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| 07-03-10 10:46 |
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... um
Topf und Kragen Seite 2 (Seite 1) (Seite 3) (Übersicht)
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Wirtsstadl Asenham 2- |
Hoftaferne Neuburg am Inn 4 |
Wasner Bad Birnbach 2- |
Altbirnbach Bad Birnbach 2-3 |
Brasserie Bad Griesbach-Therme (2) |
Kupferpfandl A-Schärding +2 |
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zum Heurigen Bad Griesbach-Therme 4 |
Jäger I-Sirmian/Nals 2 |
Helener Pichl I-St. Pankraz 3 |
Hidalgo I-Burgstall 3 |
Wezl I-Riffian 3 |
LGH
beim Kargl Saulgrub 2 |
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sakrisch guat München 3 |
z Aumeister München 2 |
Maxlmühle Valley +2 |
Klosterstuben Scheyern 4 |
Da Flavio Pfaffenhofen/Ilm 2 |
Klosterstuben Scheyern 3 |
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rot unterlegt: eigentlich traurig! |
Nachbarn:
(I)= Italien (A)= Österreich (F) = Frankreich (N)=generell |
SUPER, beinahe Halleluja |
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kirchenwirt in rein-
und feinform
seit 01.12.08: es war einmal. Der neue Wirt
heißt Meier und kommt aus dem Ort (wir haben
diesbezügliche eine eMail erhalten!)
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schmerzhafter Test Dies ist der ungewöhnlichste Test, denn ich je geschrieben habe. Über ein Haus, dass ich fast geliebt habe, solange es Sebastian Ott betrieben hat. Obwohl er und seine megasympathische Frau Natascha keine Wirtsleute gewesen sind. Das war ihr Pech. Bis die Banken nicht mehr mitmachten und ein Stammgast aus dem nahen Fürstenzell (der Ort mit der Wahnsinnspfarrkirche, dem Dom des Rottales, auf dem Weg nach Bad Griesbach) quasi die Hoftaferne aus der Portokasse kaufte. Die Küchenchefin behielt er. Und auch sonst einiges. Die Preise nicht. Sein Restaurantgarten (ein Biergarten ist es nicht, denn Mitgebrachtes darf bestimmt nicht verzehrt werden) hat an seiner Attraktivität nichts eingebüßt. Was bitte war dann schmerzhaft? Noch ein Satz vorneweg: Wenn man in einer Wirtschaft, die außer einem wunderbaren Ambiente keinerlei kulinarische Highlights zu bieten hatte, an der Grenze zu unseren alpenländischen Nachbarn, für einen Viertelliter Grüner Veltliner 12 Mark auf die Null-Acht-Fufzehn-Gartentische legen muss, von einem Gesöff, dass inzwischen die Massen des stattlichen Inns zu erreichen scheint, dann gehen bei mir alle Lichter aus. AUS. Auszug aus den Karten vom Mittwoch, den 16.07.08: Biergartenkarte Neuburger Wurstsalat mit Essiggurkerl, Zwiebeln und Brot
6,20 Speisenkarte Kräuterspaghetti mit Ratatouille und Mozzarella gratiniert
13,00 Ich habe nichts gegessen und getrunken und
ging ziemlich niedergeschlagen. Wenn ich doch wenigsten ein Bisserl Portokasse hätte
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wasner zu lieben ist allzeit mein sinn Nach einer kleinen Irrfahrt, einer sehr aufschlussreichen, bin ich im Mekka der neiderbayerischen Metzgerkunst gelandet. Die drei wuchtigen Kastanien bilden ein Bilderbuchdach über dem mittelgroßen Gastgarten, den heute drei flitzende Profis locker versorgen. Maria, die Hausperle, ein Hausmann, der seine Gattin arbeiten lässt und ab und an raus muss und eine pechschwarzhaarige Neuheit im jungen, roten Dirndl mit üppigem, wunderschönen Decolleté. Sie hat uns nicht bedient. Den ehemaligen Pfarrer von Griesbach und mich. Die zu tiefst bayrisch gestaltet Karte kennen die Wasnerstammgäste auswendig. Mich ärgert jedes Mal sakrisch, dass der sture Wirt behauptet, ein Schoppen ist 0,2 Liter! Ich übersehe halt immer wieder, dass hier, im Bäderdreieck, die Uhren nach dem Hartl, dem Weber und dem (Holzapfel, gestorben) ticken. Und nicht nach dem Kuckuck! Wenn der Horst allerdings seinen weingeistigen Horizont weiterhin richtig kompetent erweitert, die Hürde Rumänien hat er, Gott sei Dank, unbeschadet übersprungen, dann sollte er nicht weiter behaupten, dass es keine Eichgesetz gibt. Er krnnt halt nur seine Gesetz. Obwohl diese Kastanien beim Wasner haben sie seltsamer
Weise keine Stacheln, sondern Federn, weil der Horst das so will die
samtweiche Abendluft nur auf fünfundzwanzig Grad abgekühlt haben, freue ich mich auf
eine Kartoffelsuppe (2,50 ). »Knofl viereschmeckad wia di Sau, gibt no lan koa guade Frau!« stammt angeblich aus dem Norden Nürnbergs, und die müssen es wissen. Wo so viele hübsche Madeln auf den ausgedehnten Knoblauchfeldern wachsen! Womit ich wieder bei Iris wäre und
deshalb beende ich meine Wasnerkritik. Damit ich es nicht vergesse: die Zitronensuppe zum
Fingerwaschen sollte es automatisch geben, wenn einer genussvoll ist und mit den Fingern isst, was
dabei noch lange keine Sünde nie nicht ist. (Johann Wolfgang von Kilian) |
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horst kam, sah und siegte und erst iris An diesem lauen Sommerabend kapierte auch der
dümmste Schreiberling, warum man das hügelige Bäderdreieck so treffend als
niederbayerische Toscana bezeichnet. Und die Glückseligen, die im Hof des
Sammareier-Hotels in den Buchsbaumnischen hockten, umweht von den verführerischen Düften
eines Grills, konnten sich mit halb geschlossenen Augen sogar nach Versaille
versetzen. Vieles, sehr vieles hat sich im Hansi-Weber-Haus geändert. Arved Arndt entschwebte in höhere Kochtopfhöhen und Theresa, ehemals hier Chefin, tut vorerst gar nichts. (Einige Worte über sie waren doch zu privat, ich habe sie deshalb entfernt.) Der semiitalienisch wirkende Jungleuchtturm Georgi, mit der Vita aus dem Bad Griesbacher Parkhotel und KL, versucht es nun besser zu machen, als der bei Karierthosen megagefragte Pferdeschwanz. Was Gerhard mit der Speisenkarte bereits vortrefflich gelungen ist. Auch die Aktivitäten, wie der Grillabend oder der italienische Samstag machen an. Die Wiederbelebung der Mostrutschn mit einem Shaker-Profi ist so deppert nicht. Generell weht ein neuer Wind durch das nun wahrlich wunderschöne Ambiente mit Denkmalschutz an allen Ecken und Enden. Klug, dass Ex-Sous-Chef Viktor Knaub an den Pfannen
blieb. Er
kennt sich aus. Kennt den Wirt und auch die Wirtin und die nicht einfache
Logistik des Sammareier. Die leicht salto-mortale Küchenkunst von Arved wurde
verbodenständigt, kann damit aber leider nicht mehr hinreißen, bevor man überhaupt den
Löffel in den Mund gesteckt hat. War schon sehr spannend früher. So jetzt aber zu den beiden unbestreitbaren
Höhepunkten des lauen Abends, die man zwar nicht essen konnte, es aber brachten: Wirt
Horst Weber, der »Wasner«, saß an meinem Tisch und brillierte einmal mehr mit seinem
urniederbayerischen Rottufergangstercharme. Wie meinte er selbst so zutreffend: ein Verbrecher, aber ein ganz netter. Die Stunden mit ihm zählen zu meinen »Heileits«
unter den Gastroplaudereien. Da ist es um jede Minute schade, die Hops geht, nur weil das
depperte Auto keinen Alkohol mag
Begleitet haben den Ratsch Wachauer Weine, die es in sich hatten. Ein
Grüner Veltliner vom Jungwinzer Josef Sigl war darunter, der sogar das NobelNigl-Pendant
aus Senftenberg auf die Bretter schickte. Webers Weinpassion war wunderbar! (man beachte
die irre Alliteration, nur für den Horst!) Fazit: es lebe der Bayerische Wald, Birnbachs
Weber-Knechte und ganz besonders die Hildesheimer Börde! Verdammt, jetzt hätte ich beinahe den sympathischen »Italo«-Gerhard vergessen … |
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neue besen kehren gut
heißt eine erprobtes Sprichwort. Dem grau melierten Eisdielenplatzhirsch war der Sommer zu schlecht und er sperrte seinen Laden bereits um Halbneun zu. So stolperte ich in das gerade erst wiedereröffnete Lokal und war vorerst von der gediegenen Einrichtung angetan. Dann musste ich mich an die überzeugend freundliche Art des Wirts gewöhnen. Das ist in dieser Gegend nicht unbedingt stinknormal. Als letztes stopfte ich mir die Nüstern mit köstlichen Küchendüften voll, die Wirtin Manuela in ihrer Puppenküche beim Schnitzelbraten in den klitzekleinen Gastraum brutzelte. Leider bleib mir nur der Griff zum Apfelstrudel, erwärmt, ehrlich zugegeben, mit einer Kugel Vanilleeis und einem Sahnebergerl. Gekonnt angerichtet, auch das fiel mir sofort auf. Der Apfelsaft stammt aus dem Rottal, natursüß, und bezahlbar. Den Eichstrich hat der Wirt glatt übersehen, so gab es o,3 l für 1,50 !! Gespannt bin ich, wie lange die Beiden mit so moderaten Preisen auf Kundenfang gehen. Schön wäre es, wenn sie ihren benachbarten Abzockern wenigstens etwas die Leviten lesen würden. Pocking-Grizzly hast auch Du das gelesen? Eines weiß ich allerdings bestimmt, dass ich mir demnächst
eine Manuela-Wiener-Art einpfeifen werde und nicht nur schnuppern! Dann wissen wir
alle bestimmt etwas mehr. Hoffentlich nur Erfreuliches, sonst gebe ich klaglos meinen
Testerschein bei Petrus ab und ess' nur noch himmlisches Manna. Von den Häckers! |
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sinnviertel zum anbeißen Ein halbes Jahr ist es schon wieder her, dass ich
im kuscheligsten Wirtshäusl des Sinnviertels gesessen bin. Obwohl es ja ein Restaurant ist.
Ein feines, kleines, mit dem witzigsten Gassenfreisitz Schärdings. Es war früh am
Abend, so hockte Erika ein paar Minuten an meinem Zweiertischerl und raubte mir den Atem.
Ohne dass sie es bemerkte. Rasse in Reinkultur. Gibt es im ganzen Sinnviertel kein zweites
Mal. Packen wir dafür Thomas Haders Magendratzerl, Lachsmousse
mit marinierter Avocado und Flußkrebsschwanzerl (nicht aus dem Inn, dafür aus
Paris). Als lieb zu bezeichnen, nicht nur gut. War aber gut so, denn beim Gedeck (2,00
) hat mir die Sarah doch glatt den sauerrahmigen Aufstrich unterschlagen. Erstes
Lehrjahr. Alles wird gut. Sensationell Haders Suppe: Weiße Tomatenschaumsuppe mit Erdäpfel-Lachsravioli (4,80 ). Halleluja oder geil. Sie können es sich aussuchen. Je nach Konfession. Obwohl zwischen weiß und rosa ein Unterschied Versteckerl spielt, ist der Genuss eine leicht zu findende Offenbarung. Klar, dass nach so einem Highlight der Nachfolger schlechte
Karten hat. Doch der Klassiker Ausgelöstes Steirisches Backhend'l auf
Erdäpfel-Vogerlsalat und Kernöl (12,50 ) hält mit. (Der Weber
Horst mit seinem Hendltick tat ausflippen). Weil sich auch da der
engagierte Bursche in seiner Puppen-Show-Küche verflixt viel Mühe macht. Das Hendl legt
er in Sauerrahm ein, damit es saftig bleibt. Und über den Kartoffel-, sorry,
Erdäpfelsalat habe ich mich ja schon ausgelassen. Wäre auch etwas für Otto Mattivi aus dem
Hidalgo in Südtirol. Vielleicht schaffe ich in dieser Woche nochmals das Gasserl? Dann verdrücke ich einfach drei Desserts. Total ohne Kartoffel, aber hoffentlich mit ein Bisserl Erika. Ich zittere auch wieder ganz lautlos. Versprochen! Getränkepreise: Pils, 0,3 l, 2,60 ; Kleines Mineral, 0,25 l, 2,10 (Servicefehler: falsche Größe serviert und nicht zurückgenommen); Großes Mineral, 0,7 l, 4,60 . Ein wenig hat mich enttäuscht, dass meine
Bettelei im Januar über Trüffelöl bei den beiden überhaupt kein Gehör gefunden hat.
Es stand wieder gnadenlos auf der Karte: Rosa Steak vom heimischen Hirschrücken auf
Holundersauce mit Trüffelpolenta (21,00 ). |
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zittern wie espenlaub Ein unermesslich hübsches Weib, diese Gertraud
Danner! Dazu Gertraud ... Nein, ich darf nicht testen, wenn diese Frau da ist. Also berichte ich nur. Von acht kleinfingerkurzen Schweinerippchen mit laukalter Folienkartoffel und gipsartigem Kräuterquark. Sie zitherte »Wenn der Hund mit der Wurscht ...«. Zu den winzigen Rippchen empfahl mir die Bedienung eine ungewöhnliche »Paprikasoße«, wie sie sich ausdrückte. Gibt es in jedem Supermarkt, heißt Thai-chili-sauce und pappt zur Zeit an jedem Gaumen. Auch an meinem. Nicht an dem vom »Dritten Mann«. Sonst wäre das Stück nicht so berühmt geworden. Die Quarkpampe in der Kartoffel schmeckte beinahe wie ein sehr bekannter Rissfüller, dessen Qualität jedoch über jeden Zweifel erhaben ist. Woher ich das weiß, wie der schmeckt? Meine von Gertraud an den Rand des Irrsinns gezitherten Gedanken behaupten das gnadenlos. Sie ging in den anderen Raum. Meine Nerven schrien nach Zither-Zucker. Ein gut esslöffelgroßer Klacks schwarzer Mousse au chocolat mit einer bescheidenen Kugel Vanilleeis auf gepuderzuckertem Teller sollte helfen. Ich ging dann lieber, um 27,55 ärmer. Außer den verdrückten kulinarischen Downlights hatte ich einen halben Liter Pellegrino (3,40 ) und zwei Jameks getrunken. Mein »Eigenbau-Dreigang-Menü« kostete also 15,75 . Wenigstens darüber kann ich nur leise meckern. Ich hatte Glück, denn die Luft draußen war frisch und klar. Dann kroch ich angeschickert ins Haiabett und träumte von ... na, was? Von irgendwelchen Weibern, die genau so beknackt aussahen, wie ich. Nicht eine Sekunde Gertraud Danner. So ein Mist! PS: Frau Croneiss bediente flott und freundlich. Gertraud Danner kann auch Harfe und Gitarre, hat man mir gesagt! I halts net aus … |
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jäger ohne flinte
Auch das
optisch beispielhaft angerichtete vitello tonnato (7,80 €) schrie
schier nach einem Rebentropfen, verlangte das Letzte meiner
Widerstandskraft.
Als ich
dann, beinahe im Schritttempo, glückselig wieder ins Tal bummelte, musste
ich an einer Wanderin vorbeifahren, mit vier (!) Wanderstöcken! Mir blieb
schlicht die Luft weg. Warum passiert das immer mir? Natürlich viel zu feig,
um anzuhalten … |
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mittags ganz oben
Die
optisch ansprechende Speckknödelsuppe (3,50 €), der kleine Steintisch
tut sein Übriges, ist heftig grün herausgeputzt, nur die Brühe schwächelt
leider und der Knödel schmeckt farblos. |
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brombeerrosa umgebaut
Alessandro Miragoli ist auch wieder da, um Otto glücklich zu machen.
Komisch, weder in München noch bei Meran, konnte der viel beachtete und
bejubelte Kochtopfstratege meine Begeisterung wecken. An diesem Mittag
klappt das allerdings auch nicht, denn seine Rosmarinkartoffeln sind so
daneben, dass der Wirt beim Tischpalaver über das Kartoffelthema Gänsehaut
bekommt. Ich habe es mit eigenen Augen gesehen. Es treibt ihn schier in den
Wahnsinn, das Problem mit guten, geschmackvollen, irdenen Knollen, schimpft
er. Es beruhigt ihn kaum, als ich meine, dass demnach fast zwei Drittel
aller bayerischen Wirte in die Klapsmühle müssten.
So, das war der »angeknabberte« Genuss, jetzt wird hochgelobt. Der Gruß aus der Küche mit einem sensationellen vitello tonnato, ist nicht zu toppen, ebenso wenig das Sorbet des Tages - Zitronensorbet (5,00 €).
Was rede ich
herum? »Im Herbst wird das Hidalgo wieder auf Hochtouren laufen«, meint Otto
absolut zuversichtlich. Und daran ist auch bestimmt nichts zu rütteln, meine
und hoffe ich! |
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nass gezirpt
Sivlia
sah vorher schon
knisternd
aus, jetzt blicke ich lieber in die Speisenkarte. Ist viel beruhigender.
Jochen versucht mit jungwildem Kopftuchpiratentouch mitzuhalten. Chancenlos!
Wenn er eines schönen Tages so kocht, wie Silvia strahlt, wird er berühmt –
und ich werde wieder Riffianfan. Das Angebot der »Griller« ist immer noch
reizvoll, die hausgemachten Produkte nehmen erfreulich überhand. Selbst eine
Apfelschorle schmeckt hier besser, als anderswo. Wirklich, ohne aufs Mädl
geschielt zu haben.
Mein Tipp an das Westufer der wilden, attraktiven
Passer: trotzdem etwas behutsamer mit den Preisen umgehen. Nicht dass es
eines Tages vollkommen wurscht ist, ob hier die Stühle nass sind, oder
nicht. |
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der bärlauchpabst
Ein traumhafter Cabrio-Maienabend hatte
uns, den Marathon-Georg (M-G) und mich, den Tele-Obelix (T-O), vom Staffelsee ins nahe Ammertal mit seinen malerischen Blumenwiesen und
Hochmooren gelockt. Da blieb keine andere Wahl, als beim Kargl
einzukehren. Nach meinem zweiten Gaststättenführer haben ihn, den
Bärlauchkönig, natürlich alle Medien entdeckt. Die Zeitungen sowieso, und
dann diverse Fernsehsender. Will man dem Toni, ganz speziell ihm, dem langsam, aber sicher betagten Toni, der an diesem Pfingstmittwoch arg angeschlagen in den Seilen hing, eine Freude machen, dann probiert man auch bärlauchfreie Schmankerl. Denn die Karglfamily, Hilde, Anton, Toni, kann prinzipiell kochen, sehr gut kochen! Wenn auch manchmal der Ansturm die winzige Familienküchenmannschaft zu fertigen Produkten, aber Gott sei Dank guten, greifen lässt.
Für mich gab es ergo eine Ammergauer Käsesuppe (3,50 €), normal im
wuchtigen Porzellanteller, ich wollte nur verkosten, daher in der
Suppentasse. Machen wir es kurz: da pfeiff' ich auch auf Bärlauch. Georg
löffelte mit glasig verklärtem Blick Kargl's Bärlauchsuppe (3,70 €),
weil er bereits ahnte, was ihn, den Gernesser und Messerfreak nebst
Einsternehausfrau, mit seinem Hauptgang erwartete: Schweinsbackerl
(mager) mit frischen Steirischen Kren auf Sauerkraut und Bärlauchknödel
(9,90 €). Außer Kopfschütteln brachte er nichts mehr hervor. Toni
meinte, dieses Liebhaberfleisch braucht einen deutlichen Gegenpol: das
Kraut. Jetzt zu T-O: Saulgruber
Schnitzel in der Knuspri-Kruste gefüllt mit süßem Senf und handgeriebenen
Steirer Meerrettich, dazu geröstete Kartoffel (11,90 €) ist ohne jeden
Schmäh päpstlich. Quatsch: papstwürdig. Denn der Marktler Oberhirte huldigt
doch eher Tee und Limo und … Doch da gehe ich jetzt nicht näher darauf ein.
Nach einer Probierkugel Bärlaucheis (wohlgemerkt, da hatte es dem M-G bereits den Vogel rausg'haut), die eisige Sauerei steht nicht auf der Karte, gab es aber für die Pabstjünger als Abschluß einen Kaiserschmarrn mit Zwetschgenröster, für die ewig Gschleckerten.
Dann sind wir über Murnau nach Hause gebummelt und waren uns
einig: Selbst die beknackten Benzinpreise sollten nicht von einem Pabstbesuch beim Kargl abhalten (Rom ist um Lichtjahre teurer und außerdem
ziemlich bärlauchfrei). |
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sakrisch ist übertrieben
Trotz sibirischem Lüfterl saßen zwei kälteresistente Mäntel Dank kräftiger Aprilsonne sogar an der Hauswand im Freien und ergötzten sich an den Golfbällen der hautnahen Übungsanlage zur Abschlagverbesserung. Haushohe Netze sorgen dafür, dass die pockennarbigen Kugerln nicht in ihre Schweinsbratensoße pfitschen. Trotz Schutz, mich stört's. Also sitze ich drinnen in einem schon arg langweiligem Ambiente, wenn ich an den nahen Aumeister denke, und bin andererseits über die moderaten Preise erstaunt, wenn ich an den nahen Aumeister denke. Also denke ich nicht länger herum und esse. Ich hatte die Bestellung noch nicht richtig ausgesprochen, stand die Leberknödelsuppe in Tafelspitzbouillon (2,50 €) vor mir. Die Mikrowelle machte dies möglich. Groß ist er, der Knödel und dunkel, wie ein Afrikaner. Er schmeckt sehr gut lebrig, nicht zu aufdringlich und ist eher locker als fest. Die Brühe hat fast Dampf, übertrumpft aber immerhin den Aumeister deutlich. Schön auch der wirklich frische und reichlich vorhandene Schnittlauch. Gefreut hat mich das Seniorenangebot, das nicht unbedingt in der Gastronomie so häufig ist, wie ein sattes Preisniveau. Nachmittags um Drei erwarte ich von einer Küche mit durchgehendem Angebot eher Erbärmlichkeiten der Aufwärmkunst, denn Genuss. Irrtum. Kleiner Schweinebraten mit Kartoffel- oder Semmelknödel und Krautsalat (5,90 €) hatte ich mir bei der Lippenkontur bestellt. Sogar ein paar Zentimeter resche Kruste konnte ich am saftigen Stückerl Fleisch genießen. Die Soße sah leider eher fertig aus, war aber trotzdem leidlich. Leut', ich sage euch, es gibt inzwischen Knödelteighersteller, da schmeckt der kindskopfgroße, herrlich grobfasrige Knödelkugelball richtig gut. Schade, Bröckerl im Innenleben hatte er nicht. Und zum Krautsalat, mustergültig mit Speck und Kümmel, gibt es nur einen Kommentar: gut! Chronistenpflicht: Apfelschorle, 0,5 l 2,50 €; Spezi, 0,5 l 2,50 €.
Der nächste Test folgt im Biergarten und dann reden wir weiter. Aumeister,
wie gut, dass du so einen wunderschönen Biergarten hast. Dein Glück! |
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diesma(h)l nix au, eher meister
Mit dem an sich flinken und bemühten Service kann ich nicht warm werden. Aber das liegt sicher an mir. Damit ist der Fertigkartoffelbrei vom vorletzten Besuch getilgt. Bitte nicht rückgängig machen! Dank dem schönen Ambiente der jagdlichen Stuben bekommt dieses Mittagsmahl die Schulnote 2. Eine satte Verbesserung gegenüber dem Abendmal um 1,5 Punkte.
Und ich freue mich schon riesig auf den extrem gepflegten, großen
Biergarten! |
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es klappert die mühle
Herrschaft Seiten macht der junge Bursche inzwischen Spaß: Rahmsüppchen von der Wildkartoffel (2,50 €). Das muss man doch probieren – und haben Sie den Preis gesehen? Hervorragend! Ganz dünne, rohe Scheibchen der Topinambur-Knolle erzählen dem Gaumen, was eine Wildkartoffel ist. Wenn Thomas – übrigens, der schmucke Kerl hat immer noch keine Wirtin gefunden (ich kapiere das nicht) – im nächsten Winter einen Hauch Trüffel (ja kein Öl!!!) hineinschmeißt, dann kriegt man den Vogel, selbst wenn er ein paar Kreuzer mehr für die Delikatesse kassieren muss. Wer keinen Vogel kriegt, kann sich in den gepflegten Garten setzen, da gibt es viele hochbegabte Asterlsänger, mehr als genug. Mein Mitesser Tom wollte ums Verrecken Spargel mit Schinken (14,90 €) (der Schinken rechtfertigt den Preis, sonst nicht!!!) haben, obwohl der, ehrlich von der Wirtin zugegeben, von der Akropolis kam. Nur der junge BR-Intellektuelle lässt sich von einem verknitterten Althasen doch nicht sagen, was auf seinen Teller kommt! Trost: die weißen Stangerl aus dem Ausland werden von Jahr zu Jahr besser und unterlaufen immer erfolgreicher die Hochpreispolitik der einheimischen Folienfreaks, die inzwischen ganze Landstriche einwickeln, wie weiland Christo mit seiner Jeanne-Claude den Reichstag. Nur geht es dabei nicht um Kunst, sondern um Diri-Dari. Viel Diri-Dari! Der Geschmack verkümmert dabei oft zur Nebensache. Außerdem habe ich öfters erlebt, dass ich »Weihnachtsstangerl« bekommen. Sie waren so holzig, dass sie ein hervorragendes Kaminfeuer abgegeben hätten.
Zurück zur Natur an die rauschende, hüpfende Mangfall. Ich blieb natürlich im Hauptgang bei meinen
Leisten und zog mir aus dem Gebirgswasser, das direkt unterm
Stammtisch durchplätschert, eine frische, hausgeräucherte Forelle mit
Bratkartoffel (10,50 €) rein, für die es
kein passenderes Attribut gibt, als »göttlich«. Der Herr möge es mir
verzeihen. Die separat gereichten Bratkartoffeln kann man nicht perfekter
zubereiten. Fazit: vorne an der Bruckmühle unbedingt vorbeifahren
zum Halleluja »Maxlmühle« mit der Fritzschefamily! |
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weisser sonntag?
Einen schöneren Frühlingsauftakt konnte man sich kaum wünschen. Wie Lemminge trieb es uns um Eins hinauf auf den Scheyerner Berg, hinein in den Biergarten. An die Hauswand. Zu den zwei Reihen Tischen. Ja verdammt noch einmal: zwei Handvoll Tische für die vielen Sonnenhungrigen. Und Magenhungrigen. Und Durstigen. Eine Sauwut hatte ich vom Stand weg auf den Wiener Zipfelhaubenschnalzer. Versteht der denn unseren bayerischen Wetterbericht nicht? Weiß der nicht, was ein weißer Sonntag ist? Hat der jemals in einem Biergarten schon eine Viertelstunde auf's Bier warten müssen? Natürlich. In seinem! Ich verstehe schon, auf Schiffen gibt es keine Biergärten … Die Karte war die gleiche wie vor ein paar Tagen.
Nur mit ärgerlichen Varianten. Ein Stoßgebet, anstatt Fluch, hat dann aber gewaltig geholfen. Wir durften uns zuwisetzen, zu einem sympathischen Radlerehepaar und wurden von einem bildhübschen Engelvollblutweib namens Sylvia aus dem nahen Hettenshausen bedient. Ja war die eine Wohltat! Leider ist sie nur am Sonntag da. Vielleicht ist das ganz gut so – kann ich besser schlafen. Vielleicht bleibt auch der Roberto? Vielleicht, vielleicht, vielleicht? Viel schwer! Da gemma nimmer her! Da dieser Reim nicht von Goethe ist, kommen wir so lange in unsere Klosterwirtschaft, bis wir den Eder und den Hennig katholisch gemacht haben. Worauf sich die verlassen können. Und wenn sie uns einen Gang fünf mal bringen müssen. So, jetzt ist alles draußen. Noch ein Schluck vom herrlichen, goldfarbenen kellertrüben Bier im schönen Seidel – und die Welt ist fast wieder in Ordnung. Beim Heimfahren geht mir plötzlich ein Licht auf:
Ich war heute morgen nicht in der Kirche, weil ich kein Auto hatte. Jetzt
ist alles klar! |
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