hat uns nicht bedient. Den ehemaligen Pfarrer von Griesbach und mich.

Die zu tiefst bayrisch gestaltet Karte kennen die Wasnerstammgäste auswendig. Mich ärgert jedes Mal sakrisch, dass der sture Wirt behauptet, ein Schoppen ist 0,2 Liter! Ich übersehe halt immer wieder, dass hier, im Bäderdreieck, die Uhren nach dem Hartl, dem Weber und dem (Holzapfel, gestorben) ticken. Und nicht nach dem Kuckuck! Wenn der Horst allerdings seinen weingeistigen Horizont weiterhin richtig kompetent erweitert, die Hürde Rumänien hat er, Gott sei Dank, unbeschadet übersprungen, dann sollte er nicht weiter behaupten, dass es keine Eichgesetz gibt. Er krnnt halt nur seine Gesetz.

Obwohl diese Kastanien – beim Wasner haben sie seltsamer Weise keine Stacheln, sondern Federn, weil der Horst das so will –  die samtweiche Abendluft nur auf fünfundzwanzig Grad abgekühlt haben, freue ich mich auf eine Kartoffelsuppe (2,50 €).
Da habe ich aber Pech gehabt. Sie ist aus.
Bestimmt, weil der Wirt das so will.
Also gönne ich mir eine Rentnerportion Pfifferlinge im Rahm mit Semmelknödel (NN €). Ja verflixt ist das ein Genuss! Mustergültig knopfige Schwammerl, bissig, wie der Wirt, aber viel besser. Mit der Menge hat die Küche etwas übertrieben, weil sie weiß, was ich für ein Fresssack bin. Überdies gehöre ich ins Lager der Festesemmelknödelliebhaber, so, wie der in meinem Teller. Köstlich. Am Mittwoch ist Sbärribbstag, der Wasner schreibt in seiner Karte auch lautmalerisch, also darf ich das auch, so komme ich nicht an dieser Allerweltsspezialität vorbei, mit Ofenkartoffel und Kräutersauerrahm. Man genehmigt mir eine kleine Portion (nn €). Die vollfleischigen, perfekt und leicht süßlich marinierten Ripperl sehen aus, wie handgemalt und schmecken Halleluja. Verflixt und zugenäht: aber wirklich nicht die saure Kartoffelzusoß', die habe ich schon zigmal besser bekommen, zum Beispiel im hauseigenen Gutshof Sammareier.

»Knofl viereschmeckad wia di Sau, gibt no lan koa guade Frau!« stammt angeblich aus dem Norden Nürnbergs, und die müssen es wissen. Wo so viele hübsche Madeln auf den ausgedehnten Knoblauchfeldern wachsen!

Womit ich wieder bei Iris wäre und deshalb beende ich meine Wasnerkritik. Damit ich es nicht vergesse: die Zitronensuppe zum Fingerwaschen sollte es automatisch geben, wenn einer genussvoll ist und mit den Fingern isst, was dabei noch lange keine Sünde nie nicht ist. (Johann Wolfgang von Kilian)
Juli 08

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Niederbayern

Restaurant
Altbirnbach
im Hotel Sammareier

Pfarrkirchner Str. 20
84364 Bad Birnbach

Wirtin: Hansi Weber
Koch: Viktor Knaub
Chef: Gerhard Georgi

tel:  08563-2035
Ruhetag: keiner
www.sammareier.de

Tomatensuppe

  horst kam, sah und siegte –
            und erst iris

An diesem lauen Sommerabend kapierte auch der dümmste Schreiberling, warum man das hügelige Bäderdreieck so treffend als niederbayerische Toscana bezeichnet. Und die Glückseligen, die im Hof des Sammareier-Hotels in den Buchsbaumnischen hockten, umweht von den verführerischen Düften eines Grills, konnten sich mit halb geschlossenen Augen sogar nach Versaille versetzen.
O.k., das ist etwas übertrieben, aber es apostrophiert gut die überaus positive Stimmung unter den riesigen, hellen Sonnenschirmen.

Vieles, sehr vieles hat sich im Hansi-Weber-Haus geändert. Arved Arndt entschwebte in höhere Kochtopfhöhen und Theresa, ehemals hier Chefin, tut vorerst gar nichts. (Einige Worte über sie waren doch zu privat, ich habe sie deshalb entfernt.)

Der semiitalienisch wirkende Jungleuchtturm Georgi, mit der Vita aus dem Bad Griesbacher Parkhotel und KL, versucht es nun besser zu machen, als der bei Karierthosen megagefragte Pferdeschwanz. Was Gerhard mit der Speisenkarte bereits vortrefflich gelungen ist. Auch die Aktivitäten, wie der Grillabend oder der italienische Samstag machen an. Die Wiederbelebung der Mostrutschn mit einem Shaker-Profi ist so deppert nicht. Generell weht ein neuer Wind durch das nun wahrlich wunderschöne Ambiente mit Denkmalschutz an allen Ecken und Enden.

Klug, dass Ex-Sous-Chef Viktor Knaub an den Pfannen blieb. Er kennt sich aus. Kennt den Wirt – und auch die Wirtin – und die nicht einfache Logistik des Sammareier. Die leicht salto-mortale Küchenkunst von Arved wurde verbodenständigt, kann damit aber leider nicht mehr hinreißen, bevor man überhaupt den Löffel in den Mund gesteckt hat. War schon sehr spannend früher.
Heutebeispiel: Cremésuppe von sizilianischen Fleischtomaten mit Basilikumsahne (4,20 €). Creme hat keinen Akzent, nur nebenbei, aber die Realität entsprach überraschend haarklein einer Zubereitung mit wohlbekannten, ausgezeichneten, wahrlich ich sage euch, Büchsentomaten aus Napoli, vom Fuß des Vesuvs. Nix Äthna. Wobei die Brotbröckerl hoffentlich hausgeröstet waren? Gehören separat serviert, sowieso. Klar war der dunkelrote Sommerrenner gut abgeschmeckt, das erwarte ich von Knaub ganz einfach, doch kann ich kein Halleluja vergeben. Für die herrliche Creme zu den Ofenkartoffeln dafür sofort, nicht für das Fleisch auf dem Pseudoholzkohlengrill – genügt in seiner Bauart natürlich allen Gesundheitsbedenken, bringt aber null wundervoll »giftiges« Aroma, leider. Da müsste Griller Thomas Braun im Sommer zum Bergfest nach Amberg fahren, die rösten ihre megaguten Bratwürscht, die besten hat der Metzger Georg Siegert aus Hahnbach, auf saugiftigen, sauber harzenden Butzelkühen, auch Butzelmoggl oder botanisch Kiefernzapfen genannt. Das ist ein Aroma, Halleluja!

So jetzt aber zu den beiden unbestreitbaren Höhepunkten des lauen Abends, die man zwar nicht essen konnte, es aber brachten: Wirt Horst Weber, der »Wasner«, saß an meinem Tisch und brillierte einmal mehr mit seinem urniederbayerischen Rottufergangstercharme. Wie meinte er selbst so zutreffend: ein Verbrecher, aber ein ganz netter. Die Stunden mit ihm zählen zu meinen »Heileits« unter den Gastroplaudereien. Da ist es um jede Minute schade, die Hops geht, nur weil das depperte Auto keinen Alkohol mag … Begleitet haben den Ratsch Wachauer Weine, die es in sich hatten. Ein Grüner Veltliner vom Jungwinzer Josef Sigl war darunter, der sogar das NobelNigl-Pendant aus Senftenberg auf die Bretter schickte. Webers Weinpassion war wunderbar! (man beachte die irre Alliteration, nur für den Horst!)
Die Weibspassion am Nebentisch war auch sehr wunderbar. Eine Familie aus Schellerten. Hildesheimer Urpreußen. Er, der Karsten,ein Fleischer. Weber, der bayerische Halb-Metzgerbaron, flippte aus. Sie, Iris, im Landratsamt. Rettichkopfgeblondet mit einem traumhaften Fahrgestell und unumstößlicher, preußischer Selbstsicherheit. Augen! Verdammt hübsch. Weber drehte fast durch, doch sie ließ sich vom Gavi di Gavi nicht abbringen. Den Nigl wiegelte sie parfümiert die Rott hinunter.
Ich hing moralisch in den Seilen, ich haute ab, bevor ich vor Neid geplatzt wäre, eine unvorstellbare Sauerei.

Mein Gott, was hast du doch für göttliche Evas aus Adams grobschlächtigen Rippen gebatzelt!

Fazit: es lebe der Bayerische Wald, Birnbachs Weber-Knechte und ganz besonders die Hildesheimer Börde!
Juli 08

Verdammt, jetzt hätte ich beinahe den sympathischen »Italo«-Gerhard vergessen …

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(2)

Niederbayern

Brasserie

Am Brunnenplatz 3
94086 Bad Griesbach-
Therme

Wirt:  FamilieHäcker
Köchin: Manuela H.
Service: Kurt Häcker

tel: 08532-2242
Ruhetag: unbek.

Apfelstrudel

  neue besen kehren gut

… heißt eine erprobtes Sprichwort.
Welch ein Wunder, es tat sich etwas am Brunnenplatzl. Die Supermarkttochter verschwand aus der Brasserie und Familie Häcker betrat das gastronomische Parkett unweit der heißen Becken. Was das Wasser anbelangt.

Dem grau melierten Eisdielenplatzhirsch war der Sommer zu schlecht und er sperrte seinen Laden bereits um Halbneun zu. So stolperte ich in das gerade erst wiedereröffnete Lokal und war vorerst von der gediegenen Einrichtung angetan.

Dann musste ich mich an die überzeugend freundliche Art des Wirts gewöhnen. Das ist in dieser Gegend nicht unbedingt stinknormal.

Als letztes stopfte ich mir die Nüstern mit köstlichen Küchendüften voll, die Wirtin Manuela in ihrer Puppenküche beim Schnitzelbraten in den klitzekleinen Gastraum brutzelte.

Leider bleib mir nur der Griff zum Apfelstrudel, erwärmt, ehrlich zugegeben, mit einer Kugel Vanilleeis und einem Sahnebergerl. Gekonnt angerichtet, auch das fiel mir sofort auf.

Der Apfelsaft stammt aus dem Rottal, natursüß, und bezahlbar. Den Eichstrich hat der Wirt glatt übersehen, so gab es o,3 l für 1,50 €!! Gespannt bin ich, wie lange die Beiden mit so moderaten Preisen auf Kundenfang gehen. Schön wäre es, wenn sie ihren benachbarten Abzockern wenigstens etwas die Leviten lesen würden. Pocking-Grizzly hast auch Du das gelesen?

Eines weiß ich allerdings bestimmt, dass ich mir demnächst eine Manuela-Wiener-Art einpfeifen werde – und nicht nur schnuppern! Dann wissen wir alle bestimmt etwas mehr. Hoffentlich nur Erfreuliches, sonst gebe ich klaglos meinen Testerschein bei Petrus ab und ess' nur noch himmlisches Manna. Von den Häckers! 
Juli 08

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Österreich

Restaurant
Kupferpfandl

Stögergassl 3
A-4780 Schärding

Wirt:  Erika Krammer + Thomas Hader
Koch: der Wirt
Service: die Wirtin + Sarah

tel: 0043-7712-2033
Ruhetag: Dienstag
www.kupferpfendl.at

Speckknödelsalat

  sinnviertel zum anbeißen

Ein halbes Jahr ist es schon wieder her, dass ich im kuscheligsten Wirtshäusl des Sinnviertels gesessen bin. Obwohl es ja ein Restaurant ist. Ein feines, kleines, mit dem witzigsten Gassenfreisitz Schärdings. Es war früh am Abend, so hockte Erika ein paar Minuten an meinem Zweiertischerl und raubte mir den Atem. Ohne dass sie es bemerkte. Rasse in Reinkultur. Gibt es im ganzen Sinnviertel kein zweites Mal.
Was schwafelt er denn dauernd vom Sinnviertel?
Es ist eine aufregend geile Namensveränderung! Aus dem eh schon hochgelobten Innviertel machten klevere Touristenfuzzis der Alpenrepublik das megatreffende Kunstwort. Dabei hatten die gar keinen Goethe. Auf solche Wortschöpfungen kommt bei uns bestenfalls die Bildzeitung. Ich sage nur »Wir sind Papst«. 
»Wir sind Haider« bringt es allerdings nicht. Dann schon eher Fiona Swarovski. Ende des komischen, literarischen amuse gueule.

Packen wir dafür Thomas Haders Magendratzerl, Lachsmousse mit marinierter Avocado und Flußkrebsschwanzerl (nicht aus dem Inn, dafür aus Paris). Als lieb zu bezeichnen, nicht nur gut. War aber gut so, denn beim Gedeck (2,00 €) hat mir die Sarah doch glatt den sauerrahmigen Aufstrich unterschlagen. Erstes Lehrjahr. Alles wird gut.
Die Vorspeise liest sich urig: Lauwarmer Speckknödelsalat auf marinierten Salatherzen und Eierschwammerl (9,20 €). Die original österreichischen Pfifferlinge machen das Kraut fett. Genau, es ist ein schmeckbarer Unterschied, ob die goldgelben Zwerge aus Rumänien, Ungarn, Weißrussland oder besagter Alpenrepublik kommen. Wohl dem Pfannenschwinger, der solche Ware bekommt. Oder sich um dieselbe auch bemüht! Merkt man ebenso bei seinen Erdäpfeln. Pocking-Grizzly hast Du das gelesen? Na gut, Erdäpfel können einfach nicht grässlich sein. Kartoffeln schon. Siehe Pocking. Kraut ist übrigens überflüssig, Literatenschmäh. Weniger Essigschärfe in den Herzen hätte mir besser geschmeckt. Kein Schmäh!

Sensationell Haders Suppe: Weiße Tomatenschaumsuppe mit Erdäpfel-Lachsravioli (4,80 €). Halleluja oder geil. Sie können es sich aussuchen. Je nach Konfession. Obwohl zwischen weiß und rosa ein Unterschied Versteckerl spielt, ist der Genuss eine leicht zu findende Offenbarung.

Klar, dass nach so einem Highlight der Nachfolger schlechte Karten hat. Doch der Klassiker Ausgelöstes Steirisches Backhend'l auf Erdäpfel-Vogerlsalat und Kernöl (12,50 €) hält mit. (Der Weber Horst mit seinem Hendltick tat ausflippen). Weil sich auch da der engagierte Bursche in seiner Puppen-Show-Küche verflixt viel Mühe macht. Das Hendl legt er in Sauerrahm ein, damit es saftig bleibt. Und über den Kartoffel-, sorry, Erdäpfelsalat habe ich mich ja schon ausgelassen. Wäre auch etwas für Otto Mattivi aus dem Hidalgo in Südtirol.

Auf ein Dessert habe ich schweren Herzens verzichtet. Außerdem wäre mir auch da nach mehr Rustikalität gewesen. Kaiserschmarrn und so ...

Vielleicht schaffe ich in dieser Woche nochmals das Gasserl? Dann verdrücke ich einfach drei Desserts. Total ohne Kartoffel, aber hoffentlich mit ein Bisserl Erika. Ich zittere auch wieder ganz lautlos. Versprochen!

Getränkepreise: Pils, 0,3 l, 2,60 €; Kleines Mineral, 0,25 l, 2,10 € (Servicefehler: falsche Größe serviert und nicht zurückgenommen); Großes Mineral, 0,7 l, 4,60 €.

Ein wenig hat mich enttäuscht, dass meine Bettelei im Januar über Trüffelöl bei den beiden überhaupt kein Gehör gefunden hat. Es stand wieder gnadenlos auf der Karte: Rosa Steak vom heimischen Hirschrücken auf Holundersauce mit Trüffelpolenta (21,00 €).
Ich stampfe mit dem Fuß auf den Boden: kein Halleluja und keinen Löwen mit Krone. Das habt ihr jetzt davon!
Juli 08

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Restaurant
Zum Heurigen im König Ludwig

Niederbayern

Am Kurwald 2
94086 Bad Griesbach

Wirt:  A. Hartl?
Koch: NN
Service: NN

tel: 08532-299-0
Ruhetag: keiner
  zittern wie espenlaub

Ein unermesslich hübsches Weib, diese Gertraud Danner!
Es war Sonntag und sie saß an ihrem kleinen Tischerl und zitherte. Ich saß auch an einem kleinen Tischerl und hatte Herzrasen in der Vorstufe zum Herzinfarkt. Noch bevor das schwarzhaarige Wunderkind mit dem Michelangelo-Dekollete den wirklich ansprechend »heurigen« Gastraum betrat, stocherte ich eine gemischte Vorspeise hinunter, bei der ich nicht feststellen konnte, was mir am wenigsten schmeckte. Aber der gut eingeschenkte Grüne Veltliner vom österreichischen Nobelweingut Jamek in der Wachau (0,25 l, 4,20 €) spülte im Abgang alle hilflosen Kaltkreationen einer beinahe verbrecherischen Kaltmamsell spielend hinunter. Das Laugenzöpferl kostete 0,75 €. Halt, eines weiß ich: es war der schlechteste Wurstsalat meines Lebens dabei.

Dazu Gertraud ...

Nein, ich darf nicht testen, wenn diese Frau da ist. Also berichte ich nur. Von acht kleinfingerkurzen Schweinerippchen mit laukalter Folienkartoffel und gipsartigem Kräuterquark. Sie zitherte »Wenn der Hund mit der Wurscht ...«. Zu den winzigen Rippchen empfahl mir die Bedienung eine ungewöhnliche »Paprikasoße«, wie sie sich ausdrückte. Gibt es in jedem Supermarkt, heißt Thai-chili-sauce und pappt zur Zeit an jedem Gaumen. Auch an meinem. Nicht an dem vom »Dritten Mann«. Sonst wäre das Stück nicht so berühmt geworden. Die Quarkpampe in der Kartoffel schmeckte beinahe wie ein sehr bekannter Rissfüller, dessen Qualität jedoch über jeden Zweifel erhaben ist. Woher ich das weiß, wie der schmeckt? Meine von Gertraud an den Rand des Irrsinns gezitherten Gedanken behaupten das gnadenlos.

Sie ging in den anderen Raum.

Meine Nerven schrien nach Zither-Zucker. Ein gut esslöffelgroßer  Klacks schwarzer Mousse au chocolat mit einer bescheidenen Kugel Vanilleeis auf gepuderzuckertem Teller sollte helfen.

Ich ging dann lieber, um 27,55 € ärmer. Außer den verdrückten kulinarischen Downlights hatte ich einen halben Liter Pellegrino (3,40 €) und zwei Jameks getrunken. Mein »Eigenbau-Dreigang-Menü« kostete also 15,75 €. Wenigstens darüber kann ich nur leise meckern.

Ich hatte Glück, denn die Luft draußen war frisch und klar.

Dann kroch ich angeschickert ins Haiabett und träumte von ... na, was?

Von irgendwelchen Weibern, die genau so beknackt aussahen, wie ich. Nicht eine Sekunde Gertraud Danner.

So ein Mist!

PS: Frau Croneiss bediente flott und freundlich.

Gertraud Danner kann auch Harfe und Gitarre, hat man mir gesagt!

I halts net aus …
Juli 08

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Südtirol

Gasthof
Jäger
Apolloniaweg 5
I-39010 S
irmian
 
Wirt: Familie Öttl
Koch: unter der Ltg. von Angelika Öttl
Service: Wirt Oswald

tel:  0039-0471-678605

Ruhetag: Donnerstag

 

Hirtenmaccaroni

jäger ohne flinte 


An den Etschufern, mit ihren halbwüchsigen Äpfeln, brüten gut dreißig Grad. Ein weiterer Grund, hinauf zu fliehen nach Sirmian, auf angenehme 25 Grad in den aussichtsschwangeren Gastgarten des Gasthof Jäger der Familie Öttl.
Es wimmelt in Südtirol geradezu von schönen Freisitzen, nimmt man jedoch alles zusammen, natürlich auch Service und Küche, dann gewinnt bei mir die Einkehr nahe dem Kirchlein der Zahnärzteheiligen St. Apollonia. Bitte beachten: nicht die Wirtschaft direkt am Fuß des Kirchberges, die kann nämlich nicht mithalten.
Es gab mal eine Zeit, als die hübsche Wirtin Angelika das Küchenzepter ziemlich aus der Hand legte, da hielt sich meine Begeisterung in Grenzen, jetzt ist sie wieder zurückgekehrt!
Angelika ist noch hübscher, noch weiblicher geworden. Ihr Mann war schon immer ein fescher, sehr gepflegter Kerl, der mit viel Umsicht den Service pflegt. Ein vorbildliches Wirtepaar!
Niemand an den wuchtigen Tischen unter den alten Bäumen konnte sich der beinahe malerischen Stimmung entziehen. Wir alle lebten heiter und zufrieden in einem Brueghelbild (ich meine das mit dem Schlaraffenlland), die Sorgen hockten drunten an besagten heißen Etschgestaden! Die ist kein Schmäh, es ist die Wahrheit.
Ich verdrückte als erstes einen Tomatensalat (4,00 €), eine riesige Portion wohlschmeckender Paradiser. Der Name passt besser hierher. Als Zwischengang bekam ich eine kleine Portion Hirtenmaccheroni (4,80 €, normal 7,00 €), die hier am besten schmecken. Leider verhinderte das Auto einen feinen Roten aus der Schwanburg-Kellerei vom Weindorf Nals, am Beginn der kurvigen, aber nirgendwo beklemmenden Auffahrt nach Sirmian.

Auch das optisch beispielhaft angerichtete vitello tonnato (7,80 €) schrie schier nach einem Rebentropfen, verlangte das Letzte meiner Widerstandskraft.
Irgendwann penne ich in dem Gasthof und saufe den Öttlkeller leer. Was bin ich bloß für ein Angeber? Nein, wirklich, ich werde es tun. Nun eine klitzekleine Kritik: es gab reichlich Kalbfleisch, aber etwas trocken. Was die köstliche Sauce aber mit Links wettmachte.

Als ich dann, beinahe im Schritttempo, glückselig wieder ins Tal bummelte, musste ich an einer Wanderin vorbeifahren, mit vier (!) Wanderstöcken! Mir blieb schlicht die Luft weg. Warum passiert das immer mir? Natürlich viel zu feig, um anzuhalten …
Ach was, das war eine Fata morgana. Mitnichten, eine Fata Loren!

Juli 08

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Südtirol

Gasthaus
Helener Pichl
Helena 1
I-39010 St. Pankraz
 
Wirt: Karl Laimer
Koch: der Wirt
Service: der Wirt

tel:  0039-0473-787139

Ruhetag: Montag

 

Kaiserschmarrn

mittags ganz oben 


Glockengeläut auf fast 1600 Meter vom kleinen Turm der Wallfahrtskirche St. Helena. Ihr Wirtshaus: Helener Pichl im Ultental, bei meiner Menschenseele Karl Laimer. Die ist er bestimmt immer noch. So bete ich innig. Sonst aber war es fast eine Enttäuschung. Den einst romantischen Steintischgarten vor der Haustüre ziert nun eine elektrische Markise. Die handgehauenen Einstammbänke sind aber fast vermodert, die Schwarzbeersträucher wollen keine Früchte mehr tragen.

 
Den selbst liebevoll geräucherten Laimer-Speck gibt es nicht mehr. Ein paar Ersatz-Blattln (3,00 €) stellen grad zufrieden, die Erwartungshaltung war zu hoch. Das Glas Apfelschorle (0,4 l, 2,00 €) passt sich an.

Die optisch ansprechende Speckknödelsuppe (3,50 €), der kleine Steintisch tut sein Übriges, ist heftig grün herausgeputzt, nur die Brühe schwächelt leider und der Knödel schmeckt farblos.
Karl Laimer hat sakrisch Zahnschmerzen und muss noch am Nachmittag zum Zahnarzt nach Nals. Das muss unbedingt der Grund für meine Unzufriedenheit gewesen sein.
Mein Kaiserschmarrn (5,50 €) besteht zwar aus tausend tiefdottergelben Eiern, aber keiner einzigen Rosine und ist nirgendwo karamelisiert. Erdbeer- und Preiselbeermarmelade ersetzen hilflos den in Bayern gereichten Zwetschgenröster, der doch das »kaiserlich« erst ausmacht! Wenn Karl das nicht glaubt, muss er sich mit Helmut Breitenlohner unterhalten.
Demnach aß ich sozusagen die Landsknechtfassung der Hauptgericht-Süßspeise?
Aber Karl hatte Zahnschmerzen.
Noch eine Johannisbeerschorle, hausgemacht (0,4 l, 2,50 €). Kam mir auch recht dünn vor.
Ich ging unmittelbar nach dem letzten Schluck, denn ich hatte Herzschmerzen. Ziemlich traurige, leider.
Vielleicht war es auch die gerechte Strafe für meine Weiberschelte von gestern Abend.

Juli 08

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Südtirol

Restaurant
Hidalgo
Romstraße 7
I-39014 Burgstall
 
Wirt: Otto Mattivi
Koch: Alessandro Miragoli
Service: Traudi und Renato

tel:  0039-0473-292292

Ruhetag: keiner

 

Zitronensorbet

brombeerrosa umgebaut 


Es soll ja begüterte Damen geben, die richtig Spaß haben, wenn geschickte Messerwetzer ihr – freundlich gezählt – fünfzigjähriges Relief glatt in eine lebendige Mona Lisa verwandeln.
Was macht aber ein in die Jahre geschlitterter Kerl, wenn die Zeit vor lauter Arbeit schier davon gelaufen ist? Manche lassen auch metzgern. Jeder, wie er mag.
Otto Mattivi, Wirteikone im Hidalgo, das von Neidern gern als »Cantina« der Bozen-Meraner-Geschäftswelt apostrophierte Nobelrestaurant, kann darüber nur müde lächeln, da Mutter Natur an ihm Gefallen gefunden hat. Seine Jahresringe kleiden ihn immer besser. Trotzdem juckte es ihn in seinen umtriebigen Fingern. Er wechselte seine Lebensabschnittsgefährtin, einmal mehr, notgedrungen – aus seiner Sicht –, übernahm deren Vorliebe für Brombeerrot, kombinierte es mit heftigen, teuren Umbauten und fertig war das neue, immer noch spanisch-mediterran wirkende Schmuckkästchen. Sollte seine jetzige LAG nur annähernd so geglückt sein, wie das operierte Hidalgo, dann brauche ich eine nachtschwarze Sonnenbrille, um ein Mahl dort zu überleben, so die Dame im Hause weilt. Ich habe da so einige schlaflose Erfahrungen mit Burgstall schon durchlebt.
 

Alessandro Miragoli ist auch wieder da, um Otto glücklich zu machen. Komisch, weder in München noch bei Meran, konnte der viel beachtete und bejubelte Kochtopfstratege meine Begeisterung wecken. An diesem Mittag klappt das allerdings auch nicht, denn seine Rosmarinkartoffeln sind so daneben, dass der Wirt beim Tischpalaver über das Kartoffelthema Gänsehaut bekommt. Ich habe es mit eigenen Augen gesehen. Es treibt ihn schier in den Wahnsinn, das Problem mit guten, geschmackvollen, irdenen Knollen, schimpft er. Es beruhigt ihn kaum, als ich meine, dass demnach fast zwei Drittel aller bayerischen Wirte in die Klapsmühle müssten.
Leider ist die »thai-mediterrane« Beilage „Wokgemüse“ zwar zeitgerecht interessant formuliert, leicht überholt, und das was die Küche aber in die heiße Schüssel rührt, ist eines Hidalgo eigentlich nicht würdig.
Ein g'scherter Bayer würde sagen: »Da is' dem besternten Ex-München-Acetaja-Brutzler aber nix eing'falln.« Auch schafft der Griller, bestimmt nicht der Alessandro, den Spagat für »medium mit Tendenz zu französisch« nicht. Fast hätte ich es vergessen: es geht um einen waschechten Hidalgoklassiker: Rindsfilet mit Rosmarinkartoffeln und Wokgemüse, 180g (21,00 €).

So, das war der »angeknabberte« Genuss, jetzt wird hochgelobt. Der Gruß aus der Küche mit einem sensationellen vitello tonnato, ist nicht zu toppen, ebenso wenig das Sorbet des Tages - Zitronensorbet (5,00 €).

Was rede ich herum? »Im Herbst wird das Hidalgo wieder auf Hochtouren laufen«, meint Otto absolut zuversichtlich. Und daran ist auch bestimmt nichts zu rütteln, meine und hoffe ich!
Juli 08

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Südtirol

Grillstuben
Wezl
Jaufenstraße 37
I-39010 Riffian
 
Wirt: Jochen Kofler
Koch: der Wirt
Service: messerscharfe ExMotoguzzisilvi

tel:  0039-0473-241075

Ruhetag: Samstagabend + Sonntag

 

Steinpilze mit Nudeln

nass gezirpt 


Grillen mitten im Ort, gegenüber dem Rathaus. Heute nicht, weil es ihnen die Flügelchen zugeschüttet hat. Motoguzzislvi muss einen Tisch trocken legen, damit ich keinen nassen Hintern bekomme. Dabei hat das attraktive Frauenzimmer gar keinen heißen Ofen mehr! Übrigens, ihr LAG (Lebensabschnittsgefährte) Harleyjochen auch nicht mehr. Dafür haben Sie ja ihr Töchterlein. Und ein Stern-Cabrio. Hat wenigstens noch das Frischluftfeeling von knatternden Motoren mit zwei Radln.

Sivlia sah vorher schon knisternd aus, jetzt blicke ich lieber in die Speisenkarte. Ist viel beruhigender. Jochen versucht mit jungwildem Kopftuchpiratentouch mitzuhalten. Chancenlos! Wenn er eines schönen Tages so kocht, wie Silvia strahlt, wird er berühmt – und ich werde wieder Riffianfan. Das Angebot der »Griller« ist immer noch reizvoll, die hausgemachten Produkte nehmen erfreulich überhand. Selbst eine Apfelschorle schmeckt hier besser, als anderswo. Wirklich, ohne aufs Mädl geschielt zu haben.
Mir ist nach gebratener Hähnchenbrust mit Gurkenchutney, Kartoffelpuffer und Salat (12,50 €), doch Silvia schüttelt den Kopf und bestimmt: es gibt hausgemachte Spaghetti mit frischen Steinpilzen (9,50 €) vom jagernden Vater, der offensichtlich permanent über die Könige des Waldes stolpert und sie LKW-weise aus dem grünen Tann heimschleppt. Das Gerichte hätte besser geheißen: frische Steinpilze mit hausgemachten Spaghetti, so wäre das mehr der Teller-Tatsache gerecht geworden. Ich wage es trotzdem zu kritisieren: das Ganze war mir zu vermanscht, zu feucht, zu wenig royal. Büchsenpilze schmecken leider verdammt ähnlich. Sorry Jochen, aber nur von der Wahrheit hast Du was. Besser: anbraten, ein wenig, aber mit gutem Olivenöl, so wie mir es Steinpilzkönig Hunger im Bayerischen Wald perfekt vorgesetzt hat. Wenn schon Preisrechtfertigung, die Du selbst angesprochen hast, dann bitte nicht über eine Matsch-Masse.
Bevor ich mir nun ein Lokalverbot einhandle – eine entsetzliche Vorstellung, Silvi, da musst Du mir helfen – zum Dessert. Mohnkuchen mit Joghurt-Halbgefrorenem (5,00 €), klingt schlicht, aber interessant. Ist, dem nassen Himmel sei Dank, einfach Spitze. Das Rezept stammt von einem Stammgast. Brav, so gehört es sich. Jochen hat es mit seinem jungen Brutzelpiratenbeistand (wie der Herr, so’s G’scherr) optimal umgesetzt.

Mein Tipp an das Westufer der wilden, attraktiven Passer: trotzdem etwas behutsamer mit den Preisen umgehen. Nicht dass es eines Tages vollkommen wurscht ist, ob hier die Stühle nass sind, oder nicht.
Juli 08

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Oberbayern

Landgasthaus
beim Kargl
Im Kirchfeld 9
82442 Saulgrub
 
Wirt: Anton Kargl
Koch: sein Sohn Toni mit Mama Hilde
Service: groß, blond, flink

tel:  08845-640

Ruhetag: keiner

 

Salat mit Thunfisch

der bärlauchpabst 


»Wir sind Papst« möchte ich gleich zu Beginn meiner Kritik die Bildzeitung zitieren, damals, nachdem Kardinal Ratzinger von Marktl in den Petersdom gezogen war. Seit gestern weiß ich nun, dass wir sogar zwei Papst sind: der in Rom und der in Saulgrub. Der in Saulgrub, im Werdenfelser Land, hat allerdings nur ein »P«, Bärlauchpabst, so steht es zumindest in der reizvollen, ärgerlichen Speisenkarte des inzwischen weltberühmten Restaurants am nördlichen Ortseingang. Ärgerlich ist die Speisenkarte deshalb, weil ich nicht wusste, welches Schmankerl ich essen sollte. Auch nach zehn Minuten noch nicht.

Ein traumhafter Cabrio-Maienabend hatte uns, den Marathon-Georg (M-G) und mich, den Tele-Obelix (T-O), vom Staffelsee ins nahe Ammertal mit seinen malerischen Blumenwiesen und Hochmooren gelockt. Da blieb keine andere Wahl, als beim Kargl einzukehren. Nach meinem zweiten Gaststättenführer haben ihn, den Bärlauchkönig, natürlich alle Medien entdeckt. Die Zeitungen sowieso, und dann diverse Fernsehsender.
Keiner weiß so viel über das megagesunde Naturkraut, wie der gebirglerisch bebartete Kochtopfhaudegen. Sein Bärlaucheis zum Beispiel ist einfach nur geil, schwärmte M-G. Dafür gibt es keine andere Formulierung.

Will man dem Toni, ganz speziell ihm, dem langsam, aber sicher betagten Toni, der an diesem Pfingstmittwoch arg angeschlagen in den Seilen hing, eine Freude machen, dann probiert man auch bärlauchfreie Schmankerl. Denn die Karglfamily, Hilde, Anton, Toni, kann prinzipiell kochen, sehr gut kochen! Wenn auch manchmal der Ansturm die winzige Familienküchenmannschaft zu fertigen Produkten, aber Gott sei Dank guten, greifen lässt.

Für mich gab es ergo eine Ammergauer Käsesuppe (3,50 €), normal im wuchtigen Porzellanteller, ich wollte nur verkosten, daher in der Suppentasse. Machen wir es kurz: da pfeiff' ich auch auf Bärlauch. Georg löffelte mit glasig verklärtem Blick Kargl's Bärlauchsuppe (3,70 €), weil er bereits ahnte, was ihn, den Gernesser und Messerfreak nebst Einsternehausfrau, mit seinem Hauptgang erwartete: Schweinsbackerl (mager) mit frischen Steirischen Kren auf Sauerkraut und Bärlauchknödel (9,90 €). Außer Kopfschütteln brachte er nichts mehr hervor. Toni meinte, dieses Liebhaberfleisch braucht einen deutlichen Gegenpol: das Kraut. Jetzt zu T-O: Saulgruber Schnitzel in der Knuspri-Kruste gefüllt mit süßem Senf und handgeriebenen Steirer Meerrettich, dazu geröstete Kartoffel (11,90 €) ist ohne jeden Schmäh päpstlich. Quatsch: papstwürdig. Denn der Marktler Oberhirte huldigt doch eher Tee und Limo und … Doch da gehe ich jetzt nicht näher darauf ein.
Auch ein Papst hat ein Recht auf Essefreiheit!
Superzartes Schwein, herrlicher Meerrettich, der bei richtiger Überdosis das Hirn klärt (bei mir zu spät) und sogar die Würfelkartofferl, separat gereicht, konnten es mir mehr als recht machen.
Kargeljunior, Du bist ein Krack!
Und wenn du einmal Lust hast, dann panierst du das Schnitzel nicht mit Cornflakes, sondern mit Semmelbrösel gemixt mit geriebenen Haselnüssen. Dann haut es dir den Vogel raus (Originalton Schuhbeck).

Nach einer Probierkugel Bärlaucheis (wohlgemerkt, da hatte es dem M-G bereits den Vogel rausg'haut), die eisige Sauerei steht nicht auf der Karte, gab es aber für die Pabstjünger als Abschluß einen Kaiserschmarrn mit Zwetschgenröster, für die ewig Gschleckerten.

Dann sind wir über Murnau nach Hause gebummelt und waren uns einig: Selbst die beknackten Benzinpreise sollten nicht von einem Pabstbesuch beim Kargl abhalten (Rom ist um Lichtjahre teurer und außerdem ziemlich bärlauchfrei).
Mai 08

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Oberbayern

Wirtshaus + Biergarten sakrisch guat
Freisinger Landstr. 60
80939 München
 
Wirt: Bernhard Scholl
Koch: NN
Service: bemüht

tel:  089-325476

Ruhetag: keiner

 


Leberknödlsuppe

 

sakrisch ist übertrieben


Das Beste an dem Wirtshaus im Nahkreis von Freimann ist immer noch der Name. Wiewohl sich mein Eindruck beim letzten Besuch deutlich verbessert hat – und das nicht nur wegen des dunkelbraunen Konturstriches an den sinnlichen Lippen der Bedienung. Sie war auch freundlich, eher professionell, als herzlich. Was auch für die Wirtin galt, ich nehme an, es war die Wirtin, allerdings die ohne Strich.

Trotz sibirischem Lüfterl saßen zwei kälteresistente Mäntel Dank kräftiger Aprilsonne sogar an der Hauswand im Freien und ergötzten sich an den Golfbällen der hautnahen Übungsanlage zur Abschlagverbesserung. Haushohe Netze sorgen dafür, dass die pockennarbigen Kugerln nicht in ihre Schweinsbratensoße pfitschen. Trotz Schutz, mich stört's. Also sitze ich drinnen in einem schon arg langweiligem Ambiente, wenn ich an den nahen Aumeister denke, und bin andererseits über die moderaten Preise erstaunt, wenn ich an den nahen Aumeister denke. Also denke ich nicht länger herum und esse.

Ich hatte die Bestellung noch nicht richtig ausgesprochen, stand die Leberknödelsuppe in Tafelspitzbouillon (2,50 €) vor mir. Die Mikrowelle machte dies möglich. Groß ist er, der Knödel und dunkel, wie ein Afrikaner. Er schmeckt sehr gut lebrig, nicht zu aufdringlich und ist eher locker als fest. Die Brühe hat fast Dampf, übertrumpft aber immerhin den Aumeister deutlich. Schön auch der wirklich frische und reichlich vorhandene Schnittlauch.

Gefreut hat mich das Seniorenangebot, das nicht unbedingt in der Gastronomie so häufig ist, wie ein sattes Preisniveau. Nachmittags um Drei erwarte ich von einer Küche mit durchgehendem Angebot eher Erbärmlichkeiten der Aufwärmkunst, denn Genuss. Irrtum. Kleiner Schweinebraten mit Kartoffel- oder Semmelknödel und Krautsalat (5,90 €) hatte ich mir bei der Lippenkontur bestellt. Sogar ein paar Zentimeter resche Kruste konnte ich am saftigen Stückerl Fleisch genießen. Die Soße sah leider eher fertig aus, war aber trotzdem leidlich. Leut', ich sage euch, es gibt inzwischen Knödelteighersteller, da schmeckt der kindskopfgroße, herrlich grobfasrige Knödelkugelball richtig gut. Schade, Bröckerl im Innenleben hatte er nicht. Und zum Krautsalat, mustergültig mit Speck und Kümmel, gibt es nur einen Kommentar: gut!

Chronistenpflicht: Apfelschorle, 0,5 l 2,50 €; Spezi, 0,5 l 2,50 €.

Der nächste Test folgt im Biergarten und dann reden wir weiter. Aumeister, wie gut, dass du so einen wunderschönen Biergarten hast. Dein Glück!
April 08

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Oberbayern

Restaurant + Biergarten zum Aumeister
Sondermeierstr. 1
80939 München
 
Wirt: Familie König
Koch: Marcus Otto
Service: bemüht

tel:  089-325224

Ruhetag: Montag X bis IV

 


Hendl

 

diesma(h)l nix au, eher meister


Wir wollten unbedingt die für den April in einer eMail »lautstark« angekündigten Österreichwochen ausprobieren und waren enttäuscht, so wenig Auswahl diesbezüglich auf der Karte zu finden, geschweige denn gar eine eigenständige Karte oder Seite für den Abstecher ins kulinarische Nachbarland.
So entschloss sich Karin für Kässpätzle mit Allgäuer Bergkäse und einem kleinen Salat (8,60 €) von der Stammkarte und war hochauf zufrieden mit ihrer Wahl, weil sogar das Dressing des knackigen, gut gemischten Salates ausgezeichnet schmeckte (Küchensorgfalt: kein grüner Paprika, sondern nur roter und gelber).
Mich interessiert schon wegen der Beschreibung ein Steirisches Schnitzel von der Schweinelende mit Kürbiskernen paniert an hausgemachtem Erdäpfelsalat (9,90 €), das nicht nur üppig auf dem Teller lag, sondern interessant und sehr gut war. Selbst der Kartoffelsalat gefiel mir, obwohl er bei Österreichwochen »flüssiger« hätte daher kommen müssen und vor allen Dingen nicht neben dem megadepperten »an« liegen müsste. Da schreibt Einer österreichisch wunderschön Erdäpfel und gleichzeitig »an«. Ich halte es im Kopf nicht aus!

Mit dem an sich flinken und bemühten Service kann ich nicht warm werden. Aber das liegt sicher an mir.

Damit ist der Fertigkartoffelbrei vom vorletzten Besuch getilgt. Bitte nicht rückgängig machen!

Dank dem schönen Ambiente der jagdlichen Stuben bekommt dieses Mittagsmahl die Schulnote 2. Eine satte Verbesserung gegenüber dem Abendmal um 1,5 Punkte.

Und ich freue mich schon riesig auf den extrem gepflegten, großen Biergarten!
April 08

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Oberbayern

Waldrestaurant + Biergarten Maxlmühle
Maxlmühle
83626 Valley
 
Wirt: Familie Fritzsche
Koch: Thomas Fritzsche
Service: die Wirtin

tel:  08020-1772

Ruhetag: Mittwoch + Donnerstag

 


Breznsuppe


Traumfischbrathering
forelle

es klappert die mühle


Es klappert gar nix, aber es klappt immer besser, mit dem Kochtopf-Grandseigneur Günter und seinem Sohn Thomas.

Herrschaft Seiten macht der junge Bursche inzwischen Spaß: Rahmsüppchen von der Wildkartoffel (2,50 €). Das muss man doch probieren – und haben Sie den Preis gesehen? Hervorragend! Ganz dünne, rohe Scheibchen der Topinambur-Knolle erzählen dem Gaumen, was eine Wildkartoffel ist. Wenn Thomas – übrigens, der schmucke Kerl hat immer noch keine Wirtin gefunden (ich kapiere das nicht) – im nächsten Winter einen Hauch Trüffel (ja kein Öl!!!) hineinschmeißt, dann kriegt man den Vogel, selbst wenn er ein paar Kreuzer mehr für die Delikatesse kassieren muss. Wer keinen Vogel kriegt, kann sich in den gepflegten Garten setzen, da gibt es viele hochbegabte Asterlsänger, mehr als genug.

Mein Mitesser Tom wollte ums Verrecken Spargel mit Schinken (14,90 €) (der Schinken rechtfertigt den Preis, sonst nicht!!!) haben, obwohl der, ehrlich von der Wirtin zugegeben, von der Akropolis kam. Nur der junge BR-Intellektuelle lässt sich von einem verknitterten Althasen doch nicht sagen, was auf seinen Teller kommt! Trost: die weißen Stangerl aus dem Ausland werden von Jahr zu Jahr besser und unterlaufen immer erfolgreicher die Hochpreispolitik der einheimischen Folienfreaks, die inzwischen ganze Landstriche einwickeln, wie weiland Christo mit seiner Jeanne-Claude den Reichstag. Nur geht es dabei nicht um Kunst, sondern um Diri-Dari. Viel Diri-Dari! Der Geschmack verkümmert dabei oft zur Nebensache. Außerdem habe ich öfters erlebt, dass ich »Weihnachtsstangerl« bekommen. Sie waren so holzig, dass sie ein hervorragendes Kaminfeuer abgegeben hätten.

Zurück zur Natur an die rauschende, hüpfende Mangfall. Ich blieb natürlich im Hauptgang bei meinen Leisten und zog mir aus dem Gebirgswasser, das direkt unterm Stammtisch durchplätschert, eine frische, hausgeräucherte Forelle mit Bratkartoffel (10,50 €) rein, für die es kein passenderes Attribut gibt, als »göttlich«. Der Herr möge es mir verzeihen. Die separat gereichten Bratkartoffeln kann man nicht perfekter zubereiten.
Und wir saßen drinnen in der gemütlichen Stube, und nicht draußen am fotogenen Bilderbuchfluss. Aber es war gut so, schafften wir es deshalb nach Hause zu fahren, während im TV bei Bayerndrei unsere Sendung »anno« lief. Soviel Eigenwerbung darf sein, weil die beiden Brutzler so begeistert von anno sprachen, während wir das Essen lobten.

Fazit: vorne an der Bruckmühle unbedingt vorbeifahren zum Halleluja »Maxlmühle« mit der Fritzschefamily!
PS Mädels in der Umgebung: Auf geht's!
April 08

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Oberbayern

Restaurant Klosterstub'n
Schyrenplatz 1
85298 Scheyern
 
Wirt: die Benediktiner
Geschäftsführer
: Thomas Eder
Koch: Frank Hennig
Service: Anja

tel:  08441-27890

Ruhetag: Montag + Dienstag

 


Schweinshaxe


Sahara-Trockenknödel

weisser sonntag?

Einen schöneren Frühlingsauftakt konnte man sich kaum wünschen. Wie Lemminge trieb es uns um Eins hinauf auf den Scheyerner Berg, hinein in den Biergarten. An die Hauswand. Zu den zwei Reihen Tischen.

Ja verdammt noch einmal: zwei Handvoll Tische für die vielen Sonnenhungrigen. Und Magenhungrigen. Und Durstigen.

Eine Sauwut hatte ich vom Stand weg auf den Wiener Zipfelhaubenschnalzer. Versteht der denn unseren bayerischen Wetterbericht nicht? Weiß der nicht, was ein weißer Sonntag ist? Hat der jemals in einem Biergarten schon eine Viertelstunde auf's Bier warten müssen? Natürlich. In seinem! Ich verstehe schon, auf Schiffen gibt es keine Biergärten …

Die Karte war die gleiche wie vor ein paar Tagen. Nur mit ärgerlichen Varianten.
Die Lachsvorspeise mit Reiberdatschi ohne Reiberdatschi.
Die Schweinshaxn mit Krautsalat ohne Krautsalat.
Ja stehn denn bei dem Österreicher Schlaftabletten am Pass? Oder schwimmt er mit Hiwis, die ein Messer kaum von der Gabel unterscheiden können?
Den nachbestellten Knödel gibt es ohne Soße (man betrachte das Bilddokument), dafür kostete er zwei Mark!! Da kann mir die benediktinische Regel aber ganz schön gestohlen bleiben.

Ein Stoßgebet, anstatt Fluch, hat dann aber gewaltig geholfen. Wir durften uns zuwisetzen, zu einem sympathischen Radlerehepaar und wurden von einem bildhübschen Engelvollblutweib namens Sylvia aus dem nahen Hettenshausen bedient. Ja war die eine Wohltat! Leider ist sie nur am Sonntag da. Vielleicht ist das ganz gut so – kann ich besser schlafen. Vielleicht bleibt auch der Roberto?

Vielleicht, vielleicht, vielleicht?

Viel schwer! Da gemma nimmer her!

Da dieser Reim nicht von Goethe ist, kommen wir so lange in unsere Klosterwirtschaft, bis wir den Eder und den Hennig katholisch gemacht haben. Worauf sich die verlassen können. Und wenn sie uns einen Gang fünf mal bringen müssen.

So, jetzt ist alles draußen. Noch ein Schluck vom herrlichen, goldfarbenen kellertrüben Bier im schönen Seidel – und die Welt ist fast wieder in Ordnung.

Beim Heimfahren geht mir plötzlich ein Licht auf: Ich war heute morgen nicht in der Kirche, weil ich kein Auto hatte. Jetzt ist alles klar!
März 08

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