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07-03-10 10:46

Halleluja 2
zur Übersicht

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Roter Hahn
Restaurant + Hotel

Rote Hahnengasse 10
93047 Regensburg

keine Fotos:
Kameradefekt

Oberpfalz

moderner Genuß

Wirt: Fam. Schmidt
am Herd:
Rainer Lorber

Tel: 0941-59509-0

  gourmetgockl

Vom Dom winkelte ich mich westwärts durch romantische, enge Altstadtgassen zum rostroten, renovierten Haus mit vierhundert Jahren Tradition. Selbstsicher tritt die junge Wirtsfamilie auf, trumpft mit ihrem hausgemachten Rainer Lorber in der Küche. Nach ein paar Jahren Auslandspflicht, begeistert er jetzt mit grundsoliden, aber auch interessanten Kreationen seine zunehmende Anhängerschar in einem modernen Ambiente. Der hohe Raum bietet eher die Akustik einer Bahnhofshalle. Hinter kunstvoll gestalteter Brüstung brilliert eine helle Galerie. Luftig ist bestuhlt, in Zoroschwarz gleitet der Service zu den Gästen. Stefan zeigt mir die Garderobe. Noch ist nichts los, warum nimmt er mir meinen Anorak nicht ab und hängt ihn auf? Es hätte dem Haus fast die Krone genommen. Die Speisenkarte zeigt sich sehr übersichtlich. Im Februar gibt es zum Stammangebot eine Valentinsmenü, sechs Gänge für 42 €, mit Aperitif und Wein kostet es 57 €. Nicht eine Kreation, die mich nicht interessiert. Fastenzeitbegleitet von Mineralwasser im Kühler, was es Meister Lorber nicht leichter macht. Gerade rauscht tiefschwarz die Wirtin mit kurz angedeuteten Honneurs durch die heilige Halle. Das amuse gueule, ein Gruß aus der Küche in Gestalt von Mozzarella mit Cherrytomaten wirkt ebenso oberflächlich, wie Monikas Huscher. Doch dann folgen nur noch Pauken und Trompeten. Gebratenes Rinderfilet an Salatbouquet, Himbeervinaigrette ist ein reizvolles Geschmacksspiel zwischen lauwarmem, zarten Fleisch, reichlich, und feiner Dressingsäure. Sensationell schmeckt die Suppe in der farbigen Henkeltasse , Rotkohl-Zwetschgensüppchen mit Apfelchips. Ich liebe diese frechen Formen feiner, neuer Regionalküchen, die sehr wohl auf jedes Tellerikebana verzichten können. Fast romantisch wirkt auf mich das Ragout von Hummer und Garnele im Blätterteigherz. Ein traumhaftes Sößchen und knackiges Seeviecherlfleisch demonstrieren Können und Sorgfalt der Pfannenrücker. Da darf dann sogar ein Sorbet von Birnen und Rosenblüten in der Hauptsache nur kalt sein. Außerdem zelebrierte Lorber einen absolut übererzeugenden Fleischgang: Mit Kurpflaume gefülltes Schweinsfilet auf Cognacsauce, Gnocchi muß ich meinen Lesern ans Herz legen, ans Blätterteigherzerl. Meines Wissens helfen Kurpflaumen beim Verdauen. In Anbetracht dieser gutgemeinten Wohltat für meine Innereien denke ich mir überhaupt nichts mehr beim süßen Finale, bei einem Waldfruchtparfait mit Vanilleschaum nebst winterlichen Früchten, wie Füsalis und Sternfrucht. Da im Roten Hahn eine stattliche Anzahl bezahlbarer Flaschen das Genießen deutlich steigern könnte, werde ich wieder kommen und auch übernachten. Bis der Hahn kräht – oder später!

09
2004

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Mühltalhof
Restaurant + Hotel

Haus 6
A-4120 Unternberg
GT von Neufelden

Österreich/
Mühlviertel

edel am
Bach

Wirt: Fam. Rachinger
am Herd:
Helmut Rachinger

Tel: 0043-7282-6258

  zeitlupengenuss

Im Sauwald bei Passau schneite es an diesem tristen Novembersonntagmittag bereits heftig. Wieder ein Jahr vorbei und ich hatte es nicht geschafft, die sommerlichen Trumpfkarten der Familie Rachinger zu verkosten. Die da sind: das romantische Wandertal der Mühl, die Terrasse zum schwimmbar aufgestauten Bach mit einem der hervorragenden Weine aus Österreich im Glas, Helmuts Haubenküche vor sich und die Seelenslowmotion in sich. Nein es regnete und war nasskalt. Wie bei meinem letzten Besuch. Die Rezeption bestand noch immer aus einem künstlerisch zersägten Baumstamm, das feine Restaurant gehört inzwischen den Nichtrauchern und Bernadette gehört noch immer ihrem Mann, Mama Burgi kümmert sich noch immer gerne um den Wein und zunehmend um die Kinder. Fehlt noch eine in der erfolgreichen Riege. Umsichtig, kompetent, im dezenten Kostüm, die bekannte Wuschelfrisur, der Schalk scheint etwas zurückgenommen. Hanni Rachinger. Aber ihr feines Lachen hat sich nicht geändert. Die Speisenkarte auch nicht. Das Aussehen der Weinkarte könnte ein facelifting vertragen. Mein einziger Kritikpunkt. Halt, die raunzige Schrammelmusik aus dem Lautsprecher ging mir fast auf den Keks. Selbst der Wechsel auf Klassik beim Hauptgang konnte mich nicht überzeugen. Dabei wollte ich doch gar nicht kritisieren.

Schon das Gedeck (2,20 €) mit dreierlei Aufstrichen: Mühlviertler Erdäpfelkas mit Leinsamen, Sesamdip mit Balsamico und Forellentatar mit Paprika begeisterte mich gewaltig. Bernadette strahlte. Ich auch. Dann wurde es ernst, das Menü (48 €) begann mit einem optischen Triumph, mit Sellerieblattln auf Walnusspesto mit Wildschweinrohschinken. Ein paar Radln schwarze Nüsse, die Helmut Rachinger selbst einlegt, gab es als Genuss-Deko. Eine absolute Rarität. Ich mag Sellerie überhaupt nicht – und habe aufgegessen. So einfach ist das. Bei der Maroni-Rotweinsuppe mit Zimtcroutons musste ich mich zügeln, denn mir schwante, dass da noch einiges kommen würde. Zum Beispiel der beste Fischgang der letzten Testerjahre: Mariniertes Welsfilet mit Soja und Sesamöl auf sautiertem Chinakohl. Bestimmt schwamm der Flossler freiwillig in Rachingers Küche, damit ihn der Regionalproduktefreak raffiniert zubereiten konnte. Da wächst schon mal auch Soja und Sesam im nahen Schlägl … Spaß beiseite, Has’ herbei. Wildhasenpfeffersteak auf getrüffletem Erdäpfelkohl; da bat ich, das Öl wegzulassen. Es tat dem hervorragenden Fleischgang nicht den geringsten Abbruch. Trüffel ja, flüssig nein! Wundervoll die Kohlteilchen im deftigen Kartoffelbrei. Eines der beiden Steaks war etwas fester. Na und. Zwetschgenröster mit Holunder zum Karamelisierten Birnenschmarrn. Ich bin fertig. Na und. Bis zum Sommer!!

Sellerieblattln

Wildhase

Wie man hinkommt? Von Linz über die schnelle 127 in 30 Kilometern nordwestlich nach Neufelden. Von Passau über Wegscheid und Rohrbach nach Neufelden, 75 km.
Ruhetag
: Sonntagabend, Montag, Dienstag
(November 04)

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La Passion
Restaurant + Hotelchen

Sankt-Nikolaus-Weg 5
I-39030 Vintl/ Obervintl

Südtirol

beim feinsten Nikolaus

Wirt: Fam. Kerschbaumer
am Herd:
der Wirt

Tel: 0039-0472-868595

  nix krampus - nur heilig

Vier bis fünf Tische hat’s in der urigen, dezent dekorierten kleinen Bauernstub'n. Sofern man sie überhaupt findet, denn der unauffällige, etwas versteckte Hauseingang verwirrt. Oder war ich vor Vorfreude vielleicht schon etwas benebelt?
»Was der Bauer nicht kennt, …«, von wegen: Überraschungsmenü mit Weinbegleitung (60,00 €). Der Wolfgang wird’s schon richten! Und da gibt es ja noch die hübsche, kompetente Wirtin Helene im Service. Für alle Notfälle? Der Gruß aus der Küche, Carpaccio vom Oktopus mit roten Zwiebeln auf Honigessig mit Gurken, Tomaten und Basilikum, war herrlich mariniert, weckte Vorfreude und Lust auf mehr. Als Ouvertüre dann Gänsestopfleber mit Rotweinbirne und Rhabarber im Passionsfruchtgelee mit Feigenchutney und hausgemachtem Brioche, wunderbar harmonisch begleitet von einem Glas Spätlese-Gewürztraminer aus dem Elsass. Verlieh mir beinahe Flügel. Hiergeblieben, gehockt und noch nicht abgehoben. Kartoffelnocken mit Gamberetti, Zucchini, Pilzen und Tomaten. Klitzeklein geschnippeltes Gemüse, etwas pikant und kontrastreich. Zweimal Gewürztraminer, diese Mal »Kolbenhofer« von Hofstätter, ich trank ohne zu leiden, nix Passion vorerst. Dann ein kurzer Abstecher in den nahen, spätsommerlichen Wald: Hirschrücken mit Holundersoße, Steinpilzen vom Grill, Polenta und Keniabohnen mit Speck. Das Fleisch zartrosa und saftig, die Polenta körnig, die Bohnen knackig und die Pilze – Waldboden pur! Das Ganze ein puristisches Meisterwerk ohne Schnörkel und Schnick-Schnack. Dazu kredenzte Helene ein Glas »Arte« von Domenico Clerico. An dieser Stelle möchte ich loben, dass auch edle und teure Tropfen glasweise ausgeschenkt werden.
Wieso ist schon Schluss? Nein: Gebrannte Crème mit marinierten Erd- und Himbeeren. Fand leicht noch Platz, nebst dazugehörendem Château 2001. Der kam erstaunlich leichtfüßig daher, so dass es keinen obligaten Digestif brauchte, dafür aber noch einen langen Ratsch unter Frauen. Besser als jeder noch so edle Brand. Sagt frau.

Wer in Obervintl leiden will, sollte unbedingt rechtzeitig reservieren. Sonst geht dort fast gar nichts. Leider.

Summa summarum (Latein): Guit und ginui und foscht no mitebikemm! (= altes Pustertaler Sprichwort: Gut und genug und fast noch was mitgekriegt)
Manchmal liebe ich es richtig, zu leiden
…                                                                    
FSR

Hirsch

Crème brullée

Wie man hinkommt? Von der Brennerautobahnausfahrt »Brixen-Nord« Richtung Bruneck ins Pustertal. In Vintel (15 km ab der AB ) zum Ortsteil Obervintl und dort zur St. Nikolaus-Kirche, dann vor der Tankstelle südöstl. den Berg etwas hinauf.
Ruhetag
: Montag
(August 04)

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Domherrnhof
Restaurant

85072 Eichstätt

Oberbayern

fein

Wirt: Fam. Waldmüller
am Herd:
der Wirt

Tel: 08421-6126

  edler kirchenwirt

Obwohl der wuchtige Willibaldsdom an diesem Samstagnachmittag wieder mit großem Hochzeits-Geläut in die edlen Barockräume des Domherrnhofes hineintönte, werde ich dieses Mal bei der Beschreibung des Altmühltaler Feinschmeckerkleinods auf ihn verzichten.
Ich saß, freiwillig, zurückgezogen in der Schänke und nicht an »meinem« Tisch. Dort standen die Fenster weit offen. Es war festlich eingedeckt für eine kleine Gesellschaft.
Was leider viele Besucher der Altmühlperle nicht wissen, da gehören sogar Einheimische mit dazu, dass man bei den Waldmüllers auch »südlich« genießen kann, rustikal, nur einen Espresso oder etwas »Kleines«, oder etwas Handfestes, in der Schänke am Kachelofen, an wuchtigen, braunen Holztischen und Bänken. Auch der ideale Platz, um Theresias Wahnsinnsweinkeller ohne Kalorienzählen zu ertrinken. Tief unten in den Gewölben des Hauses liegen ihre Leidenschaften, die sie zu sehr moderaten Preisen an ihre Gäste weiter gibt. Die natürlich auch ausgezeichnet zum Carpaccio vom Steinbutt und Thunfisch mit eingelegtem Ingwer, Sesam und zweierlei Ölen (14,50 €) passt. Ein phänomenaler Einstieg in eine mittägliche Reise durch Ruperts Köstlichkeiten. Regional, frisch, perfekt: Gebratene Lammleber auf marinierten Erbsenschoten (10,50 €). Ab in den Süden, ein Halleluja für die Klare Tomatensuppe mit Flusskrebsen und Steinpilzravioli (7,00 €). Ich wusste wieder, wie Tomaten schmecken! Auf die Gebratene Seezunge mit Steinpilzen (24,50 €) habe ich dann verzichtet, weil der Küchenchef, der Zeit entsprechend, heute auch nach Asien schielte: Knusprig gebratene Entenbrust auf süß-sauerer Sauce, Wokgemüse und Reisplätzchen (22,50 €). Herrlich rosa das zarte Fleisch mit tatsächlich knackig rescher Haut. Er hatte nicht zu viel versprochen. Theresia hatte Verständnis für meine Weinabstinenz und meinte, ich solle mich mit einem ganz feinen Dessert trösten. Himbeeren mit weißem Schokoladensoufflé und Passionsfruchtsorbet (11,00 €). Gewaltig! Wäre Rupert eine Köchin, würde ich vor ihm niederknien. Beim Mittagsläuten.

Lammleber

Entenbrust

Wie man hinkommt? Von der A9 »München-Nürnberg« Ausfahrt »Ingolstadt-Nord/61« westlich über die B13 gut ausgeschildert zum Eichstätter Dom, ca. 27 km ab der AB.
Ruhetag
: Montag
(September 04)

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Helener Pichl
Gasthof + Garten
Helenabichl 1

I-39010
St. Pankraz
 

Südtirol

speckhimmel
und überhaupt

Wirt: Karl Laimer
am Herd:
der Wirt

Tel: 0039-0473-78139

  himmelhalleluja

Wolken, Lupinen, Heidelbeeren, Tannenzapfen, ferne Gletscherfelder, vom nahen Kirchturm St. Helena schlägt es wohltönend zu Mittag. Ein paar Mücken tanzen in einem Sonnenstrahl, der durch Bäume auf einen obelixen Natursteintisch fällt. Dazu als Sitzbank ein silbergrauer, verwitterter, gebogener Baumstamm.
Wo ist Heidi? Bin ich nicht in einem Heimatfilm?
Nein. Aber an einem äußerst mystischen Platz. Inmitten von unsichtbaren Strahlen, die aus der Erde strömen, oder vom weißblauen Herrgottshimmel herabsteigen. Heidnisch oder christlich? Natürlich! Sie ist so nah, die Natur, dieses wertvollste Gut unserer Erde, wie ich es selten vorher empfunden hatte. Hier, auf eintausendfünfhundert Meter Höhe, sah ich plötzlich klar und deutlich, warum es heißt: Mutter Natur.
Fahren und gehen Sie hier herauf. Eine halbe Stunde unbeschwerliches Bergwanderbummeln und etwas Übung im Bergsträßchenfahren wird Ihnen abverlangt. Schauen Sie in die kleine Kapelle, verweilen ein paar Minuten, bis der Alltag unversehen verschwunden ist.

Jetzt sind Sie bereit für den Karl Laimer.

Ultner Bauernsohn, vogelwilder Bergsteiger, Marathonman, Koch, »Hüttenwirt« und jede Menge Mensch. Jetzt sitzen Sie im Garten seines Gasthofes, vor sich eine Leberknödelsuppe (3,50 €), oder, weniger bayrisch, eine Speckknödelsuppe (3,50 €) und alle ihre Probleme bekommen die Größe von Gartenzwergen. Oder von, passender, Wahnsinnsknödeln. Klar, der drahtige Bursche macht die kindskopfgroßen Kugeln selber, perfekt gewürzt, in feinster Brühe, doch den Sankthelenabichlgeschmack verleiht ihnen die Natur rundherum. Und die Strahlen.
Karl kommt von einem Bauernhof, gar nicht weit weg, mit Wiesen so steil, dass man mit der Hand mähen muss und ein Fuß immer zwanzig Zentimeter kürzer sein sollte. Auf seinem Hof würzt und räuchert er einen Speck, den ich mit vollster Überzeugung »göttlich« nenne. Von dort kommt auch ein weiterer Speck, aus dem Bauchfleisch, von Schweinen, die er selbst großfüttert. Inzwischen gehen sogar Einheimische brav die knappe halbe Stunde, um an dieses südtiroler Manna zu gelangen. Auf patiniertem Brettl serviert, für 7,00 €, ist dies nur Teil des Schlaraffenlandes »Helener Bichl«. Der andere, der gewaltige, der himmelhohe Teil heißt »Vorbestellung«. Da ist Karl in seinem Element und macht Sie fertig. Echt fertig.
Noch ein Schluck vom Kalterersee, im Keller liegen aber ganz andere feuchte Schmankerl, dann muss ich wieder hinunter, durch blumenpralle Bergwiesen, ständig überwältigt von den Bilderbuchansichten des Ultentales. Ganz schlaue Vorbesteller bleiben aber nach dem Abendmahl, futtern ein sündiges Dessert mit naturgemaltem Sonnenuntergang und kriechen in ein Kuschelbett. Pensionsgäste dürfen sogar mit dem Auto bis vor die Haustüre. Na ja. Es gilt auch für diesen Bettanschluß: »Der Berg, i muaß eahm unterkriagn«, mit dem Zahnbürstl im Rucksack. Das bringt dann den wahren Kick.

Suppe

Speck

Wie man hinkommt? Von der A22 »Bozen-Meran« Ausfahrt »Lana« durch Lana durch, ins Ultental hinauf, nach St. Pankraz gleich rechts, ausgeschildert mit St. Helena, mitunter kühn, doch gut beplankt, den Berg hinauf, bis der Teer aufhört; jetzt parken und auf der Forststraße fast eben in 20 min zur Kirche; ca. 25 km ab der AB.
Ruhetag
: Montag
Juli 04

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Schloss Hallburg
Weinrestaurant + Romantik-Garten

97332 Volkach

Unterfranken

rustikal-fein

Wirtin: Karin Molitor-Hartmann
am Herd:
Toralf Barth

Tel: 09381-2340
www.
schlosshallburg.de

  mit und ohne burgfräulein

Noch bevor ich überhaupt etwas Genaueres von der Hallburg gesehen hatte, hörte ich von der bildhübschen, wirtelnden Ex-Deutschland-Volkach-Weinkönigin in zutiefst fränkischem Gemäuer am Mainweinhochufer. Sogar der behäbige Fluß soll dort umgekehrt sein, damit er das dunkelhaarige Wesen ein zweites Ma(h)l anschmachten konnte. Und was mache ich mit so etwas? Ich fahre trotzdem hin und sülze!
Vatertag, Regenperiode zu Ende. Traumwetter. Im wirklich wunderschönen, beinahe überfüllten Biergarten swingen Live-Jazzer-Solis durch die fröhlichen Tischreihen. Im katzenkopfgepflasterten Innenkreis um eine junge Kastanie, aussen säumen Linden, bedienen überwiegend fesche Hasen, bitte nicht steinigen, flott und fröhlichfrech Radfahrer, Fußmüde, Großkopferte Würzburger, und auch Nürnberger. Kinder und Genießergreise, Bier- und Wein-Liebhaber. Denn der Romantik-Garten ist eigentlich ein Weingarten, weil es reichlich Schoppen aus den Weinbergen rundherum zu süffeln gibt. Das Leben brummt hier in seiner schönsten Form, von München über 200 Kilometer entfernt. Eine Sauerei. Allerdings erleichtert ein riesiges Angebot an Hallburg-Aktionen, musikalisch, kulturell und kulinarisch den Entschluss, selbst von Rom heraufzukommen. Wem das nicht reicht, der soll der Wirtin einmal in die Augen schaun! O.k., jetzt bin ich zu weit gegangen. Ich gehe zurück:
Eine köstliche Fränkische Zwiebelsuppe mit Weißbrotkrusteln (3,10 €), sorgt noch am späten Nachmittag dafür, dass meine Gedanken immer wieder zur Burg zurückkehren, Krusteln anrösten, ts, ts! Vom nahen Gehege ursprungt die Hausgem. Terrine vom Damwild an knackigen Blattsalaten, dazu Kräutersosse und Weißbrot (8,70 €). Ausgezeichnet und üppig. Für Fußwallfahrer. Fränkischer Sauerbraten mit Klössen und Blaukraut (9,80 €), wie oft habe ich das schon gegessen. Wie oft schon wurde ich bitter enttäuscht, manchmal blieb sogar die Gabel in einer widerlichen Soßenhaut stecken. Grauenvoll. Und was wird der Berliner Kochmützenträger Toralf Barth im Vatertagsstress aus seinen Töpfen zaubern? Eine Sauerbratensoße im Freien? Graf von Schönborns Silvaner beruhigt. Dann ist es so weit: sündig dunkelbraun, hervorragend, hautlos –bleibend –, die Soße, um zwei Scheiben saftig-mürbes Fleisch mit guten Knödeln, begleitet von knackigem, wohlgewürzten Blaukraut. Verehrte Karin, so etwas habe ich noch nie gegessen. Rom liegt weit weg, ich komme auch von dort …

Terrine

Sauerbraten

Wie man hinkommt? Ganz einfach: Von der A3 »Nürnberg-Würzburg« Ausfahrt »Kitzingen-Schwarzach / 74« Richtung Volkach, kurz davor links den Berg hinauf, ca. 11 km.
Ruhetag
: Montag + Dienstag im Winter (XI-III)
(Juni 04)

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Mehl
Restaurant + Hotel
Am Viehmarkt

92318 Neumarkt

Oberpfalz

edel

Wirt: Fam. Siermann-Mehl
am Herd: Stefan Siermann

Tel: 09181-2920
www.
hotel-mehl.de

  hinterhoftraum

Spätestens seit der Landes-Gartenschau ist Neumarkt im Eck zwischen Oberpfalz, Mittelfranken und Oberbayern ins Bewußtsein so mancher Genießer gerückt. Als Ex-Amberger kannte ich natürlich die umtriebige Stadt mit ihrem weltbekannten Bahnschwellenhersteller schon längst. Mit der Gastronomie dort bin ich allerdings kräftig auf die Nase gefallen. Die Stachel »Oberer Ganskeller«, »Tiroler Hof« und »Meier« in Hilzhofen stecken immer noch tief, weil auch das Zwischenmenschliche auf der Strecke blieb. Liegt es an mir? Hoffentlich nicht. Die neuesten Erfahrungen mit Wottke vom W1 und jetzt mit dem Restaurant »Mehl« haben mich deutlich beruhigt.
Der letzte Aprilmittag war so warm, dass ich mich ungestört in den Hinterhof setzte und mit ganz viel Freude die Karte lesen konnte. Sehr charmant und beinahe herzlich umsorgt von Wirtin Karin und ihrem Personal. Den hühnenhaften Stefan Siermann sah ich leider nur zwischen Tür und Angel. Aber dafür konnte ich ihn bald von seiner besten Seite kennen lernen: amuse gueule, ein tête de moine auf Gemüsesalsa, begeisterte mich aus dem Stand. Einmal nur diesen perfektscharfen Gemüseteppich unter einem »Wasweißichwas«, das muss schon der Himmel auf Erden sein. Selbst die naturtrübe Apfelsaftschorle (0,4 l 3 €) schmeckte ausgezeichnet.
Anfang Mai bin ich jedes Jahr so spargelgierig, dass ich mir das Luxusgemüse gönne, wo immer es nur geht. Salat vom Oberpfälzer Spargel in Sherry-Haselnussdressing mit gebratenen Bärlauch-Scampi (13,50 €) war mit Abstand das Beste, was ich je in meinem Leben in dieser Facon gegessen, ach was, genossen habe. Selbst der blaue Glasteller konnte meine Lustgefühle nicht stören, und das will bei mir schon etwas heißen. Auch dass die wundervoll fleischigen, bissigen, knackigen drei riesigen Scampis nicht nach Bärlauch schmeckten, tat meinem Halleluja überhaupt keinen Abbruch. Eine herrliche, ja nussige Säure und feine Parmesanhobelspäne ließen mich den kargen Hinterhoffreisitz locker vergessen. Kühler Spargel in einer hinreißenden, »heißen« Begleitung! Bereits zu diesem Zeitpunkt war klar, dass ich mir eines Tages im nachgeradezu kuscheligen Mehl-Stüberl das Schlemmermenü gönnen werde, etwas für Genießerprofis, sieben Gänge für 59,50 € pro Nase. Dazu einen ausgesprochen moderaten Tropfen, Senjor Mehl handelte früher mit Spirituosen, daher kommen die guten Verbindungen, und dann hoffentlich nicht zu bald ins Bettchen müssen. Zurück zum Hof, zum Neumarkter Torschmiedspieß – Schweinefiletspitzen mit Oberpfälzer Rostbratwürstel am Speiß gebraten, dazu Speckbohnen und Bratkartoffeln (13,90 €). Zurück zu rustikaler Deftigkeit – und Schwierigkeit. Wird Siermann es dem Bratkartoffelgrufti Kilian recht machen können? Antwort: Halleluja!!!
Bis demnächst Familien Siermann und Mehl …

amuse gueule

Spargelsalat

Wie man hinkommt? Ganz einfach: Von der A3 »Nürnberg-Regensburg« Ausfahrt »Neumarkt / 92« westlich Richtung Stadtmitte in die Amberger Straße und der Beschilderung »Altstadthotels« nachfahren, 4 km.
Ruhetag
: Sonntagabend + Montag
(April 04)

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Restaurant + Hotel
Ödenturm


Am Ödentrum 11

93413 Chammünster

Oberpfalz

urigfein

Wirt: Fam. Hunger
am Herd: Familie Ernst Hunger

Tel: 09971-89270
www.
oedenturm.de

Leo  halleluja für eine frau und …

einen Knödel. Und viele Preiselbeeren. Und Steinpilzln. Und edle Tropfen. Und ehrlich urig währt am längsten.
Nach einem hochqualifizierten Mahl beim Kraus in Lindau war mir ganz narrisch nach der Wirtin Ingrid zumute. Ich muss ihr jetzt endlich das Knödeldenkmal setzen. Nicht immer ihm, meinem Steinpilzkönig. Auch weil beide langsam aber sicher aus der Küche verschwinden, weil der Ernstl, der Junior, in nicht allzu ferner Zukunft im Berggasthof die Pfannenschwingerei übernehmen wird. Und nie im Leben, da kann er exzessiv im Exzelsior oder zeitlupenhaft in der Schweiz herumturnen wo er will, wird er es mit Ingrids Ritschiknödel aufnehmen können. Ein Knödel, ein Kartoffelheiligtum für das ich fünfzig Knödelmeter weit fahre. Da brauche ich kein Steinpilzcapriccio und auch kein Lindauer Veilcheneis, da brauche ich höchstens eine Rehsoß' und Preiselbeeren. Ambrosia-Nektar-Götter-Preiselbeeren. Wenn Sie überhaupt wissen, was das ist. Und das können Sie nicht wissen, wenn Sie nie die schwindelnde Höhe von gut vierhundert Metern erstiegen haben!
Was sitzen Sie denn noch am Computer, fahren Sie los, die Hungerkarte kann man zwar lesen, aber nicht essen. Das funktioniert nur dort. Weisen Sie sich aus, dass Sie hier diese Lobeshymne gesehen haben und reservieren Sie vier Stück. Knödel. Sie können ja das Fleisch weglassen, das bekommen Sie vielleicht daheim auch so, aber nicht Ingrids Ritschiknödel!!
Für Profis gibt es im Vorspeisenformat, man muss nur genug jammern, Kalbsnieren auf Blattspinat mit Kartoffelpüree in Senfsoße. Mein Gott, liest sich das simpel. Es ißt sich wahnsinnig. Ich liebe Ingrid. Der Chef bedienerte hilflos, er konnte seine Askarten, die geilsten Weine weit und breit, nicht aus dem Ärmel holen, weil ich fastenzeitelte. Und dann geschah es. Das Tor zum Himmel öffnet sich, leider war es nicht der liebe Gott, der mich für meine Tapferkeit loben wollte, sondern der Ernst brachte IHN, zusammen mit einem Rehschlegel vom Ernstl und eine diamantene Karaffe mit Preiselbeeren. Hatte ich mich noch gar nicht von den weltmeisterlichen Nierndln erholt, lag ich bereits nach dem Zerteilen der güldenen Kugel auf den Restaurantbrettern. Vor dem ersten Löffelchen Preiselbeeren legte ich eine Zwangspause ein, es ging ums nackte Überleben. Chancenlos. Herr, lasse mich beim nächsten Mahl eine kleine Askarte aus dem Hungerärmel zu so etwas trinken, damit ich schauen kann, was mich oben bei Dir über den Wolken dereinst erwarten wird. Ich weiß, DU nennst es Manna. Soll mir Recht sein, Hauptsache DU importierst immer wieder die Knödel von der Ingrid, die Preiselbeeren vom Ernst, das Wild vom Ernstl und die Pralinen von der Claudia. Wenn DIR das zu viel sein sollte, so laß mich bitte noch recht lange am Turm sitzen, damit mein Leben im Alter nicht zu öde verläuft. Amen.

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Gardena
Anna-Stuben
Restaurant + Hotel

 

I-39046 St. Ulrich

0039-0471-796-315
www.gardena-it


Fichtenstube

Südtirol

edel

Wirt: Hugo Bernardi
am Herd: Armin Mairhofer

der verlorene Sohn*

Degustationsmenü


amuse gueule
(beste Hülsenfrüchte mit Gambas, Speck und Cotechino)

 


Quittensalat mit Perlhuhn-Confit, Kastanien und Sangue Morlacco

 


Kastaniensuppe mit kleinen Buchweizen-Walnußknödeln
 


Rote-Bete-Tagliolini mit Gorgonzola auf getrüffelter Spinatcreme
 


Hirsch- und Storo-Polentawürfel mit Blaubeersauce
 


Croustillant-Praline mit Ruta und Waldfrüchten
 


Zirmnuss-Schmarrn mit Eiscreme von Goldmuskateller-Trockenbeerentrestern, marinierten Preiselbeeren und Bergäpfel

HALLELUJA

Danke!

(Liebe Surfer, bitte verzeihen Sie mir den fehlenden Bericht. Ich werde üben, üben, üben, damit ich eines schönen Tages vielleicht die adäquaten Worte finde, um Armin Mairhofers einmaligen Kochkünste richtig beschreiben zu können)

Service mit Herz und sehr viel Weinverstand: Franz Lageder

Menüpreis: 52 Euro

* Armin Mairhofer wurde in St. Ulrich geboren und kocht nun nach seinen Reisen um die Welt seit Frühsommer 2003 im neuerbauten Hotel Gardena/Grödnerhof für dessen Gourmetrestaurant »Anna-Stuben«.


Stube

Bild kommt
nn
nach dem Ortsumgehungstunnel, aus dem Eisacktal kommend, zweite Brücke rechts über den Grödnerbach.
Ruhetag
: Montag und mittags
(Oktober 03)

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